Anfang der 90er Jahre wurde in Deutschland recht schnell flächendeckend eine ISDN-Infrastruktur zur digitalen Datenübertragung und Telefonie aufgebaut. Bis dahin waren für die Internetverbindung vorrangig analoge Modems zuständig. Diese waren einerseits in der Datenübermittlung sehr langsam und andererseits recht störanfällig für Verbindungsabbrüche. Sie dienen heute nur noch für Faxgeräte und sind noch vereinzelt in diversen Notebooks zu finden. ISDN hingegen war deutlich schneller und stabiler.
ISDN-Nutzung
Die ISDN-Karten findet man heute noch in Telefonanlagen und Routern, die diese Art von Signalübertragung am ISDN-Telefonanschluss unterstützen. Die Verwendung in privaten Computern war viele Jahre lang die ideale Verbindung in Netz und wurde von einer großen Masse genutzt. Jedoch machte die Konfiguration der Software-Schnittstelle zu den Anwendungsprogrammen, CAPI genannt, vielen Anwendern Kopfzerbrechen und kostet manchen den letzten Nerv, bis endlich eine Verbindung aufgebaut werden konnte. Seit Einführung von DSL zum Verbindungsaufbau, das auch bequem an einem analogen Telefonanschluss genutzt werden kann, haben sich die technischen Konfigurationen deutlich vereinfacht und auf der Anwenderseite kann sich fast jeder selbst helfen. Laut Telekom soll in den nächsten Jahren die Unterstützung von ISDN in der Telefonie komplett eingestellt werden und auch dieser Bereich wird nur noch VoIP zum Telefonieren nutzen. Voraussichtlich werden ab 2016 keine neuen ISDN-Anschlüsse mehr vergeben.
ISDN-Karten
Der Verbindungsaufbau wurde im privaten Bereich direkt mit dem Computer gestartet, der intern eine ISDN-Karte nutzen konnte. Später kamen auch USB-ISDN-Adapter hinzu, um die schnelle Verbindung auch an einem Notebook nutzen zu können. Man unterschied zwischen aktiven und passiven ISDN-Karten, die meist in einem PCI-Slot des Mainboards steckten – ältere Modelle nutzten noch die ISA-Schnittstelle. Die aktiven Karten hatten einen eigenen Prozessor und wurden vornehmlich von Firmen genutzt. Im Home-PC hingegen überließ man die Rechenarbeit dem Prozessor auf dem Motherboard, der damit nicht sonderlich belastet wurde. Die Verbindung zum Telefonanschluss erfolgte kabelgebunden unter Verwendung eines 4-adrigen ISDN-Kabels – es konnten aber auch einfache Patchkabel aus der Netzwerktechnik genutzt werden, da nur die vier inneren Adern für den Anschluss zuständig waren.