Outdoor-Navis im TestZum ersten mal mit einem Outdoor-GPS-Navi unterwges – halten die Geräte ihre Versprechungen? Und vor allem: Sie sind wirklich so einfach zu bedienen, wie von den Herstellern suggeriert wird? Die Zeitschrift „bike sport News“ machte den Test und ließ ein GPS-unerfahrenes Team drei aktuelle Modelle einige Tage ausprobieren. Fazit: Die Outdoor-Navis funktionieren gut und bieten auch einen hohen Spaßfaktor. Aber das Vergnügen ist nicht billig und daher nicht ohne Manko.

An erster Stelle steht hier das – mitunter exorbitant – teure Kartenmaterial. Denn mit dem Kauf des Garmin Colorado 300, des Garmin Venture Hc oder des Magellan Triton 500 ist es nicht getan. Ohne geeignete topographischen (Vektor-) Karten sind die Geräte nur zum Abfahren von Touren nach Signalangaben benutzbar und damit nur halb so komfortabel. Mit bis zu 650 Euro für den kompletten DACH-Kartensatz (Garmin) oder 11 DVD’s à 145 Euro für Frankreich überschreiten hier die Preise die Anschaffungskosten für die Hardware deutlich. Auch Magellan ist kaum günstiger.

Hat man sich jedoch zum Kauf einer Karte und eventuell einer leistungsfähigen Tourenplanungssoftware entschlossen, kann man sich über die solide Navigationsleistung der Geräte freuen. Das Garmin Colorado 300 wurde wegen seiner Vielseitigkeit, dem riesigen Display und der besonders einfachen Bedienung über ein Drehrad mit „sehr gut“ bewertet. Es eignet sich als Allrounder für alle (Biker-) Lebenlagen sowie für die Straße. Besonders wichtig für Biker: Das Display ist außergewöhnlich scharf und stellt die Karte detailliert dar, kann jedoch bei einem raschen Lichtwechsel spiegeln. Vorzüge sind dagegen die großzügige Trackaufzeichnung sowie die Zusatzfunktionen (Puls- und Trittfrequenzmesser, Höhenmesser, Kompass).

Ebenfalls ein „sehr gut“ durfte das Magellan Triton 500 mit nach Hause nehmen. Die Handy-typische Bedienung der beschrifteten Tasten sowie des Steuerrads und das große, gut auflösende Display hinterließen einen guten Eindruck. Als weiterer großer Pluspunkte kommt die Kamera (zum Geotaggen von Fotos) hinzu. Für Anfänger jedoch mühselig: Das Handbuch gibt kaum ausreichende Auskünfte über die Bedienung und den Anschluss an den PC. Das Garmin Venture HC schließlich ist ein „gutes“, robustes Einsteiger-Navi, das auch einen Sturz vom Rad locker übersteht. Seine Empfangsleistung ist gut und die Bedienung mit dem Joystick geht leicht von der Hand. Die Trackaufzeichnung ist sogar einfacher als beim Colorado 300. Dafür muss man auf Ausstattung wie den Höhenmesser verzichten und kann auch den 24 MB-Speicher nicht mit einer Speicherkarte erweitern. Die Aufzeichnung längerer Touren ist dadurch fast unmöglich.

Fazit: Nutzen- und Spaßfaktor der Outdoor-Navis sind sehr hoch, die Anschaffungskosten allerdings nicht minder. Wünschenswert wäre in den Augen der Tester ein Komplettangebot mit Karten, um Licht in den undurchsichtigen Karten-Dschungel beziehungsweise das Geschäft mit ihnen zu bringen. Einen Überblick über die Ergebnisse finden Sie hier.