Vollverstärker: Moon hat das größte Klangpotential

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top-test-5-verstarkerBei Verstärkern um die 1000 Euro ist das Budget schon etwas großzügiger bemessen, so dass immer mehr eigenständige Geräte entwickelt werden, die sich in Klang und Ausstattung voneinander unterscheiden. Die Zeitschrift „Stereoplay“ hat fünf von ihnen auf den Prüfstand geholt, um die Unterschiede genauer zu beleuchten: Das größte Klangpotential bescheinigt man dem Modell von Simaudio.

Beim MOON i.5 für 1100 Euro handelt es sich um den günstigsten Vollverstärker des kanadischen Herstellers Simaudio. Das Innenleben überzeugt mit vergoldeten Leiterbahnen und ist „blitzsauber“ aufgebaut. Das Gerät lässt sich dank hochwertigem Alps-Motorpotentiometer für die Lautstärkeregelung und Halbleiter-ICs für die Eingangswahl vollständig mit der Fernbedienung steuern. Ein üppiger Ringkerntrafo und „ordentliche“ Sieb-Elkos liefern ausreichend Strom für den Mix aus Einzeltransistoren und bipolaren Leistungstransistoren. Auf einen Phonoeinang und einen Ausgang für Aufnahmegeräte muss man beim MOON verzichten, immerhin wurde an der Vorderseite eine 3,5 Millimeter-Klinkenbuchse für mobile Abspielgeräte integriert. Beim Zuspieler hat man sich für den Linn Klimax DS mit Dynamik-Upgrade entschieden, vom Ergebnis zeigt sich die Redaktion beeindruckt: Der Verstärker spielt „engagiert“ und dennoch „feinfühlig“. So gelingt dem MOON eine große Abbildung, trotzdem werden bei der Instrumentenwiedergabe keine Details verschluckt. Die räumliche Darstellung wirkt dadurch sehr realistisch. Die Höhenwiedergabe überzeugt mit „Glanzlichtern“, wirkt aber nicht zu hell. Das Klangbild blieb auch bei hohem Pegel stabil, so dass es mit 68 Punkten letztlich zum Testsieg reicht.

Vinyl-Fans, die nicht auf einen Phono-Eingang verzichten wollen, sind mit dem Arcam A 28 besser beraten. Dessen Ausstattung ist nicht nur sinnvoll, sondern obendrein komfortabel. So steht ein umfangreiches Menü bereit, mit dem sich die Vorpegelung der einzelnen Eingänge variieren lässt. Der Arcam ist außerdem in der Lage, eine andere Quelle als die gerade gehörte aufzunehmen und besitzt einen Vorverstärkerausgang. Im Vergleich zum Vorgänger A 70 kommt ein größerer Ringkerntrafo zum Einsatz, während man bei der Gegentaktendstufe nach wie vor auf vierbeinige Sanken-Halbleiter setzt. Das Gehäuse und kritische Bauteile sind bedämpft: Um die Elkos liegen Gummiringe, obendrein findet sich Antiresonanz-Schaumstoff an den Spulen und am Ausgangsrelais. Innen am Deckel klebt eine abschirmende Textilfolie, außerdem sorgen Ferrit-Plättchen auf einzelnen ICs für eine Hochfrequenz-Dämpfung. Im Hörraum bliebt der Arcam trotz sattem Bass völlig stabil. Er ist in der Lage, große Räume abzubilden und die Instrumente klar voneinander abzugrenzen. Feinste Nuancen und die exakte Ortung einzelner Instrumente gelingen ihm nicht ganz so gut. Wer mit diesem „dezent kühlen Klang“ leben kann, liegt mit dem Arcam sicher nicht daneben.

Der MOON macht das Rennen beim Klang, der Arcam kann sich dank sinnvoller Ausstattung in der Praxis behaupten. Übrigens: Will man nicht nur seinen Plattenspieler, sondern auch das USB-Gerät oder den Computer verstärken, dann lohnt ein Blick zum Pioneer.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

Autor: Jens