Lautsprecher: Standboxen - Highlight von KEF

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Ein Standlautsprecher hat zwei wesentliche Vorteile: Zum einen bieten die Boxen einen souveränen Bass, zum anderen lässt sich mit ihnen auch ein größerer Raum ausreichend beschallen. Leider sind Modelle mit guten Membranflächen und entsprechendem Volumen ziemlich teuer. Die Zeitschrift „Stereoplay“ hat fünf Lautsprecher zwischen 600 und 800 Euro getestet und erklärt, ob die Basismodelle der Markenanhersteller auch für gehobene Ansprüche taugen.

Auf dem ersten Platz landet die Metas 500 von Heco. Im Vergleich zu hochwertigen Baureihen muss man bei der Metas vor allem auf Verarbeitungsdetails wie Echtholz, Klavierlack und Reflexrohre aus Metall verzichten. Auch die Chassis und Frequenzweichen erreichen nicht die Qualität ihrer teureren Kollegen, liegen aber trotzdem auf hohem Niveau. Das Gehäuse soll sehr steif sein und ist mit Holznachbildungen verkleidet. Für diese Klasse ungewohnt aufwendig fand man das großzügige Anschlussterminal inklusive praktischer Ortsanpassung im Hochtonbereich. Die Chassis selbst wurden mit massiven Druckgusskörben und klassischen Papiermembranen ausgestattet. Die Box arbeitet nach dem zweienhalb-Wege-Prinzip, bei dem einer der Basstreiber auch die Mitten übernimmt. Im Bassbereich muss sich die Heco nach Meinung der Redaktion nicht vor weitaus teureren Boxen verstecken, während Stimmen gleichzeitig sanft, relativ warm und trotzdem temperamentvoll dargestellt wurden. Berücksichtigt man neben dem ordentlichen Klang auch die ausgezeichnete Verarbeitung reicht es für die Metas 500 mit 65 Punkten zum Testsieg.

Das eigentliche Highlight kommt allerdings von einem anderen Hersteller. So besitzt die iQ 50 von KEF die geringsten Abmessungen, bietet dafür aber ein Gehäuse mit ausgeprägten seitlichen Rundungen. Das hat nicht nur optische, sondern – wie sich später auch im Hörtest zeigte – eine Reihe mechanischer Vorteile. Durch die Rundungen ist die Box deutlich steifer, das Gehäuse hat dadurch kaum Einfluss auf den Gesamtklang des Lautsprechers. Wie schon in der Vorgängerin, der iQ 5, kommt in der iQ50 außerdem ein Uni-Q-Koax zum Einsatz, eine Kombination aus Hochtonkalotte und Tieftöner. Für das neue Modell hat man diesen Koax noch einmal verbessert, er klingt deutlich homogener und feinfühliger. Begeistert war man vor allem von der Spielfreude der iQ 50, die auch bei dynamischen Stücken große Hingabe und Leichtigkeit zeigte. Im Vergleich zum Testsieger klingt die Box vielleicht nicht ganz so druckvoll, in Sachen Feinauflösung konnte ihr aber diesmal niemand das Wasser reichen.

Tatsächlich gibt es schon für relativ kleines Geld gute Ergebnisse. Die Eingangsfrage, ob sich die preiswerten Basismodelle im Prinzip auch für gehobene Ansprüche eignen, kann die Redaktion der Steroplay bis auf eine Ausnahme (Mission M35i) eindeutig mit „ja“ beantworten.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

Autor: Jens