3d-navisBei den mobilen Navigationsgeräten boomt die 3D-Funktionalität. Grund genug für die Zeitschrift „Chip Test&Kauf“, sechs aktuelle Modelle mit diesem Feature einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei zeigte sich, dass die Hersteller die 3D-Darstellung recht unterschiedlich umsetzen. Testsieger wurde das Blaupunkt Travel Pilot 700, das mit seiner innovativen Video-Funktion der Realität außerhalb des Fahrzeuges am nächsten komme. Zum Preistipp wiederum erklärt die Zeitschrift das Falk F10 mit der neuen Navigation-9-Software.

Neben der Verbesserung der Sprachsteuerung der Geräte arbeiten die Hersteller von mobilen Navigationssystemen intensiv an der 3D-Darstellung des Routing. Soll ersteres eine komfortablere und eine sichere Bedienung des Navis gewährleisten, dient die „fotorealistische“ Karten- und Routendarstellung der Orientierung des Fahrers.

Die renommierten Hersteller erweitern daher ihre Navigationssoftware nach um nach um die 3D-Funktionalität. So auch Falk. Das Unternehmen hat erst kürzlich seine neue Navigation-9-Software vorgestellt, die zum Beispiel im F10 zum Einsatz kommt. Die fotorealistische Kartendarstellung teilt sich die zur Verfügung stehenden Displayfläche jedoch mit einer klassischen Pfeildarstellung und wirke deswegen etwas zusammengedrängt. Trotzdem landete das Gerät auf Platz zwei der Rangliste und wird für seinen relativ günstigen Preis von „Chip Test&Kauf“ mit der Auszeichnung „Preistipp“ belohnt“.

Dieselbe 3D-Darstellungsform für Kreuzungen und Abfahrten inklusive Verkehrsschilder bietet auch das TomTom XL Live IQ Route Europe, das jedoch wegen Tempo-Schwächen bei der Routenberechnung trotz eines noch günstigeren Preises auf Platz 5 zurückfiel. Die übersichtlichste 3D-Darstellung im „fotorealistischen“ Modus bietet jedoch laut Testbericht das Navigon 4350 max.

Mit Abstand am nächsten an der Realität außerhalb des Fahrzeuges dran ist natürlich das Blaupunkt Travel Pilot 700, das sich dafür eines einfachen Tricks bedient. Die Situation auf der Straße wird von einer 2-Megapixel-Kamera eingefangen und direkt dem Routenpfeil als Hintergrund unterlegt. Die Technik funktioniere zwar noch nicht ganz ruckelfrei, das Ergebnis sei aber trotzdem „beeindruckend“, weswegen das Navi auch den ersten Platz im Test einnimmt. Eine Anmerkung am Rande: Die Videonavigation klappt natürlich nur tagsüber, und speziell die Erkennung von Verkehrszeichen ist, wie ein Test der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ ergab, ebenfalls nicht zu 100 Prozent gewährleistet.

Dass die Hersteller auch in Zukunft zur Sicherung von Absatzmärkten für ihre Geräte noch intensiver an der möglichst fotorealistischen Kartendarstellung arbeiten werden, belegt Navigon. Man dürfe gespannt sein, wie sich die für die neueste Navi-Generation des Herstellers (zum Beispiel das 8450/8410) angekündigte Real-City-3D-Technik bewähre, die komplette Straßenzüge nebst Details wie Ampeln, Kreuzzungen und „Park&Co“ in stilisierter Form „zum Leben erwecke“. Bei den anderen Hersteller werden bisher nur vereinzelt markante Gebäude in 3D-Optik auf der Karte abgebildet, was nicht selten aufgesetzt wirke und im schlimmsten Fall sogar für Verwirrung sorgen kann. Als Beispiel für diese 3D-Gebäude nennt der Testbericht das Becker Traffic Assist Z204. Der Nutzen des 3D-Features wiederum ist insgesamt umstritten. Unter anderem der ADAC hält die Entwicklung tendenziell für gefährlich, da sie das Potential in sich birgt, den Fahrer abzulenken.

Weitere Details zu den sechs Navis – darunter auch das Mio Moove Spirit V735 – bietet der Testbericht von „Chip Test&Kauf“, Ausgabe 9/2009.