Handys: GLONASS – Navigation auf die russische Art

Mittlerweile ist ein Großteil der hiesigen Smartphones mit dem GPS-System ausgestattet und kann daher bis auf wenige Meter genau die Position des Anwenders bestimmen. Das ist nicht nur bei der Navigation wichtig, mittlerweile greift eine Vielzahl an Apps für lokalisierte Dienste auf das GPS-Modul zurück. Allerdings wurmt die Industrie die Abhängigkeit vom amerikanischen guten Willen, schließlich ist GPS fest in der Hand der US-Regierung. Und die behält sich vor, das System in Krisenzeiten künstlich mit einer Unschärfe zu versehen. Als Gegenpol unterstützen daher immer mehr Geräte zusätzlich GLONASS.

Entspricht im Groben dem NAVSTAR-GPS
Bei GLONASS handelt es sich um das russische Gegenstück zu GPS, der Begriff bedeutet im Russischen denn auch nichts anderes als „Globales Satellitennavigationssystem“. Die Entwicklung begann bereits 1972, doch erst seit 1996 ist das System „on air“. Grundsätzlich handelt es sich bei GLONASS um ein System, das in Aufbau und Funktion dem NAVSTAR-GPS entspricht. Es befindet sich in fester Hand des russischen Verteidigungsministeriums und wird von diesem sowohl betrieben als auch finanziert.

Nur die Kombination aus GPS und GLONASS macht Sinn
Wer also ausschließlich auf GLONASS setzt, begibt sich im Grunde von einer Abhängigkeit in die nächste. Sinn macht es nur, wenn ein Handy beispielsweise beide Empfänger integriert. Auf diese Weise ist der Nutzer recht zuverlässig vor einer künstlichen Unschärfe bei der Ortung geschützt. Denn theoretisch können sowohl die USA als auch Russland die Positionsbestimmung für zivile Nutzer jederzeit wieder künstlich „unscharf schalten“, um die militärische Nutzung zu ihren Ungunsten zu unterbinden. Das Szenario gilt unter Experten für größere politische Konflikte und dann zumindest überregionale Bereiche als durchaus wahrscheinlich.

Erlaubt dann auch eine schnellere Positionsbestimmung
Auch abseits solcher Erwägungen macht eine Verwendung beider Empfängertypen Sinn. Denn mit der entsprechenden Software ist so zur Positionsbestimmung der Zugriff auf beide Satellitenflotten parallel möglich. Normalerweise müssen drei Satelliten empfangen werden, um die gewünschte Ortungsgenauigkeit von 10 Metern zu erzielen. Das ist nicht immer der Fall. Dann kann es von Vorteil sein, wenn Satelliten beider System angepeilt werden können, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer genauen Ortung drastisch ansteigt.

Mittlerweile in der Oberklasse Standard
Zu den ersten Modellen, die GLONASS boten, gehörte unter anderem das Motorola RAZR Maxx. Auch Sony kündigte bald darauf an, seine künftigen Modelle mit entsprechender Hardware auszustatten, darunter die Topmodelle Xperia S und Xperia T. Mittlerweile setzen aber fast alle Hersteller zumindest bei ihren Topmodellen und den Geräten der Oberklasse auf die Kombination aus GPS und GLONASS, darunter natürlich auch BlackBerry, HTC, LG oder Samsung.