Der Hörsturz hat unter Nichtmedizinern, insbesondere Arbeitgebern, einen sehr zweifelhaften Ruf, da ein Großteil der Betroffenen über eine Spontanheilung sprechen konnte, die mit oder ohne ärztliche Hilfe eintrat. In Deutschland galt der Hörsturz als medizinischer Notfall, der vorrangig versorgt werden muss. Inzwischen ist es noch ein Eilfall, der schnellstmöglich versorgt werden soll, um weitere Schädigungen des Innenohrs abzuwenden. Inwieweit die einzelnen Therapieansätze medizinisch erfolgreich sind, ist weiterhin umstritten, da die hohe Selbstheilungsquote eine wissenschaftliche Aussage unmöglich macht. In jedem Fall wäre es unethisch für einen Arzt, eine Behandlung abzulehnen oder aus wissenschaftlichen Zwecken heraus ein Placebo therapeutisch einzusetzen.
Ursachen
Eine eigentliche Ursache für die Entstehung eines Hörsturzes konnte noch nicht ausgemacht werden. Man geht jedoch von einer Minderdurchblutung des Innenohrs aus, die unterschiedlich begründet sein kann. Viel diskutiert, jedoch nach wissenschaftlicher Belegbarkeit noch unwahrscheinlich steht die Virusinfektion im Raum. Plausibler wirken da Durchblutungsstörungen, die durch eine Embolie, Gerinnungsstörungen, Arteriosklerose oder gar Diabetes mellitus. Im Weiteren werden Autoimmunreaktionen, Fehlstellungen der Halswirbelsäule und medikamentöse Schädigungen diskutiert. Den zweifelhaften Ruf hat der Hörsturz jedoch durch die Stress-Theorie bekommen, die meist von einer Selbstheilung begleitet wird. Dabei soll es unter Stress zur verstärkten Adrenalinausschüttung kommen, die zu Gefäßkrämpfen im Innenohr führen soll. Wodurch wiederum die Haarzellen, die für das Hören zuständig sind, nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden können und die Gehörlosigkeit eintritt.
Behandlung
In der akuten Phase wird meist eine durchblutungsfördernde Infusionstherapie eingeleitet, die weitere schwerwiegende Schädigungen des Innenohrs verhindern sollen. Anschließend kann eine Tablettentherapie mit ebenfalls durchblutungsfördernden Präparaten durchgeführt werden. Einige Therapieansätze postulieren den Einsatz von Kortison, das oral oder als Infusion verabreicht werden kann. Leider ist so, dass die Unklarheit über das Krankheitsbild vielen unseriösen Anbietern von Präparaten und Dienstleistungen Tür und Tor öffnet.