top-test-4-standlautsprecherWer sich heutzutage für einen neuen Lautsprecher entscheidet, der profitiert vom harten Preiskampf und den verbesserten Messmethoden. Allerdings werden die Unterschiede zwischen den Modellen – das gilt vor allem für die teuren Boxen – immer subtiler. Mit Blick auf Raumausleuchtung, Zeitrichtigkeit und Plastizität sind sie dennoch vorhanden. So auch in einem Test der Zeitschrift „Stereo“, bei dem letztlich Dynaudio und Magnat die Nase vorn hatten.

In Sachen Technik hat sich bei der zierlichen Dynaudio Focus 220 II im Vergleich zur Vorgängerin, der Dnyaudio Focus 220, nicht sehr viel verändert. Die Chassis wurden nur im Detail überarbeitet, die Optimierung schlägt sich in einem verbesserten Wirkungsgrad und einer enormen Pegelfestigkeit nieder. Außerdem wurde die Bassreflexöffnung anders abgestimmt. Ansonsten hat man das stimmige Konzept der Focus-Reihe beibehalten: Die Verarbeitung ist sehr gut, das Single-Wire-Terminal erspart die Anschaffung eines Bi-Wiring-Adapters und hat klangliche Vorteile. Der Frequenzgang verläuft ausgeglichen und linear, die Sprungantwort ist sehr exakt und frei von Resonanzen. Die exzellent verarbeitete Quantum 1005 von Magnat hat keinen ausgewiesenen Vorgänger, auch wenn ihre Ausstattung an die Quantum 905 erinnert. Lediglich die Chassis wurden überarbeitet, außerdem hat sich der Hersteller bei der 1005 für eine hochwertige Innenverkabelung aus dem Hause Oehlbach entschieden. Bassreflexöffnung und Bi-Amping-Terminal sind mit der 905 identisch. Optisch hat sich deutlich mehr getan: Das neue Modell ist größer, die Seitenwangen sind echtholzfurniert. An die Stelle der aufgesetzten Schallwand sind Alueinfassungen für die Treiber getreten.

Im Hörtest erzeugt die Dynaudio Focus 220 II – obwohl es sich um die kleinste und leichteste Box dieses Vergleichs handelt – enorme Schubkraft und erstaunlichen Druck. Die Spieltugenden einer Dynaudio vergisst sie trotzdem nicht: Sie spielt „beschwingt und mitreißend“, gleichzeitig darf man sich auf eine „extrem große, greifbare und scharf umrissene“ Bühne freuen. Die Höhen sind brillant und offen, die Abstimmung homogen. Die Quantum 1005 von Magnat zaubert keine ganz so große Bühne in den Raum, spielt ansonsten aber ähnlich beschwingt. Beim Bass kann sie punkten: Der ist noch etwas konturierter und hat mehr Punch im Grundton. Vergleicht man sie mit der 905, dann spielt sie voluminöser und mit mehr Druck, bringt aber gleichzeitig noch mehr Ruhe und Kontrolle in die Abbildung. Die Mitten wirken etwas „cremiger“, der Hochton transparent und ohne jegliche Härte oder Schärfe. Letztlich – so das Fazit der Tester – liegen Dynaudio und Magnat mit ihren Boxen auf Augenhöhe, wobei die Dynaudio vor allem in den höheren, die Magnat eher in den unteren Lagen exzellent abbildet. Allrounder sind trotzdem beide und obendrein eine Empfehlung für alle, die ein Maximum an Details erwarten.

Wem es vor allem um eine detailgenaue Abbildung geht, der ist mit den Boxen von Dynaudio und von Magnat bestens beraten. Für Freunde der tendenziell eher rau abgemischten Pop- und Rockmusik lohnt der Blick zu den beiden anderen Kandidaten. Zum einen die eher rund und sonor klingende Monitor Audio GS 60, zum anderen die Wharfedale OPUS-2, die mit „fülligem Fundament, seidigem Glanz“ und einer homogenen Wiedergabe von Mitten und Höhen überzeugte.

Autor: Jens