Musikstreaming und Smartphones haben den Markt im Griff, MP3-Player im Gegenzug ausgedient. Das könnte man glauben, doch das stimmt nicht so ganz. Niedrige Preise sowie Sporttauglichkeit locken Kunden weiterhin an.

Wenig Tests: Käufer liefern Antworten

Im Gegensatz zu den High-Resolution-Playern sind klassische MP3-Player nicht mehr häufig Gegenstand von Testberichten. Suchen Sie eine verlässliche Quelle zur Produkteinschätzung, können Sie sich aktuell nur auf Nutzermeinungen stützen. Die Kundschaft legt den Fokus vor allem auf den Klang und schätzt diesen oft als „gut“ ein. Dennoch richtet sich das MP3-Format nicht an einen audiophilen Käuferkreis. Deshalb finden Sie in diesen Online-Rezensionen selten detaillierte Klangbeschreibungen, wie sie in Tests häufig vorkommen. Neben dem Klang ist die Frage nach der Größe des Ausstattungspakets von Belang: Sind zum Beispiel Bluetooth, Spritzwasserschutz oder Radio-Tuner an Bord? Wie lange hält der Akku durch? Grundsatz hier: Je mehr, desto besser. Letztes wichtiges Kaufkriterium ist die Bedienung: Hier verteilen die Nutzer mitunter Minuspunkte, denn es kommt vor, dass die Knöpfe etwas schwergängig reagieren oder Displays nicht gut zu lesen sind.

Victure M3 Klein, leicht und üppig ausgestattet: Der M3 von Victure punktet mit Bluetooth, FM-Radio und Farbdisplay. (Bildquelle: amazon.de)

Ausstattung: Immer häufiger viele praktische Extras

Im Bereich Ausstattung haben selbst die günstigen Exemplare ordentlich zugelegt. MP3-Player mit integriertem Bluetooth-Modul können Sie praktischerweise als Zuspieler für Bluetooth-Lautsprecher nutzen. Als nicht weniger praktisch erweisen sich integrierte Kartenleser, über die Sie mithilfe einer Speicherkarte (meist microSD) die Speicherkapazität erhöhen können. Radioempfänger sind sehr oft integriert, funktionieren aber nicht immer gut. Ein großer Vorteil der Player liegt in ihrer Kompaktheit: Sie sind klein, leicht und dadurch tragbar.

Smartphones vs. MP3-Player: Der Vorteil liegt in der Sporttauglichkeit

Vor Schweiß geschützte, teilweise sogar wasserdichte Außenhüllen spendieren die Hersteller, weil Sporttauglichkeit inzwischen viel zählt. Damit müssen Sie auch während eines Regengusses oder während schweißtreibender Sportübungen nicht auf Ihren MP3-Player verzichten. Einige Hersteller bieten wasserdichte Kombinationen aus Player und In-Ear-Kopfhörer an. Weil Smartphones teuer sind, setzt man sie beim Sport nicht leichtfertig aufs Spiel. Der durch einen Defekt verursachte Verlust eines günstigen MP3-Players belastet den Geldbeutel weitaus weniger. Dank ihrer kompakteren Größe sitzen sie zuverlässiger in der Hosentasche als Smartphones mit 5- bis 7-Zoll-Displays.

Akku: Die MP3-Dauerläufer schlagen Smartphones

Die kleinen Displays benötigen nicht so viel Akkuleistung, wie jenes Großbild, das man bei Smartphones antrifft. Viele MP3-Player halten entsprechend lange durch und bieten teilweise Laufzeiten von mehreren Tagen. Die lange Akkulaufzeit ist ein weiterer Grund für viele, das Handy zu Hause zu lassen. Nettes Feature: Die Player sind meist über Micro-USB aufladbar.

Unsere Bestenliste: MP3-Player mit langen Laufzeiten


Trekstor i.Beat Jump BT Sportlich: Trekstors i.Beat Jump BT richtet sich direkt an die lauffreudige Kundschaft und liefert einen Schrittzähler mit. (Bildquelle: amazon.de)

Bedienung: Mechanische Tasten und Farbdisplays

Im Gegensatz zu den meisten Smartphones bringen MP3-Spieler häufig mechanische Tasten mit, da sich diese z.B. beim Laufen besser erfühlen und bedienen lassen als Touch-Displays. Die Knöpfe haben den Nachteil, dass sie teilweise mehrfach belegt und recht klein sind. Käufer berichten zudem häufig von schwergängigen Bedienelementen und schlecht lesbaren Displays. Immerhin kommen die Displays inzwischen oft in Farbe und spielen sogar Videos ab.

Mehr Speicherkapazität: Bleibt die MP3 weiterhin das beliebteste Audio-Format?

Speicher haben sich in den letzten Jahren vergrößert. Daher sind Kapazitäten von 8 GB und mehr nicht selten. Positiver Nebeneffekt: Es steht mehr Platz für Audio-Formate mit größerer Bandbreite zur Verfügung. So kommt es vor, dass auch schon günstige Modelle Lossless-Dateien abspielen. Andererseits bringen Standard-MP3-Player, die diese Formate unterstützen, nicht die nötigen Bauteile oder -Elemente mit, um wirklich viel aus dem Hi-Res-Audio herauszuholen. Das können die darauf spezialisierten, aber deutlich teureren Hi-Res-Player besser. Die Praxis zeigt: Verdrängen konnten die hochauflösenden Audiodateien die nach wie vor beliebte MP3 nicht, damit werden auch klassische MP3-Player nicht einfach vom Markt verschwinden. Sie sollten trotzdem darauf achten, dass andere gängige Audioformate abgespielt werden, etwa WMA, WAV und OGG Vorbis.