Lautsprecher: Sieg für die wuchtige Dali

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top-test-3-standlautsprecher1Schon optisch trennen die drei von der Zeitschrift „Audio“ getesteten Standlautsprecher Welten: Im Vergleich zur Box von Dali, die mit ihren wuchtigen Proportionen und dem klassischen Design eher an ein Modell aus den 80er Jahren erinnert, wirken die Konkurrenten von Heco und von Mordaunt-Short richtig stylisch. Obendrein trägt die Dali im Bass etwas auf. Zum Gesamtsieg reicht es trotzdem.

Bei der LEKTOR 8 von Dali handelt es sich um eine echte 3-Wege-Box mit verschieden großen Chassis, darunter zwei 20-Zentimeter-Tieftöner. An der Vorderseite wurde eine üppige Reflexöffnung integriert, ein zweites Reflexrohr sitzt an der Rückseite. Die Mündungen hat man abgerundet, um etwaige Strömungsgeräusche zu vermeiden. Bei den Konus-Membranen der Mittel- und Tieftöner hat sich der Hersteller für beschichtete und mit Holzfasern versteifte Pappe entschieden, während im Hochtonbereich eine 28 Millimeter-Gewebekalotte zum Einsatz kommt. Im Hörtest konnte die Dali zunächst nicht wirklich überzeugen, stellt die Bassdrum des eingespielten Eagles-Titels (Hotel California) doch ziemliche Anforderungen an eine Box. Die Dali trug hier etwas auf und war nicht weit vom Brummen entfernt, empfiehlt sich also in erster Linie für große Räume. In mittelgroßen Räumen sollte die Box nur dann aufgestellt werden, wenn ausreichend Luft vorhanden ist und keine „Dröhngefahr“ besteht. Dann allerdings ist der Klang ausgezeichnet: Die Dali schafft eine beachtliche Bühne und punktet mit „äußerst natürlichen Klangfarben“. Feindynamik, Detailauflösung und Räumlichkeit sind ebenfalls hervorragend, so dass es mit 80 Punkten zum Testsieg reicht.

Platz zwei geht an den Standlautsprecher von Heco. Die Celan XT 501 ist trotz normaler Proportionen sogar etwas schwerer als die LEKTOR 8. Das liegt am sechseckigen Gehäuse und an den Seitenwänden, die sich nach vorn und nach hinten verjüngen. Mit dieser Konstruktion will man die Gefahr stehender Wellen auf ein Minimum reduzieren. Gleichzeitig wirkt die XT 501 durch ihre sechseckige Form besonders elegant. Im Gegensatz zur Dali setzt Heco auf zwei gleichgroße Tief-/Mitteltöner und auf einen 2,5 Millimeter-Kalottenhochtöner. Das Finish ist für diese Klasse sehr hochwertig, der Kunde kann zwischen Klavierlack und Echtholz-Furnier wählen. Im Hörtest fand man den Bass – trotz solidem Fundament - eher zurückhaltend. Die imaginäre Bühne war nicht ganz so groß wie bei der Mezzo 6 von Mordaunt-Short, dafür spielt die Celan XT 501 neutraler. Auch Farbigkeit und Spielfreude gefielen einen Tick besser als bei der Mezzo 6, so dass sich zu guter Letzt ein knapper Vorsprung zur Konkurrenz aus England ergibt.

Wer mächtige Bässe liebt und ein großes Zimmer beschallen will, der liegt mit der LEKTOR 8 von Dali goldrichtig. Für kleine Räume empfiehlt sich eher der Blick zur Heco oder zur Mordaunt-Short.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

Autor: Jens