Lautsprecher: Vier Soundbars, Highlight von Canton

In Sachen Design spielt ein Flachbildschirm ganz vorne mit, beim Sound sieht das leider nicht ganz so gut aus: Den schlanken Geräten fehlt es an Volumen und damit an Aussagekraft. Natürlich kann man dem Fernseher mit einer echten Surround-Anlage unter die Arme greifen, deutlich eleganter ist aber die kompakte Lösung in Form eines Soundbars. Die Zeitschrift „Stereoplay“ hat fünf Boxen getestet, als Ersatz für ein vollwertiges 5.1-System empfehlen sich nur zwei Modelle.

Um den Raumklang zu simulieren, setzen die Hersteller auf verschiedene Technologien. So hat Yamaha HiFi seinen Soundprojektor mit 40 Breitbändern ausgestattet, die über eine raffinierte Elektronik zeitversetzt angesteuert werden und die Schallwellen gebündelt in beliebige Richtungen abstrahlen. Dabei nutzt der YSP-4000 die Reflexionen der Wände im Raum. Unterstützt werden die 40 Lautsprecher durch 40 digitale Endstufen mit jeweils zwei Watt, für die beiden außen sitzenden Tieftöner sind zwei 20-Watt-Endstufen zuständig. Ein Einmess-System stimmt den YSP-4000 automatisch auf den Hörplatz ab, manuelle Feinjustagen sind ebenfalls möglich. Der Soundprojektor ist außerdem mit einem UKW-Tuner und mit einem Upscaler für analoge Videoquellen ausgestattet. Er decodiert Dolby Digital und DTS-Ton, verarbeitet PCM-5.1-Ton über HDMI, unterstützt allerdings keinen Bitstream-HD-Ton. Die Tonqualität bei Surround-Signalen fand man beeindruckend, Stimmen wurden sauber und unverzerrt wiedergegeben. Die Box schaffte es sogar, auf mehreren Sitzplätzen eine glaubwürdige Raumabbildung mit ortbaren Rear-Effekten zu simulieren. Bei einem insgesamt als eindrucksvoll zu bezeichnenden, präzisen und dynamischen Klang, vermisste die Redaktion lediglich tiefe Bässe. Hier empfiehlt sich Unterstützung durch einen externen Subwoofer.

Auch ohne zusätzlichen Subwoofer zeigte die DM 90 von Canton große Spielfreude: Das 350 Watt starke 2.1-System simuliert über zwei außen sitzende Koaxialtreiber und einen zentralen Hochtöner fünf Lautsprecher. Für den Bassbereich sind vier Treiber mit einem Durchmesser von jeweils elf Zentimetern zuständig. Über drei analoge und zwei digitale Eingänge werden PCM, Dolby Digital und DTS verarbeitet, mit den neuen HD-Tonformaten von der Blu-Ray ist die Soundbar allerdings nicht kompatibel. Im Surround-Betrieb gelang eine überzeugende Ortung, wobei alle simulierten Kanäle sehr ausgewogen und homogen wirkten. Begeistert zeigt man sich vor allem vom mächtigen Tiefbass, der selbst bei hoher Lautstärke ordentlich Druck erzeugte. Gleichzeitig war die Stimmwiedergabe klar und fein artikuliert.

In Relation zur Größe überzeugte vor allem die DM 90 von Canton mit einer hervorragenden Klangleistung. Mit 82 von 100 Punkten sichert sie sich den Testsieg. Auf dem zweiten Platz (73 Punkte) landet die YSP-4000 von Yamaha, allerdings sollte man dem System mit einem guten Subwoofer unter die Arme greifen. Auch die übrigen Kandidaten boten keine wirklich schlechte Vorstellung, sie empfehlen sich aber nur für kleinere Wohnzimmer und dezente Lautstärken.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

Autor: Jens