Bastler oder handwerklich geschickte Eltern können unter Umständen mit dem Kinderhochstuhl von Tectake viel Geld sparen. Denn mit knapp über 20 Euro Anschaffungskosten ist der Stuhl fast konkurrenzlos günstig. Allerdings erfordert die Montage Geduld und Werkzeug, und auch eine Nachbearbeitung des unbehandelten Holzes ist sehr zu empfehlen.
50 Euro müssen für einen Treppenhochstuhl in der Regel mindestens einkalkuliert werden, Markenprodukte sind sogar noch einiges teurer. Eltern, die aufs Geld schauen müssen, lacht daher unter der Masse an lieferbaren Stühlen das Modell von Tectake geradezu verführerisch an – 22 Euro für einen Treppenhochstuhl können, das Wortspiel passt hier ideal, fast ein Witz genannt werden.
Allerdings sollte man sich vor dem Kauf drauf einstellen, dass die Montage des Stuhls kein einfaches Unterfangen wird – wie das Gros der Käufer berichtet. So hagelt es in den Kundenbewertungen, die von leidvollem Bemühen um eine korrekte Montage nur so wimmelt, Beschwerden über unsaubere und vor allem unkorrekt platzierte Bohrlöcher, die den Zusammenbau ohne passendes Werkzeug nahezu unmöglich machen. Aber auch das Holz verlangt eine Nachbearbeitung. Es besteht übrigens nicht, wie bei den hochwertigen Modellen, aus Massivholz. Zur Verwendung kommen stattdessen Furnier-Sperrholzleisten, die außerdem unbedingt entweder gewachst, geölt oder lackiert werden sollten – zumindest das Essbrett sollte dieser Prozedur unterzogen werden. Berichtet wird aber auch von Holzsplittern, also von einer unsauberen Verarbeitung, der mit Schleifpapier aufgeholfen werden muss, die Anleitung wiederum ließ die meisten Käufer schlicht und einfach im Stich.
Kurzum: Ohne ein Händchen für handwerkliche Arbeiten, die übrigens über die üblichen Ikea-Fähigkeiten hinausgehen sollten, ist ein Zusammenbau des 20-Euro-Treppenhochstuhls (Amazon) nicht möglich – diese Aussage scheint angesichts der zahlreichen negativen Beurteilungen des Stuhls nicht einmal relativiert werden zu müssen. Viele Käufer empfehlen den Kinderhochstuhl daher höchstens als Zweitstuhl, vermutlich deswegen, weil sie ihm nach der schwierigen Montage auch die Standfestigkeit im Alltag absprechen. Diese Befürchtung ist durchaus plausibel, obwohl bislang noch niemand davon berichtet hat, dass der Stuhl unter seiner Last zusammengebrochen ist.
19.12.2011























