Dem Siegeszug der Mehrkanalsysteme zum Trotz: Bei der Musikwiedergabe setzen ambitionierte HiFi-Fans auf Stereo-Verstärker, denn für gewöhnlich bieten Stereo-Verstärker bessere Bauteile als ähnlich teure Surround-Receiver. Je nach Art der Verstärkung unterscheidet man Röhrenverstärker und Transistorverstärker, wobei Transistoren heutzutage Standard sind. Was zeichnet Transistorverstärker aus?

Die Alternative zur Röhre

Ein Verstärker empfängt und verarbeitet die Signale einer Audio-Quelle. Zunächst werden die niedrigen Spannungen in höhere Spannungen gewandelt, erst dann gelangen die Signale zu den Lautsprechern. Die Spannungs- und Stromverstärkung übernehmen aktive Bauelemente, also elektronische Komponenten in Form von Röhren oder Transistoren. Röhren nutzt man seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, Transistoren seit den 60er Jahren. Mittlerweile wird der Markt von Transistorverstärkern dominiert, denn Transistoren liefern mehr Leistung, werden kaum heiß, sind weniger störanfällig und längst nicht so teuer wie Elektronikröhren. Weil Röhrenverstärker weniger Leistung abgeben, sind Lautsprecher mit hohem Kennschalldruck nahezu unerlässlich. Auch die Impedanz der Boxen ist entscheidend, sie sollte beim Betrieb an einem Röhrenverstärker konstant hoch sein. Schwankt die Impedanz, kann es zu Verfärbungen und Pegelsprüngen kommen.

Auch für niederohmige Boxen

Kombiniert man einen Röhrenverstärker mit passenden Lautsprechern, ist das Ergebnis durchaus überzeugend. Mehr noch: Nach Meinung vieler HiFi-Fans klingen Röhrenverstärker „wärmer“ als Transistorverstärker – vom optischen Charme der Glaskolben ganz zu schweigen. Allerdings ist die Lebensdauer begrenzt, außerdem verändern Röhren im Laufe der Zeit ihren Charakter und brauchen nach dem Einschalten des Verstärkers eine Weile, bis sie auf akustisch optimaler Temperatur sind. Was die Wahl der Lautsprecher betrifft, sind Transistorverstärker weniger kritisch. Mit ihnen kann man auch niederohmige Boxen problemlos betreiben. Zudem sind Transistoren sehr platzsparend, vor allem dann, wenn es sich nicht um diskret angeordnete Elemente, also um einzelne Transistoren in separaten Gehäusen, sondern – wie bei einem Operationsverstärker – um integrierte Schaltkreise mit mehreren Transistoren auf einem Chip handelt.