Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt buchstäblich vor Mogelpackungen im Handel: Hersteller hätten erneut den Preis für diverse Produkte gleich belassen, dabei aber die Füllmenge reduziert. Dabei seien die Unternehmen mittlerweile sogar dazu übergegangen, diesen Trick beim selben Produkt gleich mehrfach anzuwenden. So habe der Wasch- und Reinigungsmittelhersteller Henkel im November 2006 bei seinem Produkt „Somat 1 Geschirrspültabs“ die Füllmenge von 100 Tabs auf 88 Tabs reduziert, der Preis sei gleichgeblieben. Im August 2010 folgte nun der nächste Schritt, bei dem nicht nur der Preis von 9,95 Euro auf 10,45 Euro angehoben, sondern zugleich erneut die Füllmenge von 88 auf nunmehr 80 Tabs gesenkt wurde.
Dies entspricht insgesamt einer satten Preissteigerung von 31,3 Prozent – und das in einem Zeitraum, in welchem die Inflation kaum zugelegt hat. Weiteres, noch dreisteres Beispiel: Beiersdorf senkte den Packungsinhalt seines Produktes „Nivea Creme Soft mit Mandelöl“ im Juni 2007 von 150 auf 125 Gramm – bei gleich gebliebenem Preis und gleicher Verpackungsgröße. Die Absicht ist klar: Der Käufer soll gar nicht mitbekommen, dass er eine versteckte Preissteigerung mitbezahlt. Im August 2010 folgte nun eine besonders raffinierte Neugestaltung des Produktes: So senkte Beiersdorf den Preis von 79 Cent auf 69 Cent – reduzierte aber gleichzeitig den Inhalt von 125 auf nur noch 100 Gramm. Fazit: Der Kunde glaubt, er zahlt weniger, bekommt aber auch deutlich weniger.
Am Ende zahlt er sogar noch 9,2 Prozent mehr als zuvor, insgesamt ergab sich durch die beiden Füllmengenreduktionen ebenfalls eine satte Preissteigerung von 31 Prozent. Ähnliche Fälle konnte die Verbraucherzentrale Hamburg nun bei Produkten wie „Pringles Original“, „m&m's Erdnüsse“ oder auch Calgonit nachweisen. Eine beispielhafte Liste kann auf der Website der Verbraucherzentrale Hamburg eingesehen werden. Es heißt also leider immer mehr: Augen auf beim vermeintlichen Schnäppchenkauf!