Einschätzung unserer Autoren
Dicht am Drei-Liter-Auto
Nach Einschätzung des Fachmagazins „auto, motor und sport“ (Ausgabe 4/2013) gehört der VW Polo Blue Motion weiterhin „zu den sparsamsten Autos am Markt“. Der Dieselmotor kann zwar nicht mit einer geringen CO2-Bilanz aufwarten, aber durch geringe Verbrauchswerte glänzen. Daher eignet sich der Kleinwagen vor allem für kostenbewussste Vielfahrer.
Realistische 4,8 Liter im Mix
Geht man nach den Werksdaten, dann ist der VW Polo Blue Motion nicht weit weg vom ominösen 3-Liter-Auto: Nur 3,4 Liter Diesel im kombinierten Verbrauch soll der TDI konsumieren, so zumindest die Angaben des Herstellers. Im Praxistest der „auto, motor und sport“ erwiesen sich 4,8 Liter als realistischer Gesamtwert, der sich auch im Stadtverkehr einstellte, da der Polo in dieser Umgebung von seiner Blue Motion-Technik mit Start-Stopp-System besonders profitieren kann. Bei Überland-Fahrten schluckt der Polo 5,7 Liter auf 100 Kilometer.
Ausreichend Leistung für die Autobahn
Besondere Einschränkungen muss man für diesen niedrigen Verbrauch nicht in Kauf nehmen. Der Dreizylinder leistet 75 PS aus 1,2 Litern Hubraum und ermöglicht ein Höchsttempo von 173 Stundenkilometern sowie eine Beschleunigung von 12,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das reicht allemal, um auch auf der Autobahn im Verkehrsfluss zügig mitzuschwimmen. Allerdings mokierte die „auto, motor und sport“, dass die Geräuschdämmung verbesserungswürdig sei. Der Gepäckraum des Polo fasst 280 Liter (100 Liter weniger als im VW Golf) und lässt sich auf 952 Liter erweitern. Fazit: Der Polo Blue Motion ist ein sparsamer Kleinwagen, der sowohl in der Stadt als auch auf schnelleren Strecken durch geringen Verbrauch besticht. Im Spar-Test der „auto, motor und sport“ landete er zwar nur im Mittelfeld, bietet aber mehr Platz als der kleine VW Eco up und erzielt seine Platzierung mit herkömmlichem Antrieb, also ohne Hybrid- oder Gasmotor. Für einen Grundpreis von knapp 17.000 EUR ist er eine Empfehlung wert.
Wechselt zwischen schnell und genügsam
Die automobile Quadratur des Kreises, nämlich die sparsame Rennsemmel, ist Volkswagen mit dem Polo Blue GT einigermaßen gut gelungen. Der Kleinwagen arbeitet mit Zylinderabschaltung, um seinen Benzindurst zu zügeln. Legt man Wert auf die flottere Gangart, kann der Polo mit Sportwagen-Fahrwerten beeindrucken.
In 8 Sekunden auf 100 Stundenkilometer
Der 1,4-Liter-Benzinmotor leistet 140 PS und verhilft dem 1,2 Tonnen schweren Auto zu einer Beschleunigung von 7,9 Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Damit trennt ihn vom Polo GTI nur eine Sekunde. Auch die Höchstgeschwindigkeit von 210 Stundenkilometern ist alles andere als typisch für einen „normalen“ Kleinwagen, und das optionale Direktschaltgetriebe verhilft auf kurvenreichen Strecken zu einem Rennsport-Fahrerlebnis.
Zwei Zylinder weniger
Die andere Seite seines Charakters zeigt der Blue GT, wenn man das Gaspedal zurückhaltend bedient. Der Turbolader und zwei der vier Zylinder stellen dann ihren Betrieb ein, und die „Auto Bild“ (Heft 45/2012) konnte bei betont moderater Fahrweise einen Verbrauch von lediglich 4,7 Litern erzielen, bei der „auto, motor und sport“ waren es 5,3 Liter. Im Stadtverkehr blieb es bei 5,9 Litern („Auto Bild“), die auch noch als hinnehmbar gelten können.
Zielgruppe fraglich
Als Nachteile sieht die „auto, motor und sport“ das sehr straff abgestimmte Fahrwerk und die hohen Anschaffungskosten. In der Tat ist der Polo Blue GT mit DSG-Gangwechsel für rund 22.000 EUR ein relativ teures Vergnügen. Und der Hersteller muss sich die Frage gefallen lassen, wer diesen Wagen kaufen soll. Denn die PS-orientierte Fraktion wird sich vermutlich für den GTI entscheiden, und die Sparsamkeits-Apostel werden eher einen genügsamen Diesel wählen. Wenn man aber flotten Vortrieb mit der Energieeffizienzklasse B verbinden möchte, dann kann man den Blue GT in Erwägung ziehen.
Kleinserie mit 220 PS
Um erstmals seit Jahrzehnten wieder beim Rallye-Sport in der World Rally Championship (WRC) mitmischen zu dürfen, muss Volkswagen sein neues WRC-Wettbewerbsfahrzeug in einer Kleinserie anbieten. So sieht es das Reglement vor. Die Wolfsburger werden daher in der zweiten Jahreshälfte 2013 den leistungsstarken VW Polo R WRC auf den Markt bringen, der vorab bestellt werden kann.
Höchstgeschwindigkeit von 243 Stundenkilometern
Der Vierzylinder-Turbo mit zwei Litern Hubraum beschert dem VW einen rasanten Vortrieb. 220 PS beschleunigen den Kleinwagen innerhalb von 6,4 Sekunden auf 100 Stundenkilometer; der Golf GTI bleibt hier um Sekundenbruchteile zurück. Bei 2500 Umdrehungen pro Minute ist das maximale Drehmoment von 350 Newtonmetern erreicht, und die Höchstgeschwindigkeit beträgt 243 Stundenkilometer. Der Kraftstoffverbrauch ist mit 7,5 Litern (kombiniert) angegeben und dürfte bei angemessener Fahrweise kaum zu halten sein.
Beschränkt auf 2500 Stück
Sportpedale, Rennsitze und ein mit Alcantara-Leder bezogenes Lenkrad finden sich im Innenraum des exakt vier Meter langen Polo. Er rollt auf 18-Zoll-Rädern. Bei den Anschaffungskosten wird allerdings klar, das es sich bei diesem Fahrzeug um eine teure Liebschaft handelt: VW bietet den Polo R WRC für 33.900 EUR an. Da nur 2500 Exemplare produziert werden, ist eine Reservierung ratsam.












