Lack-Typen
Über die Wahl eines geeigneten Lackes entscheiden Anwendungszweck, Verarbeitungsaufwand, Trockenzeit und Untergrund. Darüber hinaus kann der Käufer oft zwischen verschiedenen Produktarten wählen, die zwar als Schutzanstrich ähnlich geeignet sind, die sich aber etwa in puncto Umweltverträglichkeit unterscheiden.
So gibt es im Heimwerkerbereich sowohl wasser- als auch lösungsmittelbasierte Lacke. Der Unterschied ist anhand der Dosenaufschrift leicht erkennbar: Kunstharzlacke, auch Alkydharzlacke genannt, sind lösungsmittelbasierte Lacke und lassen sich mit Terpentinersatz und Nitro- oder Universalverdünnung mischen bzw. strecken. Diese Lösungsmittel dienen auch zur Pinselreinigung. Da sie gesundheitsschädlich sind, sollten sie nur bei guter Belüftung verarbeitet werden und nicht in die Kanalisation gelangen. Acryllacke sind dagegen mit Wasser verdünnbar und schadstoffreduziert. Sie kamen Anfang der 80er Jahre in den Handel, seither wurden sie häufig mit dem Blauen Engel für ihre Umweltfreundlichkeit ausgezeichnet. Bei beiden Lackarten ist darauf zu achten, ob der Untergrund mit einer Grundierung vorbereitet werden muss. Auf Stahl ist dies ein Rostschutzprimer, auf Holz im Außenbereich ein Bläueschutz, gefolgt von einer Vorstrichfarbe. Zur Sicherheit sollte man „im System“ bleiben, also eine Kunstharz-Grundierung mit einem Kunstharz-Decklack überstreichen, und wasserbasierte Grundierung mit einem Wasserlack. Einige Lacke kommen auch ohne Grundierung aus, sie werden direkt aufgestrichen. Der Primer und somit ein Arbeitsschritt können entfallen.
Wer sich nach Lacken für Haus und Garten umsieht, wird dabei vorwiegend auf so genannte 1-Komponenten-Lacke stoßen. Zu diesen zählen auch die vorher erwähnten Kunstharz- und Acryllacke. Sie trocknen durch Verdunstung der Lösungsmittel und sind innerhalb einiger Stunden grifffest. Bis zur endgültigen Belastbarkeit können allerdings Tage bis Wochen vergehen. Für herkömmliche Zwecke genügen diese 1-K-Lacke, zumal sie sich leicht verarbeiten lassen. Gute Kunstharzlacke überstehen im Außenbereich etliche Jahre. Weiterer Vorteil: Der Inhalt einer halb aufgebrauchten, gut verschlossenen Dose ist auch später noch nutzbar. Für härtere Anforderungen und längere Haltbarkeit sollte man dagegen zu 2-Komponenten-Lacken greifen. Bei diesen wird der eigentliche Lack mit einem Härter gemischt. Nun bleiben einige Stunden („Topfzeit“), um den Lack zu verstreichen oder zu spritzen. Dann härtet der Anstrich innerhalb kurzer Zeit aus. Es sollte also nur die Menge angemixt werden, die tatsächlich gebraucht wird. 2K-Lacke zeichnen sich durch große Widerstandskraft und Kratzfestigkeit aus. Sie verbinden sich durch ihre chemische Reaktion wesentlich fester mit dem Untergrund als ein 1K-Lack. Gegen Lösungsmittel und viele andere Chemikalien sind sie unempfindlich. Profis bevorzugen sie wegen dieser Eigenschaften. Schiffe, Windräder, Masten und Ölbohrplattformen werden mit 2-Komponenten-Lacken geschützt – für anspruchsvolle Heimwerker also gerade gut genug. Falls ein Baumarkt auch Bootslacke führt, so finden sich die 2K-Farben am ehesten dort. Auch bei ihnen ist auf die Verträglichkeit mit anderen Anstrichen zu achten: Ein 2-K-Decklack sollte auf einer ebensolchen Grundierung eingesetzt werden, ein 1K-Primer als Untergrund kann hochziehen. Umgekehrt wird ein 1K-Lack einer 2K-Grundierung nichts anhaben können. Bei besonderen Anwendungsfällen ist ein Speziallack nötig. Für Grills, Ofenrohre oder Abgasanlagen sind normale Anstriche nicht hitzebeständig genug. Silikonharzlacke überstehen dagegen Temperaturen um 400 Grad. Bei Holzlacken, insbesondere Klarlacken, sollte ein UV-Filter enthalten sein, um ein Vergrauen des Holzes durch Sonnenlicht möglichst zu verhindern.

