Vollverstärker: Zwei Klassen, zwei Gewinner

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top-test-2-vollverstarker1Die Zeitschrift „Stereo“ hat zwei Vollverstärker von Krell und von NAD getestet – und zeigt sich begeistert: Beide Geräte haben in ihrer Klasse das Zeug zum Preis-/Leistungsschlager. Während der Krell mit reichlich Kraft und üppiger Ausstattung punktet, gefallen beim neuen C-Klasse-Vollverstärker von NAD vor allem die vielen Detailverbesserungen.

Der Vorgänger des C 326 BEE, der C 325 BEE, wurde schon vor rund fünf Jahren getestet. Seither galt er in seiner Preisklasse als Referenzgerät. Umso gespannter war die Redaktion auf den Nachfolger. Der C326 BEE präsentiert sich wie sein Vorgänger in einem dunkelgrauen Gehäuse, auf Wunsch ist er auch in Titan erhältlich. Die Vorderseite wurde mit einer abgesetzten Leiste aufgepeppt. Das war dann aber auch schon die offensichtlichste Neuerung, alle übrigen Veränderungen gehen mehr ins Detail. Insgesamt wurden elf Punkte überarbeitet. Dabei ging es vorrangig um die Beseitigung beziehungsweise die Reduzierung von Verzerrungen. So hat man die Hauptplatine komplett neu gestaltet, teilweise sind ganze Baugruppen von A nach B gewandert. Die Auftrennung in Vor- und Endstufe ist beim neuen Modell passé, alles sitzt nun auf einem Board. Dadurch verkürzen sich die Signalwege, was letztlich zu einer Effizienzsteigerung führt. Wenig Veränderungen hat die Anschlusspalette erfahren. Hier stehen nach wie vor acht Anschlüsse bereit. Mit an Bord sind außerdem zwei Subwoofer-Ausgänge und eine auftrennbare Vor-Endstufen-Sektion. An der Qualität der vergoldeten Buchsen gibt es nichts zu bemängeln. Und am Klang schon gar nicht: Offenbar hat sich das Tuning gelohnt, denn der C326 BEE übertrifft seinen Vorgänger in Kraft, Dynamik, Neutralität und Spielfluss. Der NAD reagiert „zackig und nuanciert“ und wirkt dadurch stärker, als man ihm mit seinen 60 Watt pro Kanal zugetraut hätte.

Krell ist mit dem S-300i vertreten. Der Vollverstärker geht für 2750 Euro in den Handel und zählt trotzdem zu den günstigen Geräten der exklusiven Produktpalette. Bei den Schaltungen lässt sich der High-End-Hersteller nicht lumpen: So besitzt das Gerät einen vollständig symmetrisch aufgebauten Signalweg. Das erkennt man auch an der Rückseite, denn beim ersten der fünf Hochpegeleingänge handelt es sich um ein XLR-Buchsenpaar. Bei einem Blick ins Innere erkennt der Experte, dass man sich für zwei Mono-Vollverstärker entschieden hat. Zwischen den beiden Verstärker-Sektionen thront ein wuchtiger Ringkerntrafo. Die Gehäuseverarbeitung ist ebenfalls sehr aufwendig. So besteht die Hülle komplett aus Metall. Das in die Alufront eingelassene Display lässt sich ausgezeichnet ablesen und weckt Erinnerungen an den großen FBI. Alle Quelleingänge des S 300i können frei betitelt werden, außerdem kann man eine individuelle Pegelanpassung programmieren. Neben einem Pre-Out zum Ansteuern einer zweiten Endstufe ist auch eine Schnittstelle für den iPod mit an Bord, über die der Apple-Player nicht nur geladen wird, sondern mittels Verstärker-Fernbedienung auch gesteuert werden kann. Im Hörraum stellte man fest, dass der Amp die „klassischen Krell-Pfade“ verlässt. Er hat wenig gemein mit dem hellen, durchscheinenden Charakter seiner Verwandschaft. Die Redaktion spricht von einem vollmundigen Klang und einer vergleichsweise kompakten Abbildung. Zwar ist die Wiedergabe füllig, dennoch sehr natürlich und greifbar – und vor allem stets voller Energie.

Der NAD erreicht ein Klang-Niveau von 43 Prozent bei einem „überragenden“ Preis-/Leistungsverhältnis. Der Krell schafft einen Stern weniger und damit immer noch ein „exzellentes“ Verhältnis von Preis- und Leistung. In Sachen Klang liegt das Gerät bei 82 Prozent.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

Autor: Jens