Kopfhörer: Denon schiebt sich an die Spitze

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top-test-6-kopfhorerIn diesem Test der „Stereo“ standen sich drei klassische, passive Kopfhörer und drei weitere mit aktiver Lärmkompensation gegenüber – alle sechs von Denon, JVC und Sony. Klanglich liegen die klassischen Konstruktionen auf höherem Niveau, hier kann sich vor allem das Flagschiff von Denon behaupten. Doch auch die Lärmkompensationshörer werden ihrer Aufgabe gerecht, wobei man das Modell von Sony besonders lobt.

Beim MDR-NC500D setzt Sony vollständig auf digitale Technik: Zunächst wird das über Kabel empfangene Tonsignal durch einen A/D-Wandler geschickt. Der komplette Schall - das heißt die Musik inklusive der Umgebungsgeräusche - wird parallel dazu von einem eingebauten Mikrofon aufgenommen und über einen zweiten Wandler digitalisiert. Im Anschluss rechnet die Elektronik den unerwünschten Umgebungslärm heraus und kompensiert tonale Unebenheiten. Dadurch lassen sich zum Beispiel die Triebwerksgeräusche eines Flugzeugs, im Prinzip aber alle Arten von Nebengeräuschen wirkungsvoll unterdrücken. Passiv lässt sich der NC500 nicht betreiben: Man ist auf den internen Lithium-Ionen-Akku, der via Kabel geladen wird und rund zwölf Stunden lang durchhält, angewiesen. Im Praxistest gefiel die „beeindruckende Stille“ bei eingeschaltetem Gerät, während man beim Klang von „ausgeglichenen, natürlichen und runden“ Ergebnissen spricht. Nach eigener Aussage ist der Redaktion bislang kein besserer Lärmkompensationshörer untergekommen. Insofern mussten sich auch die Konkurrenten von JVC und von Denon geschlagen geben, die Außengeräusche zwar ebenfalls eindrucksvoll kompensierten, dabei aber den Klang der Musik verfärbten.

Bei den klassischen, passiven Kopfhörern bringt es der Denon AH-D7000 auf ein Klang-Niveau von 91% und damit – unangefochten – auf die Spitzenposition dieses Vergleichs. Das Gerät wird für eine UVP von 1000 Euro angeboten und umwirbt den anspruchsvollen Konsumenten mit einem Echtholzgehäuse aus Mahagoni und einer neu entwickelten Mikrofaser-Membran. Mit besagter Membran soll der Frequenzgang auf bis zu 45 Kilohertz erweitert werden. Die beiden Ohrmuscheln sitzen in Präzisionsgelenken aus Metall, die Polster sind aufwendig vernäht, ergonomisch geformt und „butterweich“. Gepolstert ist auch der Kopfbügel. Dementsprechend angenehm fand man Sitz und die Passform des Denon, obwohl das Modell mit 400 Gramm nicht eben leicht ist. Im Zusammenspiel mit einer HiFi-Anlage soll der Bass – bei einem insgesamt als kraftvoll zu bezeichnenden Grundton - sehr mächtig sein. Die Tester charakterisieren das Ergebnis als „vollmundig und luftig“. Der Verzicht auf vollkommene Natürlichkeit wird dem Denon insofern nicht zum Stolperstein, dazu fand man ihn viel zu charmant. Dank seiner niedrigen Impedanz von 25 Ohm eignet sich der AH-D7000 übrigens auch für den Einsatz am tragbaren MP3-Player.

Der äußerst ausgeglichene AKG K 701 bleibt nach wie vor der Referenzhörer der „Stereo“. Zu den neuen Favoriten der Redaktion zählt nun aber auch der charmante und „luftig elegante“ Denon, während sich der erfreulich neutral spielende Sony bei den Lärmkompensationshörern behauptet.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

Autor: Jens