Wer baut, so fragte sich die Zeitschrift „Auto News“, das bessere 200-PS-Coupé auf Golf-Basis? Im anschließenden direkten Vergleich zwischen dem Volkswagen Scirocco 2.0 TSI DSG und dem Audi TT Coupe 2.0 TFSI S tronic erwies sich der Scirocco trotz der ein oder anderen Schwäche als ein „extrem verführerisches Paket“. Der Scirocco stahl damit dem Audi TT die Show – und nahm ihm dem Testsieg weg.

Herzblatt von Single/Paar gesucht, denen ein Golf zu konventionell ist: So würde wohl eine Kontaktanzeige lauten, auf die sich sowohl der Volkswagen Scirocco 2.0 TSI DSG als auch der Audi TT Coupe 2.0 TFSI S tronic melden würden. Die daraus resultierende Beziehung würde – um im Bild zu bleiben – laut „Auto News“ aller Wahrscheinlichkeit sehr glücklich werden. Beide Sport-Coupés erfüllen nämlich, so ein erstes Fazit des Tests, das gesuchte Partner-Wunschprofil bestens.

Doch die Zeitschrift fand während der Testfahrten auch Unterschiede zwischen den geknüpften Beziehungen heraus. Mit dem Scirocco zum Beispiel würden Paare, die Kinder wollen, langfristig glücklicher werden als mit einem Audi, da das Coupe zwei vollwertige Rücksitze für weitere Insassen hat. Die Praxisnutzen-Wertung ging daher an den VW, der sich allerdings wegen seiner nicht optimalen Sicht nach hinten, die die optionale Einparkhilfe fast zum Pflichtkauf macht, eine Rüge einhandelte. Der Audi wiederum hatte sowohl in diesem Punkt wie auch hinsichtlich des Innenraum-Designs die Nase klar vorn vor dem „arg nüchtern“ mitunter sogar etwas „bieder“ wirkenden Interieur des Scirocco.

In der Motorenwertung wiederum herrschte weitgehend Gleichstand. Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit sowie Verbrauch waren nahezu identisch – wobei „Auto News“ die Hersteller beim Schwindeln erwischte, denn statt der angegebenen 7,1 Liter entzogen beide Coupés dem Tank auf 100 Kilometer 10,1 Liter Sprit. Dem Audi bescheinigen die Testfahrer einen durchzugstarken Motor und eine perfekte S tronic Schaltung, während beim Scirocco der drehfreudige Turbo begeisterte. Jeweils „einen Tick besser“ war der Audi in den Kapiteln Fahrwerk und Lenkung. Der TT wirke insgesamt leichtfüßiger und agiler, was auf die optimale Gewichtsverteilung zurückzuführen sei. Dasselbe gelte auch für die besser konditionierte Lenkung, die sich bei moderatem Tempo leichtgängiger zeigte. Beim Scirocco wiederum gefielen das agile Einlenkverhalten und der hervorragende Grip auf trockener Straße.

Am Schluss entpuppte sich die Kostenfrage als Zünglein an der Waage. Denn der TT Coupe 2.0 TFSI S tronic kostet rund 7.850 Euro mehr als der Scirocco 2.0 TSI DSG und ist deswegen eigentlich in einer anderen Preisklasse als der Wolfsburger einzuordnen. Dies war für „Auto News“ das entscheidende Argument, den Scirocco und nicht den Audi TT ein „extrem verführerisches Paket“ zu nennen – aber wer nicht auf den Cent schauen muss, würde dies vermutlich auch mit vollem Recht über den TT sagen.

Autor: Wolfgang