Medikamente Phobien / Angstzustände

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Panik

Bei den Phobien (auch phobische Störungen genannt) kommt es zu unbegründeten, anhaltenden Angstzuständen, die sich gegen Personen, Situationen, Gegenstände und Tätigkeiten richten. Der Betroffene zeigt ein übermäßiges Vermeidungsverhalten, das sich durch Medikamente, Psychotherapien und Gruppengespräche abbauen lässt. Eine psychologisch-medizinische Behandlung ist dann immer angezeigt. Die Palette der phobischen Störungen ist so bunt wie die Menschheit selbst und es gibt kaum etwas, das bei bestimmten Personen keine Angstzustände auslösen würde. Deshalb hat die Weltgesundheitsbehörde (WHO) eine Klassifizierung eingeführt: Agoraphobie (Angst vor großen Plätzen, Menschenansammlungen – nicht zu verwechseln mit der Klaustrophobie in Räumen wie Fahrstühlen), soziale Phobien (Angst davor, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen und sich peinlich zu verhalten), sowie die isolierten, speziellen Phobien (Angst vor Wasser, Spinnen, Naturgewalten etc.). Ein zusätzlicher Faktor bei der Bestimmung der Medikation ist die Panikstörung. Viele Phobien können den Betroffenen in regelrechte Panikattacken treiben, die mit Kontrollverlust behaftet sind und eine Eigengefährdung darstellen. Über die Häufigkeit der Phobien lassen sich keine zuverlässigen Zahlen ermitteln, auffällig ist jedoch, dass Frauen doppelt so häufig unter dem Krankheitsbild leiden wie Männer. Bei der ärztlichen und psychologischen Behandlung kommen häufig Medikamente zum Einsatz. Als besonders wirksam haben sich die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) herausgestellt, die die Serotonin-Konzentration im Gehirn erhöhen. Da aber nicht jeder Betroffenen auf diese Therapie anspricht, kann alternativ auch mit Buspiron, trizyklischen Antidepressiva oder MAO-Hemmern behandelt werden. Am häufigsten kommen wohl die Benzodiazepine (Diazepam, Valium) zum Einsatz, die eine sofortige Verbesserung des Allgemeinbefindens verursachen. Leider führen letztgenannte Medikamente schnell zur Gewöhnung und sogar zur Abhängigkeit. Die Prognose bei medikamentöser Behandlung ist generell schlecht, da die Angstzustände nach Absetzen der Medikation wieder auftreten. Deshalb sollte eine psychologische Therapie – Verhaltenstherapie mit Konfrontationstherapie – durchgeführt werden, die mit anderen Verfahren wie der Gesprächstherapie kombiniert werden kann. Hierbei sind die Erfolgsaussichten deutlich besser, als bei der reinen Medikamenteneinnahme. Auch der Besuch von Selbsthilfegruppen kann als Begleittherapie erfolgversprechend sein.