Die Veränderungen, die VW dem neuen Golf VI angedeihen ließ, haben das gewohnte „Golf“-Erscheinungsbild kaum verändert. Sachlich und einfach ist der optische Eindruck, den er vermittelt. Doch wie schlägt sich der Wolfsburger, wenn er auf die im Vergleich zu ihm eher exotisch designten Peugeot 308 175 THP Sport Plus und Lancia Delta 1.4 T-Jet ORO stößt? Die Zeitschrift „autostraßenverkehr“ machte den Test und verglich Ausstattung, Komfort und Fahrverhalten der drei Kompaktwagen. Und siehe da: Am Ende behielt der Golf klar die Nase vorn. Bis auf wenige Testdiziplinen war er dem Peugeot und dem Lancia überlegen.

Hinter dem jeweiligen Design steckt eine klare Botschaften an die Kunden: Der Golf VI 1.4 TSI Highline wirkt von Anfang an wie ein „zuverlässiger Feund“, der Peugeot 308 175 THP Sport Plus mimt den „athletischen Draufgänger“, und der Lancia Delta 1.4 T-Jet ORO gefällt sich sichtlich in der Rolle des „edlen Individualisten“. So jedenfalls empfanden es die Tester von „autostraßenverkehr“ und wollten dann doch etwas genauer wissen, was hinter der so schön präsentierten Oberfläche wirklich steckt.

In puncto Komfort macht dabei dem Golf VI keiner der Kontrahenten etwas vor. Im Innenraum der „Highline“-Version dominiert eine noble und seriöse Ausstattung, Stauraum ist genug vorhanden, und die Anordnung der Bedienelemente ist, wie die Zeitschrift urteilt, eine „Klasse für sich“. Gerade in diesem Punkt zeigten sowohl der Peugeot wie der Lancia deutliche Mängel. Von einem „Wirrwarr“ sprechen im ersten Fall gar die Tester, denen sich die Logik der Bedientasten nur schwer erschloss und auch beim Lancia nicht viel transparenter war. Klare Vorteil VW.

Auch beim Fahrvergnügen distanzierte der Golf die Konkurrenz. Das ESP verdirbt nicht den Fahrspaß, sondern trägt den Wagen flott, aber sicher in den Kurven. Der Lancia dagegen schaukelte sich, wie „autostraßenzeitung“ moniert, in den Kurven auf, blieb aber dank ESP in der Spur. Der Golf musste sich jedoch bei der Motorleistung vom Peugeot geschlagen geben. Beide Fahrzeuge sind zwar – auch im Vergleich zum Lancia – agil unterwegs, doch der Peugeot war um einen Tick kraftvoller als der Golf. Auch beim Bremsweg hatte der Peugeot die besseren Karten.

Die beste Federung wiederum im Test hatte der Lancia, der Unebenenheiten ebenso sicher wie sanft ausbügelte. Im Peugeot dagegen werden diese zu stark an die Insassen weitergegeben. Beim VW schluckte das adaptive Fahrwerk (optional gegen Aufpreis) die gröbsten Stöße, aber der Sportmodus eignet sich nicht recht für den Alltag.

Am Ende summierten sich die Einzelvorteile des Golf dann zu einem klaren Testsieg vor dem Peugeot und dem Lancia auf – auch wenn er in den Anschaffungskosten deutlich teurer ist. Die Testfazits der einzelnen Modelle finden Sie hier.

Autor: Wolfgang