outdoor-navisDie drei Outdoornavigationssysteme, die „Navi Connect“ einem Praxistest unterzog, befriedigen höchst unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche – so das Testfazit der Zeitschrift. So liege, wer bei seinem Outdoor-Navi eine Routenführung ähnlich der eines Auto-Navis wünscht, beim Giove myNav 600 Professional richtig. Eingefleischte Gelände-Tourer jedoch seien mit dem satmap Avtive 10 besser bedient. Eine gehörige Portion Interesse an Technik setzt hingegen wiederum das TwoNav Aventura von CompeGPS voraus, das sich primär für Offroad-Spezialisten eigne.

Eine der großen Überraschungen auf dem Outdoor-Navimarkt 2009 war das myNav 600 Professional von Giove. Das Gerät bietet dank Vektorkarten eine Routenführung, wie man sie vom Autonavi her gewohnt ist. Gerade für Gelegenheitswanderer und -biker, die sich nicht unbedingt ausführlich mit der Kunst der Routenplanung beschäftigen möchten, ist das Gerät daher eine willkommene Alternative zu den klassischen Outdoor-Modellen – und eine gute zumal, wie „Navi-Connect“ feststellen durfte. Insbesondere die Routenplanung sei, nach einer „konzentrierten“ Einarbeitung in das Menü, einfach, und die Berechnung der Routen gehe zügig vonstatten. Allerdings sollte man nicht den (Wander-)Weg verlassen und sich in die Büsche schlagen, denn dort endet die Routenführungskunst des myNav 600 und lediglich ein bewegter Standortpfeil dient noch zur Orientierung.

„Eingefleischte Gelände-Tourer“ dagegen wird dies nicht schrecken, weswegen diese Klientel auch eher zum satmap Avtive 10 greifen sollte. Das leichtgewichtige (220 Gramm, myNav: 280 Gramm) klassisches Outdoor-System ohne Navigation biete „totale Bewegungsfreiheit“ in freier Natur. Es erlaube die bequeme Orientierung im Gelände, so wie man es von einer Papierkarte her kennt – dank Rasterkarten. Die beiden Kompassfunktionen (GPS, elektronisch) funktionierten bestens und lotsten sicher auf der zuvor am PC angelegten Route. Alternativ dazu kann auch auf dem Active 10 die Route geplant werden, was im Test gut funktioniert hat. Pluspunkte bekam das Gerät auch für die Bedienung. Als einziger Testkandidat besitzt es keinen Touchscreen, sondern wird allein über Tasten gesteuert, die zwar kräftig gedrückt werden müssen, dafür aber auch „handschuhtauglich“ sind.

In anspruchsvolle Regionen stößt schließlich das TwoNav Aventura von CompeGPS vor – was das Können seines Besitzers betrifft. Das System kann fast nach Belieben selbst konfiguriert werden und bediene deshalb die Bedürfnisse von Offroad-Profis. Dabei ist es auch für die Auto-Navigation einsetzbar. Das Crossover-Gerät beherrscht wie das Giove Straßen- und Geländenavigation – im letzteren Fall verwendet es sowohl Vektor- als auch Rasterkarten (wie das Active), wobei der große Vorteil darin liege, dass fast alle Rasterkarten auf dem System laufen. Die Karten können auch auf dem Display parallel dargestellt werden – gut für den Wechsel vom Auto zur Wanderstrecke. Das Gerät ließ sich wie das Active 10 etwas mehr Zeit für die Positionsbestimmung, und im Gegensatz zu diesem sei die Routenplanung am Gerät etwas hakliger – auch ein Ergebnis der Funktionsvielfalt, die jedoch Profis, wie gesagt, zu schätzen wissen werden.

Doch generell wünscht sich „Navi Connect“, dass die Hersteller die Bedienung der Outdoorgeräte nachbessern – von intuitiver Bedienung könne in keinem der drei Fälle die Rede sein. Auch die Displays spiegeln laut Testbericht in der Sonne noch sehr stark. Was für einen Wanderer weniger ein Problem sei, da er mit der zweiten Hand den Bildschirm abdecken könne, ist auf dem Fahrrad hingegen eher lästig.

Der vollständige Testbericht mit allen Details ist in der Ausgabe 5/2009 abgedruckt. Die Testfazits wiederum sind hier auf Testberichte.de zu finden.

von Wolfgang Rapp