Lautsprecher: Technische Grundlagen

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ratgeber_lautsprecher_jUm herauszufinden, wie ein Lautsprecher klingt oder besser: wie er daheim klingen könnte, sollte man das gewünschte Modell vor dem Kauf unbedingt Probe hören. Dabei ist es ratsam, eine ähnliche Signalquelle wie die eigene und – sofern möglich – einen vergleichbaren Klangraum zu wählen. Wichtig sind außerdem die technischen Spezifikationen der Hersteller.

Belastbarkeit

Die Belastbarkeit oder Watt-Angabe eines Lautsprechers – hier ist die RMS-Leistung oder Nennbelastbarkeit, nicht die Maximalleistung entscheidend - sollte der Leistung des Verstärkers oder Receivers entsprechen. Hat der Verstärker deutlich mehr Leistung als die Lautsprecher vertragen und wird die Lautstärke zu hoch gedreht, dann können die Chassis Schaden nehmen. Umgekehrt kann es bei einem Verstärker mit zu wenig Leistung, der immer bis zum Anschlag aufgedreht werden muss, zu sogenannten Clipping-Effekten kommen. Diese Clipping-Effekte sind besonders gefährlich, denn sie können den Hochtöner zerstören und werden meist erst dann bemerkt, wenn es schon zu spät ist. Im Gegenzug kündigen sich die Effekte der Mehrleistung schon im Vorfeld durch starke Verzerrungen im Bassbereich an und lassen sich insofern besser vermeiden. Kurzum: Der Verstärker oder Receiver sollte im Verhältnis zu den Lautsprechern eher zu viel als zu wenig Leistung haben.

Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad oder Schalldruckpegel gibt an, wie laut eine Box tatsächlich spielt. Er wird in einem Meter Entfernung/ bei einem Watt Eingangsleistung gemessen. Der Wirkungsgrad bezieht sich auf das Verhältnis von elektrischer und akustischer Leistung. Je höher der Dezibel-Wert, desto lauter die Boxen. Demzufolge erreichen Lautsprecher mit einem hohen Wirkungsgrad auch an „kleinen“ Verstärkern hohe Lautstärken, während man für Lautsprecher mit niedrigem Wirkungsgrad einen potenteren Verstärker braucht.

Impedanz

Die Impedanz bezieht sich auf den elektrischen Widerstand der Box und liegt üblicherweise zwischen vier und acht Ohm. Dieser Wert gibt an, wieviel Energie der Verstärker aufbringen muss, um der Box Töne zu entlocken. Die Lautsprecher-Impedanz sollte im Idealfall dem Widerstand des Verstärkers/ Receivers entsprechen oder etwas höher sein. Hat der Verstärker beispielsweise eine Ausgangsimpedanz von acht Ohm und wird an einen Lautsprecher mit einer Impedanz von zwei Ohm angeschlossen, dann wird der Verstärker zu stark belastet und kann Schaden nehmen. Auch die Boxen können bei einer solchen Konstellation beschädigt werden. Insofern haben Verstärker mit einer niedrigen Ausgangsimpedanz durchaus Vorteile, denn sie eignen sich auch für Lautsprecher mit einer Impedanz von zwei oder vier Ohm.

Frequenzbereich

Der Frequenzbereich gibt an, welche Frequenzen ein Lautsprecher wiedergeben kann. Im Idealfall decken Lautsprecher den gesamten Bereich ab, den das menschliche Gehör wahrnehmen kann, beginnend bei 20 Hertz bis hoch zu 20000 Hertz. Bei Mehrweg-Lautsprechersystemen – also 2- oder 3-Wege-Boxen – werden die Frequenzen mit einer Frequenzweiche in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Auf diese Weise werden die Chassis für Tief-, Hoch- oder Mitteltonbereich mit den jeweils optimalen Frequenzbereichen versorgt.

Es wurde schon angedeutet: Die technischen Spezifikationen sind wichtig, letzten Endes verraten sie aber nicht, wie die Lautsprecher im Wohnzimmer und an der eigenen Anlage klingen. Im Idealfall leiht man sich die Boxen also im Fachgeschäft aus und hört sie zu Hause Probe. Oder man entscheidet sich vor Ort für ein aufeinander abgestimmtes System. Leider bleiben die akustischen Besonderheiten der Umgebung bei letztgenannter Methode außen vor.

Autor: Jens