Autos: Liter für Liter - Mercedes S400 3.5 Hybrid und Lexus LS 600h

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Lexus LS 600h gegen Mercedes S400Wie schlägt sich der neue Mercedes-Benz S 400 3.5 Hybrid 7G-Tronic im Vergleich zum bisher unangefochtenen Referenz-Hybrid in dieser Klasse, dem Lexus LS 600h 5.0 Allrad? Die Zeitschrift „Auto Bidl“ hat beide Fahrzeuge zu einem Duell gebeten und dabei den Verbrauch Liter für Liter nachgeprüft. Das Ergebnis: Das wirtschaftlichere Auto ist der Mercedes – und das alltagstauglichere obendrein. Das bessere Hybrid-Konzept hingegen steckt im Lexus.

Drei Testrunden absolvierte „Auto Bild“ mit den beiden Luxus-Hybriden, und nur einmal hatte der Lexus LS 600h die Nase vorn. Auf der Stadtfahrt benötigte er einen halben Liter weniger als der Mercedes S 400 (13,1 Liter). Die extreme Schonfahrt jedoch und die Testrunde gingen an den S 400. Sein Minimalverbrauch lag 0,8 Liter unter dem des Lexus, und auf der Testrunde waren es sogar knapp 2 Liter weniger (10,8 zu 12,7 Liter). Übrigens: Bei der Angabe der Normwerte stapeln die Hersteller laut „Auto Bild“ extrem tief: 8,1 (Mercedes) und 9,3 Liter (Lexus). Fast ist man geneigt zu sagen: Wie gewohnt.

Dass der Lexus dem Benz trotzdem ein paar Pluspunkte voraus hat, zeigte sich schon während der Stadtfahrt. Denn der LS 600h ließ sich sogar ohne Unterstützung des V8-Motors für 10 Minuten ganz alleine mit dem Elektromotor bewegen – absolut geräuschlos. Der S 400 hingegen ist zu jeder Zeit auf die Unterstützung seines V6-Agreggats angewiesen – und die Zusammenarbeit der beiden Komponenten klappt lange nicht so gut wie beim Lexus. Beim Anfahren, so „Auto Bild“, gebe der S 400 seine Kraft nur zögerlich ab, die Verbindung von Elektro- und Verbrennungsmotor wirke „zweistufig“ anstatt sich harmonisch gegenseitig zu unterstützen, die Beschleunigung fühle sich eher angestrengt an und auch die Automatik sei öfter auf der Suche nach dem richtigen Gang.

Ganz anders dagegen der Fahreindruck im Lexus. Das Dreigestirn Benziner, Elektroantrieb und Automatik sei absolut souverän und perfekt eingespielt („beeindruckend vollkommen“, Auto Bild). Dazu kommen dann noch – wir befinden uns immerhin in der Luxusklasse – ein luxuriös ausgestatteter Innenraum, an dessen Komfortangebot der S 400 nicht heranreiche – inklusive der geschmeidigeren Luftfederung und der niedrigeren Geräuschkulisse.

Dem Mercedes S 400 hingegen merke man im Alltag nicht an, dass er mit 150 PS weniger als der LS 600h auskommen müsse – in puncto Beschleunigung und Durchzug lag er zwar meistens hinter dem Lexus, zeigte aber mehr als respektable Werte. Warum wurde der S 400 trotzdem Testsieger? Zum einen konnte er mit einem luftigeren Raumgefühl, dem deutlich größeren Kofferraum und der besseren Sicherheitsausstattung dem Lexus trotz dessen Komfort-Plus die Karosserie-Wertung doch noch abluchsen. Zum zweiten entschied der S 400 die Fahrdynamik-Wertung mit einem klaren Abstand für sich, und auch die Kostenwertung ging nach Stuttgart. Nicht nur in der Anschaffung, auch im Unterhalt ist der S 400 um einiges günstiger.

Die größere Alltagstauglichkeit des Mercedes-Benz S 400 3.5 Hybrid 7G-Tronic siegte also am Ende über den Luxus.-Komfort des Lexus LS 600h 5.0 Allrad. Doch der Punktesieg täuscht über eines hinweg: In puncto Hybrid-Antrieb hatte sich „Auto Bild“ mehr von der deutschen Edelschmiede erhofft. Zum einen überzeugt das Zusammenspiel der Komponenten noch lange nicht so gut wie im „perfekten“ Lexus, und auch der Benzin-Durst in der Stadt sei immer noch viel zu hoch. - Übrigens: Die knapp 9.200 Euro Aufpreis zum S 350 amortisieren sich durch die günstigeren Tankstopps erst ab 339.370 Kilometern (laut einer Rechnung von „Auto Bild“). Auch hier ist also noch üppig Raum zu Verbesserungen vorhanden.

Autor: Wolfgang