Wer einen Verstärker für seine HiFi-Anlage sucht, der sollte die Leistungsangaben vergleichen. Hier unterscheidet man die Nennleistung, die Sinusleistung und die Spitzenleistung. Auch Klirrfaktor, Wirkungsgrad und Ausgangsimpedanz sind wichtige Kennwerte. Obendrein werden die Geräte in verschiedene Klassen aufgeteilt, also Klasse-A, Klasse-B, Klasse-AB oder Klasse-D. Was hat es mit diesen Angaben auf sich?

Leistungsangaben

Je nach Signalart unterscheidet man Nennleistung, Sinusleistung und Spitzenleistung eines Verstärkers. Die Nennleistung erfasst die effektive Leistung über den kompletten Frequenzbereich von 20 bis 20000 Hertz und wird in RMS (Root Mean Square) angegeben. Der RMS-Wert lässt also eine Aussage über die durchschnittliche Leistung des Verstärkers zu. Die Sinusleistung ist etwas höher als die Nennleistung, denn sie wird bei einem Sinus-Dauerton von einem Kilohertz gemessen. Man ermittelt sie, um den Übertragungsbereich und die nichtlinearen Verzerrungen (Klirrfaktor) des Verstärkers zu testen. Hochwertige Verstärker müssen laut DIN einen Sinus-Dauerton von einem Kilohertz über zehn Minuten abgeben können, ohne dass der Klirrfaktor 1% überschreitet. Mit der Spitzenleistung bezieht man sich auf die maximale Leistung, die der Verstärker über einen kurzen Zeitraum (meist 10 Millisekunden) an die Lautsprecher abgeben kann - ein theoretischer Wert, denn weder Netzteil noch Verstärker können diese Leistung für längere Zeit aufrechterhalten. Spricht man hingegen vom Wirkungsgrad eines Verstärkers, dann meint man das Verhältnis von zugeführter und abgegebener Leistung. Wichtig ist auch die Ausgangsimpedanz, also der Widerstand am Ausgang des Verstärkers, der an den Eingangswiderstand der angeschlossenen Lautsprecher angepasst werden muss. Dabei sollte die Eingangsimpedanz der Lautsprecher der Ausgangsimpedanz des Verstärkers entsprechen oder etwas höher sein.

Verstärkerklassen

Abhängig vom Schaltungskonzept werden Verstärker in verschiedene Klassen aufgeteilt. Die einzelnen Verstärker-Klassen sind mit Buchstaben gekennzeichnet. So arbeiten Verstärker der Klasse A mit einem einzelnen Bauteil in der Endstufe. In solchen Eintakt-Endstufen findet die Verstärkung über den gesamten Ein- und Ausgangsspannungsbereich linear statt. Gleichzeitig ist der Wirkungsgrad bei einem Verstärker der Klasse A vergleichsweise gering. Verstärker der Klasse B nutzen zwei aktive Bauteile in einer Brückenschaltung. Die Linearität dieser Gegentaktverstärker ist schlechter, dafür ist der Wirkungsgrad deutlich höher als bei einem Class-A-Verstärker. Am häufigsten verbreitet sind Verstärker der Klasse AB, die zwar eintaktmäßig angesteuert werden, allerdings mit einer symmetrischen Spannungsversorgung arbeiten. Class-AB-Verstärker sind effizienter als Verstärker der Klasse A und zeigen eine sehr lineare Verstärkung, sind also ein gelungener Kompromiss aus beiden Klassen. Handelt es sich um einen Verstärker mit Class-D-Schaltung, dann spricht man gemeinhin von einem Digitalverstärker. Im Prinzip ist dieser Begriff nicht korrekt, denn fast alle Class-D-Verstärker sind analog aufgebaut. Verstärker der D-Klasse haben einen sehr hohen Wirkungsgrad, einen niedrigen Klirrfaktor und brauchen wenig Strom.