Standlautsprecher: Punktsieg für Aviano 6

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top-test-3-standlautsprecher2Die Redaktion der „Audio“ hat drei Standlautsprecher unter 1000 Euro verglichen. Die Boxen mussten sich in den Disziplinen Neutralität, Detailtreue, Ortbarkeit, Räumlichkeit, Feindynamik, Maximalpegel, Bassqualität, Basstiefe und Verarbeitung behaupten. Auch wenn es bei allen Kandidaten viel Positives zu vermelden gibt, konnte kein Modell restlos überzeugen. Überraschenderweise reicht es für den günstigsten Lautsprecher zum Testsieg.

Im letzten Lautsprecher-Test zog Dali an Mordaunt-Short vorbei, diesmal ist es umgekehrt: Die Aviano 6 für 860 Euro siegt nach Punkten – allerdings nur knapp. Lob gibt es für die glänzenden Alu-Chassis und die praxisgerechten und robusten Bi-Wiring-Terminals, die sogenannten „Bullet-Plugs“. Hier lassen sich fast alle Kabel anschließen, von der blanken Strippe über Bananenstecker bis hin zu Gabelklemmen. Beim Hörtest punktet die Aviano 6 vor allem in Sachen Neutralität, Ortbarkeit und Räumlichkeit. Auch die Detailtreue gefällt. Sie spielt sehr diszipliniert und klingt trotzdem zu keinem Zeitpunkt langweilig. Will man dem etwas zurückhaltenden Bass unter die Arme greifen, dann empfiehlt sich eine wandnahe Aufstellung, auf jeden Fall aber ein sehr guter Verstärker. Leichte Abzüge gibt es außerdem für die Hochtonwiedergabe: Wo es dem Bass an „Kick“ fehlt, fehlt es in den Höhen an „Glamour“. Letztlich reicht es vor allem wegen der äußerst präzisen Abbildung zum Testsieg.

Die Lektor 6 von Dali setzt auf das 2,5- und nicht wie die größere Schwester auf das 3-Wege Prinzip. Um Steifigkeit und innere Dämpfung zu garantieren, hat man sich bei den Membranen der beiden Konus-Chassis für einen kunststoffbeschichteten Mix aus Pappe und Holzfaser entschieden, während beim Hochtöner eine 28 Zentimeter große Textilkalotte zum Einsatz kommt. Im Hörtest überzeugt die Dali mit großer Spielfreude und sehr gutem Timing, außerdem macht der Bass ordentlich Druck und liefert sehr konturierte Ergebnisse. Die Höhen wiederum beschreibt man als „luftig und offen“. In den Mitten ist die Lektor nicht ganz so präsent, so dass Stimmen auf der imaginären Hörbühne etwas weiter nach hinten rückten. Bei anspruchsvollen Aufnahmen vermisst man Neutralität und Detailtreue: So klingt das gesunene „A“ eines klassischen Stücks eher wie ein „O“. Als Allround-Talent entpuppt sich die Dali insofern nicht, ihre Stärken liegen eher in der Wiedergabe von Pop- und Jazz-Musik.

Der zurückhaltende Bass der ansonsten sehr präzisen Mordaunt-Short erfordert einen standfesten Verstärker, während man bei der Pop- und Party-tauglichen Dali schon mit einem Verstärker wie dem Denon PMA 510 handfeste Ergebnisse erzielt.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

Autor: Jens