Vorverstärker: Sieben Vorstufen, vier Highlights

top-test-7-phonovorstufen_2Nicht jeder Vinylfreund kann auf den Phonoeingang seines Verstärkers vertrauen: Oft setzen die Hersteller Notschaltungen ein oder lassen den Eingang komplett weg. Dann bleibt nur der Griff zur Phonovorstufe: Mit ihr hilft man seinem Plattenspieler auch ohne Phonoeingang auf die Sprünge. Die Zeitschrift „Stereo“ hat sieben Geräte auf Klang, Messwerte, Praxis und Wertigkeit geprüft und vergibt gleich vier mal das Prädikat „Highlight“.

Einsteiger sind mit dem Musical Fidelity V-LPS gut beraten. Zwar kann man bei dem rund 165 Euro teuren Gerät nicht den Eingangswiderstand verändern oder die Verstärkung optimieren, dafür sind die Werte für Eingangskapazität und – widerstand bei MM perfekt gewählt. Im Test führte das zu einem sehr ausgeglichen Frequenzgang. Im MC-Betrieb zeigte sich zwar ein niedriges Rauschen, doch auch hier fand man den Klang recht ausgewogen und warm.

Auf höherem Niveau spielten der Moon LP 3 von Simaudio und der Dino Mk2 von Trichord Research. Beide wechseln für 500 Euro den Besitzer. Beim Moon entdeckt man von außen zunächst keine Anpass- und Umschaltmöglichkeiten, erst ein Blick ins Innere lässt erkennen: Verstärkung, Eingangskapazität- und widerstand lassen sich – etwas umständlich - über den Austausch von Steckbrücken verändern. Dabei stehen jeweils zwei Werte zur Auswahl. Im Hörtest gefiel vor allem die Fähigkeit des Moon zur Feinarbeit. So wurden Orchester sehr weiträumig dargestellt, während gleichzeitig viel Luft zwischen den Instrumenten blieb. Für Klassikfans ist der Moon LP3 nach Aussage der Redaktion damit die bessere Wahl.

Pop- und Jazz-Fans allerdings werden mit dem Dino Mk2 glücklicher, denn der vermittelte mehr Druck im Bass und im Grundton und wirkte dadurch souveräner. Verstärkung und Eingangswerte werden bei diesem Gerät über zwei DIP-Schalter an der Unterseite angepasst. Intern ist die Spannung recht aufwendig geregelt, trotzdem bietet der Hersteller neben dem externen Standard-Ringkerntrafo (45 VA) noch zwei weitere Netzteile an. Und mit den kräftigen Transistoren und der diskret aufgebauten Stabilisierung des NC klang der Dino Mk2 noch um einiges beeindruckender, punktet mit einem Höchstmaß an Feininformationen und einer ausgesprochen räumlichen Darstellung. Ähnliche Ergebnisse bringen nach Meinung der Tester ansonsten nur wesentlich teurere Geräte zustande. Für das optionale Netzteil NC werden allerdings noch einmal 550 Euro fällig.

Je nach Anspruch und Geldbeutel ist hier für jeden etwas dabei: Einsteiger greifen zum V-LPS, anspruchsvollere Gemüter zum Moon LP 3 oder zum Dino Mk2. Und wer keine Kompromisse in Sachen Klangqualität machen will, der ist mit dem Dino Mk2 in Kombination mit dem optionalen Trafo NC optimal beraten.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

Autor: Jens