Bei den Nierensteinen handelt es sich um harte Ablagerungen, die sich in den ableitenden Harnwegen festsetzen können und kolikartige Schmerzen verursachen. Ist einmal ein Nierensein aufgetreten, so ist die Chance der Wiederholung sehr groß. Deshalb muss der behandelnde Arzt nicht nur den Stein selbst auf seine Zusammensetzung untersuchen, sondern auch Blut und Urin des Betroffenen. Gleichermaßen müssen in der Anamnese die Ess- und Trinkgewohnheiten des Steinpatienten erfasst und analysiert werden. Erst dann kann man sinnvolle Prophylaxen entwickeln, die eine Neubildung von Nieren- oder Harnsteinen vermeidet.
Kleine Steinkunde
Kleine Nierensteine unter einem Durchmesser von sechs Millimetern haben eine gute Chance fast unbemerkt den Ausgang zu finden, wäre da nicht das leise „Pling“, wenn die Keramik der Toilette trifft. Das gleiche gilt für den Blasengries, der meist schmerzfrei und unbemerkt den Körper verlassen kann. Nach der Form unterscheidet man Ventilsteine, Hirschgeweihsteine, Korallensteine und Ausgusssteine. Interessanter ist für den behandelnden Arzt jedoch die Zusammensetzung der Steine. Am häufigsten (65 Prozent) findet man Calciumoxalat vor, gefolgt von Urat (Harnsäure), Struvit (Magnesiumverbindung), Kalziumphosphat und Xanthin. Mischformen sind ebenfalls möglich.
Ursachen
Sicher sind einige, aber noch nicht alle, Stoffwechselläufe, die für eine Ausfällung von Substanzen verantwortlich sind und zur Steinbildung führen. Mitverantwortlich können sein: vermehrte Harnsäure bei Gicht, Schilddrüsenüberfunktion, eine zu hohe Zufuhr von Purinen über die Nahrungsmittel, Nierenstörungen, Infektionskrankheiten und Behinderungen in den ableitenden Harnwegen (Narbenbildungen, Strikturen).
Behandlung
Besteht ein Stein aus Urat (Harnsäure), kann man diesen medikamentös auflösen. Für die Zertrümmerung im Körper stehen inzwischen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung, die je nach Klinik und Arzt zur Anwendung kommen. In der Pflanzenheilkunde hat man auch positive Ergebnisse mit Tee aus Labkraut erzielt, der eine Steinauflösung ermöglicht hatte. Andere Kräuter können zur Entkrampfung der Harnleiter führen, sodass ein Spontanabgang möglich ist. Prophylaktisch gilt jedoch die Faustregel der erhöhten Flüssigkeitszufuhr unter Einhaltung der Diätratschläge des Arztes, um eine Neubildung zu verhindern.