Worauf achten Tester bei NiMH-Akkus?

Akkus im Überblick Verschiedene Akkus der bekannteren Hersteller (Bildquelle: amazon.de)

Nickel-Metallhydrid-Akkus haben sich einst durch das weitreichende Inverkehrbringungsverbot der herkömmlichen Nickel-Cadmium-Akkus zu den Standardenergiezellen für günstigere Elektronik wie Lowend-Telefone entwickelt, werden heute aber wiederum durch die noch einfacher zu handhabenden Lithium-Ionen-Akkus verdrängt. Aufgrund des niedrigen Herstellungspreises und einigen wenigen Spezialeigenschaften werden sie aber nach wie vor intensiv in bestimmten Geräten eingesetzt, etwa bei Blitzgeräten oder in Fernsteuerungen.
Der primäre Fokus von Käufern liegt natürlich auf der sogenannten Anfangskapazität, die bei NiMH-Akkus in der Regel sehr hoch ausfällt. Denn dank ihrer hohen Energiedichte erlauben die Akkus einen sehr ausdauernden Betrieb und sind zudem für energiefressende Anwendungen wie eben Blitzgeräte ideal aufgestellt. Tester blicken aber noch stärker auf den sogenannten Kapazitätsverlust: Dabei geht es um die Selbstentladung sowohl eingelegt in einem technischen Gerät als auch ganz einfach ungenutzt in der Schublade liegend. Denn gerade NiMH-Akkus zeigen sich in Tests immer wieder sehr empfindlich auf falsche Lagerungsbedingungen reagierend. Weitere wichtige Testpunkte sind zudem das Spannungsverhalten unter Last (Wird eine Spannung gehalten?) und die Sauberheit der Deklaration: Erreicht der Akku überhaupt die angegebene Nennladung?

Welche Ladungsgrößen kann ich bei NiMH-Zellen erwarten?

Der Unterschied zu den früheren NiCd-Akkus besteht darin, dass das hoch giftige Cadmium vollständig durch eine Wasserstoff speichernde Legierung ersetzt ist. Vorteilhaft ist zudem, dass die Energiedichte pro Volumen höher ausfällt – mehr als doppelt so hoch wie bei einem NiCd-Akku. Dadurch sind Nennladungen von 1.300 bis 2.850 mAh für Batterien der Baugröße AA erhältlich, für die Größe AAA gibt es immerhin noch Energiezellen mit bis zu 1.100 mAh. Größere NiMH-Akkus wie in der SUB-C-Klasse können bis zu 4.600 mAh erzielen und zeichnen sich durch eine sehr gute Hochstromfähigkeit aus, weshalb sie insbesondere im Modellbaubereich sehr beliebt sind. Und ebenso wie ihre NiCd-Verwandten sind NiMH-Akkus ideal für kurzfristig hohe Stromimpulse, wie sie zum Beispiel bei Blitzapparaten für Kameras zum Einsatz kommen.

Haben NiMH-Akkus spezielle Nachteile?

GetDigital USB Batterie NiMH-Akkus brauchen in der Regel spezielle Ladegeräte, da sie so empfindlich sind. Die GetDigital USB-Batterie umgeht dieses Problem. (Bildquelle: getdigital.de)

Der Verzicht auf das giftige Schwermetall und die höhere Energiedichte werden leider auch mit zahlreichen Nachteilen erkauft. So reagieren NiMH-Akkus empfindlicher als andere Energiezellen auf Überladung, Überhitzung, falsche Polung oder auch Tiefentladung. Durch diese Vorgänge wird die Zelle irreparabel geschädigt. Deshalb benötigen gerade NiMH-Akkus intelligente Ladegeräte, die solche Probleme vermeiden können. Darüber hinaus sind NiMH-Akkus nur in einem engen Temperaturfenster voll wirksam. Insbesondere bei niedrigen Temperaturen büßen sie schnell ihre Kapazität ein, bei Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt sind sie nahezu unbrauchbar. Und als wenn das nicht genügend Nachteile wären, leiden diese Energiezellen auch noch teils unter einer extremen Selbstentladung.

Wie hoch ist die Selbstentladung von NiMH-Zellen?

Das Problem der Selbstentladung ist bei NiMH-Akkus größer als bei teureren LiIon-Akkus. Sie liegt bei schlechteren Produkten bei 5 bis 10 % schon am ersten Tag, anschließend stabilisiert sich der Ladungsverlust bei rund 1 % pro Tag bei Raumtemperatur. Teurere Produkte sind aber spürbar besser aufgestellt, in der Regel erreicht man mit ihnen nach einem Jahr Lagerung noch wenigstens 50 bis 60 % Restladung, aber auch das liegt noch höher als bei LiIon-Akkus. Die neueste Generation schließlich glänzt mit Werten von etwa 80 % nach einem Jahr, dies sind dann aber auch seltene Spitzenprodukte.

Wie sieht es mit dem Memory-Effekt aus?

Den Memory-Effekt alter NiCd-Batterien kennen NiMH-Zellen nicht. Sie leiden allenfalls unter dem sogenannten Lazy-Battery-Effekt, dem jedoch leicht entgegengewirkt werden kann. Dieser tritt dann ein, wenn zum Beispiel das Mobilteil eines Telefons immer sofort nach jedem Gespräch in die Ladeschale zurückgestellt wird, obwohl nur minimal Energie verbraucht wurde. Dadurch wird die Betriebsspannung des Akkus immer weiter abgesenkt. Tritt dieses Problem auf, sollte man die Batterien komplett entladen (keine Tiefentladung!) und wieder komplett aufladen. Zwei oder drei dieser Zyklen wirken als wahrer Jungbrunnen für NiMH-Akkus.

Akkus mit der höchsten Nennladung


(Diese Liste ist nicht zwangsweise auf NiMH-Akkus beschränkt.)