OutdoornavigationssystemeDie Zeitschrift „Navi Connect“ hat vier Outdoor-Navigationssysteme, bestehend aus je zwei Garmin- und Magellan-Modellen, einem Test auf ihre Fahrradtauglichkeit unterzogen. Dabei fuhren die Garmin-Modelle Edge 705 und eTrex Vista HCx einen Doppelsieg ein, mit einem leichten Vorteil für das Edge 705, das „Navi Connect“ als „idealen Trainingsbegleiter für sportlich ambitionierte Fahrer“ beurteilt. Das günstige Magellan Triton 300 wiederum sei ein gutes Einsteigergerät, während das Triton 2000 nicht so ganz überzeugen konnte.

Nicht nur auf einer Wanderung, auch auf dem Fahrrad zählt jedes Gramm zuviel, das man mit sich herumschleppen muss, als überflüssig. Das Garmin Edge 705 hat deshalb mit rund 105 Gramm schon von seinem Gewicht her gute Karten, um sich für den Fahrradeinsatz zu empfehlen – auch wenn es schwerer als ein Radcomputer ist. Ein weiterer Pluspunkt ist die stabile Halterung, die das Navi sicher über Stock und Stein bringt. Und wenn man sich auch noch einen Trittfrequenzsensor als Ergänzung zum Herzfrequenzmesser für 50 Euro leistet, ist das Edge 705 als Trainingscenter optimal einsetzbar. Technisch wiederum überzeugte das Navi mit seiner „fantastischen“ Menü-Ordnung, wenn sich auch die Bedienung via Tasten und Thumbstick „on the road“ als nicht unproblematisch erwies – doch dies gilt für alle Testkandidaten. Allerdings kommt man um die Anschaffung geeigneterer Karten nicht herum, die – wie zum Beispiel die routingfähige Topo Deutschland v.3 – mit rund 180 Euro zu Buche schlägt. Der „ideale Trainingsbegleiter“ für Biker ist also in Komplettausstattung keinesfalls ein Schnäppchen.

In diesen Bereich zielt vielmehr Magellan mit dem Triton 300. Für das Gerät werden nur rund 170 Euro fällig, im Bundle mit dem ADAC TourGuide sind es rund 70 Euro mehr Das „Navi Magazin“ beurteilt es insgesamt als ein „ordentliches Navigationsgerät“ für Biker. Auch bei ihm war die Bedienung über das etwas „hakelige“ Steuerkreuz gewöhnungsbedürftig und nur im Stand problemlos zu managen. Positiv wiederum beurteilt „Navi connect“ die einfache Menüstruktur sowie die gute Auflösung des Displays. Die Ausstattung fällt jedoch deutlich hinter das Edge 705 zurück. So fehlt etwa die Anzeige des Höhenprofils, und eine aktive Routenführung ist nicht möglich. Schwerer wiegt jedoch der kleine Speicher des Triton 300, der lediglich Platz für Karten mit Radtouren in der Umgebung erlaube. Empfehlenswert sei deshalb das Bundle mit dem ADAC TourGuide.

Zwar klappte die Bedienung beim zweiten Garmin-Modell, dem „Klassiker“ eTrex Vista HCx, wie gehabt ebenfalls nicht reibungslos. Speziell mit dem Thumbstick knickt man gerne einmal zur Seite ab anstatt ihn zu drücken, was unerwünschte Folgen nach sich zieht, und auch die Tasten sind stellenweise eher ein „Ablenkungsfaktor“ als funktionabel. Dafür punkte das eTrex mit seinem großen, variabel beleuchtbaren Display sowie einer übersichtlichen Kartendarstellung. Abbiegepunkte wurden laut „Navi connect“ immer rechtzeitig angesagt. Das Aufspielen beziehungsweise Erstellen von Routen über das Garmin-Programm Map Source sei allerdings nicht ganz up-to-date. Der Routenplaner mute etwas „betagt“ an – optisch wie bedientechnisch –, so dass ein wenig Übung gefragt sei. Und für die Karten gilt dasselbe wie für das Edge 705: Um den Kauf zusätzlicher guter Karten kommt man nicht herum.

Als einziges Navi verfügt das Magellan Triton 2000 über einen Touchscreen, der insbesondere im Stand sehr gut zu bedienen sei. Erfreulich übersichtlich sei auch das Menü, und die etwas schwachbrüstige 2-Megapixel-Kamera könne man immerhin selbst erstellte Wegpunkte/Routen mit Bildern untermalen. Weitere Pluspunkte sind der sehr gute GPS-Empfang sowie die gut bedienbare Routen-Software Vantage Point. Doch das Navi wies einige eklatante Schwachpunkte auf. Den Anfang machte bereits die instabile Halterung, die bereits bei kleinen Schlaglöchern das Navi aus der Fassung brachte. Die Karte wiederum drehte sich im Test nicht immer in Fahrtrichtung, was an Kreuzungen eine gewisse Orientierungslosigkeit hervorrufen kann. Außerdem werden nur Richtungsanweisungen ausgegeben. Ein scheinbares Detail rief auch den Unmut der Tester hervor: Da das Display um einige Millimeter tiefer liegt als das Gehäuse, sammelt sich auf ihm Regenwasser an, was beim Bedienen störend wirkt. Und zum Schluss das zu anfangs erwähnte Ausschlusskriterium: Das mit 549 Euro ziemlich teure Triton 2000 ist mit 222 Gramm, 14 Zentimetern Länge und 6 Zentimetern Breite und ziemlicher Brummer.

So rät „Navi connect“ Vielradlern eher den Griff zu einem der beiden Garmin-Modelle, sollte es ein Navi für Vielradler sein. Für Gelegenheitsradler, die zudem das Gerät zum Wandern und Geochaching einsetzen, sei das Triton 300 ein gutes Einsteigergerät.