High-Res-Player im Vergleich: Worauf legen die Tester Wert?

In Testberichten steht vor allem die Klangqualität im Fokus. Bestnoten gibt es, wenn sich die Wiedergabe sehr neutral sowie detailliert präsentiert und das Audiosignal unverfälscht an den Kopfhörer weitergeleitet wird. Die besten High-Res-Player zeichnen sich dadurch aus, dass sie hochaufgelöste und verlustfreie Musikdateien originalgetreu verarbeiten können und damit keine Nuancen verloren gehen. Das Lied soll grundsätzlich so klingen wie es ursprünglich im Studio produziert wurde. Manche preiswerteren High-Res-Audio-Player bieten weniger Leistung und müssen die zugespielten Musikdateien etwas herunterrechnen. Potentiell gehen damit Klangdetails verloren.

Pioneer  XDP-300R Der XDP-300R lässt sich dank Dual-SD-Slot mit besonders viel Speicherplatz nachrüsten. (Bildquelle: pioneer-audiovisual.eu)

Bei der Ausstattung zählt Flexibilität. Zum einen gehört ein potenter Akku mit Schnelladefunktion für eine gute Bewertung zur Grundausstattung, rund 15 Stunden Musikgenuss am Stück gelten bereits als gut. Zum anderen sollte der verbaute Verstärker genügend Leistung bieten, damit viele unterschiedliche Kopfhörer mit Musik versorgt werden können. Für ein Modell mit leistungsfähiger Ausgangsstufe, das prinzipiell für einen kräftigeren Klang bürgt, muss man tiefer in die Tasche greifen. Modelle aus der Unterklasse bieten weniger Leistung ab Werk und eignen sich beispielsweise nicht für hochohmige Kopfhörer. Wer am mobilen Player spart, kommt an einem externen Verstärker gegebenenfalls nicht vorbei.
Zu guter Letzt steht der Speicherplatz auf dem Prüfstand. Ab Werk bietet fast kein High-Res-Player genügend Platz für eine üppige Musiksammlung. Entscheidend ist, wie viel Gigabyte man per SD-Karte nachrüsten kann. Das Gefälle reicht hier von rund 128 bis 832 Gigabyte.
In Sachen Konnektivität verstehen sich die meisten Geräte auf das Streaming per WLAN und Bluetooth. Geräte sammeln Pluspunkten, wenn Bluetooth in Verbindung mit dem aptX-Standard geboten wird. Dieser ermöglicht kabelloses Musikhören in CD-Qualität.
Eine 3,5-Klinkenbuchse für Kopfhörer sowie Line-Ausgänge für den Anschluss an die HiFi-Anlage gehören zum Standardrepertoire. Eine 2,5-Klinkenbuchse für spezielle Kopfhörer wird von Testern positiv hervorgehoben.

Die Bedienung soll individuelle Klanganpassungen möglich machen und dabei nicht zu kompliziert sein. Verschachtelte Menüs und ein abgespeckter Equalizer werden abgestraft. Folgende Kriterien und Fragen werden zu Rate gezogen: Wie flüssig und stabil läuft die Software? Wie gut lesbar ist das Display? Wie komfortabel lässt sich Musik verwalten und wiedergeben?
Im Kern gibt es bei der Bedienung kein großes Qualitätsgefälle. Allein die Menge an Klangprofilen und Einstellungsmöglichkeiten, die zu jeder Zeit das Beste aus der Musik herausholen, trennt gute von schlechten Playern.

Klingt High-Res-Audio besser als herkömmliche Audio-Dateien?

Verlustfreie Audio-Formate wie WAV, FLAC oder DSD, aus dem Marketing auch als High-Res bekannt, haben gegenüber verlustbehafteten Dateien wie MP3 oder OGG einen entscheidenden Vorteil: Sie bilden Musik mit einer höheren Abtastrate und einer größeren Bittiefe ab. Im Wesentlichen umschreibt die Abtastrate, wie häufig ein Analogsignal pro Sekunde in ein digitales Signal umgewandelt wird. Je höher die Abtastrate in Kilohertz, umso detailreicher die Musik. Zum Vergleich: Bei CDs beträgt die Abtastraste rund 44,1 Kilohertz, bei DSD-Dateien sind dagegen bis zu 192 Kilohertz möglich.
Auch wenn am Ende das subjektive Gehör entscheidet, bürgt High-Res-Audio technisch bedingt für mehr Klangdetails und ein authentischeres Musikerlebnis.

Fiio X7 Der X7 stellt mit seinen passend erhältlichen Verstärkeraufsätzen eine Besonderheit dar. (Bildquelle: fiio-shop.de)

Worauf muss ich bei der Wahl des passenden Kopfhörers achten?

Bei der Wahl des Kopfhörers rückt die sogenannte Impedanz, auch als Widerstand bezeichnet, in den Vordergrund. Dieser Wert in Ohm beschreibt, wie leicht der Kopfhörer von einem Verstärker angetrieben werden kann. Bei Kopfhörern mit rund 16 bis 80 Ohm muss man sich kaum Gedanken machen. Sie werden problemlos von Smartphones und allen High-Res-Playern angetrieben. Bei mehr Ohm spricht man von hochohmigen Kopfhörern. Man findet sie vornehmlich in der teuren Oberklasse. Im Allgemeinen bürgt ein hoher Ohmwert für eine bessere Auflösung des Klangs. Wer seinen High-Res-Player mit derartigen Kopfhörern betreiben will, braucht ausreichend Verstärkerleistung. Bei einigen Playern ist ein potenter Verstärker bereits integriert. Ein Blick in das Datenblatt gibt darüber Auskunft, für welche Ohmwerte sich der Player eignet. Wer einen weniger kräftigen Player besitzt, muss optional zu einem Kopfhörer-Verstärker greifen.

Warum sind High-Res-Player so teuer?

Wer verlustfreie Formate mit hoher Abtastrate genießen möchte, braucht das nötige Kleingeld. Preiswertere MP3-Player beschränken sich in der Regel auf das Abspielen von komprimierten Formaten beziehungsweise Formate mit niedrigerer Abtastrate. Damit der Player hochaufgelöste Musik nativ wiedergeben kann, müssen Hersteller teure HiFi-Technik verbauen, die sonst nur bei stationären Geräten zum Einsatz kommt.
Überdies treiben klassische Ausstattungsmerkmale wie ein hoher Speicherplatz, ein Gehäuse aus Metall, ein langlebiger Akku sowie eine vielfältige Software den Kaufpreis in die Höhe.