In einem Test überprüfte die Zeitschrift „auto connect“, wie sich festeingebaute Navigations- und Infotainmentsysteme prominenter SUVs im Gelände schlagen. Die Enttäuschung war groß: Nur die Infotainment-Einheit RNS 510 von Volkswagen ist im Prinzip offroad-tauglich. Aber auch beim Navigations- und Handling-Test auf der Straße schnitt es von allen fünf Modellen mit der höchsten Punktzahl ab und wurde deshalb Testsieger.

Natürlich ist es manchmal ein bisschen Augenwischerei, einen SUV einen „Geländewagen“ zu nennen. Die meisten sind nur bedingt für Offroad-Fahrten konzipiert. Aber wenn dem Fahrer doch einmal die Lust auf Stock&Stein überkommen sollte, führt ihn dann das Navigationssystem sicher ans Ziel?
Voraussetzung für eine Offroad-Navigation ist die Möglichkeit, das Navi auf eine Wegpunkt-Navigation umzustellen, damit es sich entlang einer festgelegten Route zum Ziel hangeln kann. Nur die Infotainment-Einheit RNS 510, die Volkswagen in den Touareg eingebaut hat, erfüllt diese Voraussetzung ausreichend und erlaubt dadurch überhaupt im Prinzip eine Offroad-Navigation. Eine aus Koordinaten bestehende Route kann abgespeichert und danach abgefahren werden. Außerdem bietet das Navi passionierten Offroadern die Möglichkeit, wie ein klassisches (mobiles) Outdoor-Navigationssystem Routen aufzuzeichnen.

Die anderen Festeinbauten hingegen enttäuschten. Entweder boten sie nur das Nötigste (100 Wegpunkte beim Land Rover Freelander DVD Navigationssystem, 110 Geo-Koordinaten beim Toyota Land Cruiser DVD Navigationssystem), ließen dann aber den Fahrer nach der letzten digitalisierten Position im Stich. Das Subaru Forester Navigationssystem ermöglicht sogar nur eine einzige Ziel-Koordinate! Oder die Eingabe von Koordinaten funktionierte nur äußerst umständlich und mühsam (Audi MMI DVD Navigationssystem).

Also lieber zurück auf die Straße. Auch hier überzeugte das RNS 510 von VW - wie übrigens auch schon im Test von „Computer Bild“, in dem es Zweiter wurde (Probelesen hier, Testfazits). Es ist relativ günstig, bietet einen gut funktionierenden Touchscreen und ist über Wahltasten einfach zu bedienen. Vor allem die aufklappbaren Menüs schaffen Übersichtlichkeit, und wer will, kann das Navi sogar exzessiv konfigurieren. Lediglich mit der Geschwindigkeit haperts ein bisschen. Berechnungszeiten und Bildschirmaufbau könnten schneller sein.

Knapp geschlagen hinterließ das MMI-System von Audi den zweitbesten Eindruck. Zielführung, Bedienung und Darstellung sind top beziehungsweise sehr gut gelungen. Schwächen zeigte es bei der Eingabe von Zwischenzielen (umständlich) und durch seine Neigung, unnötige Umwege um kleinere Nebenstraßen vorzuschlagen. Leider war das MMI navitechnisch nicht mehr up to date. Komfortfeatures wie Spurassisten oder 3D-Modus gibt es nicht. Allerdings kam im Test noch die ältere Version zum Zug. Das neue MMI 2.0, das ab Ende 2009 erhältlich ist, macht dies besser (einen Testbericht zum MMI 2.0 im Vergleich mit dem BMW iDrive 2.0 finden Sie hier).

Während die Systeme von Land Rover und Toyota ebenfalls - mit kleinen Abstrichen - noch ein „sehr gut“ erhielten, wurde das Navigationssystem des Subaru nur als „befriedigend“ gewertet. Kein TMC, eine komplizierte Bedienung, die ohne Handbuchstudium unmöglich ist, sowie eine verwirrende akustische Zielführung gaben Minuspunkte. Leider, denn die optische Zielführung des Navis via Splitscreen ist sehr gelungen.

Alle Testfazits der fünf Festeinbau-Navis können Sie hier nachlesen.