Einschätzung unserer Autoren
Sony Alpha33
Hitzeprobleme bei Videoaufnahmen
Im Unterschied zu sämtlichen DSLR-Kameras ist der Spiegel bei den neuen Sony-Modellen Alpha 33 und Alpha 55 lichtdurchlässig und wird bei Videoaufnahmen nicht nach oben geklappt. Auf der einen Seite ermöglicht daher die Translucent-Mirror getaufte Technologie den Einsatz des verbesserten Quick-LiveView-Autofokus und ist beim Filmen von Vorteil. Auf der anderen Seite hingegen verursacht sie jedoch ein schwerwiegendes Problem mit dem Sensor, der bei aktiviertem Bildstabilisator schon nach sieben Minuten Filmen überhitzen kann. Dabei zeigt die Kamera eine entsprechende Warnung an und schaltet sich automatisch ab.
Auf der japanischen Homepage hat Sony Anfang Oktober 2010 eine Servicenotiz veröffentlicht, in der der Hersteller die möglichen Videoaufnahmezeiten mitteilt.
| Modell | Umgebungstemperatur | Bildstabilisator | |
| Ein | Aus | ||
| alpha 55 | 20° C | 9 min | 29 min |
| 30° C | 6 min | 13 min | |
| alpha 33 | 20° C | 11 min | 29 min |
| 30° C | 7 min | 22 min | |
Bei einer Umgebungstemperatur von 20 Grad liegt die maximal mögliche Videoaufnahmezeit der Alpha 55 mit aktiviertem Bildstabilisator bei nur sechs Minuten. Damit ist sie noch kürzer als bei der kleinen Schwester Alpha 33, die unter gleichen Umständen eine Minute länger filmen kann, bis der Sensor überhitzt. Dementsprechend empfiehlt Sony, sobald die Warnung vor Überhitzung erscheint, das Gerät auszuschalten und abkühlen zu lassen, bevor wieder fotografiert oder gefilmt wird. Darüber hinaus sollte man direkte Sonnenstrahlung vermeiden.
Alternativ dazu könnten die Benutzer auf den Bildstabilisator verzichten beziehungsweise ein Stativ verwenden, um bis zu 29 Minuten lange Filme zu drehen. Die Fachjournalisten des Internetportals Digitalkamera.de bieten jedoch eine noch einfachere Lösung, die für Sony selbstverständlich nicht infrage kommt: Verwendet man nämlich Objektive fremder Hersteller, lässt sich das Problem mit dem optischen I.S. auch umgehen.Sigma Foto baut beispielsweise schon seit einiger Zeit bildstabilisierende Linsen mit einem Sony-Anschluss, die den ins Alpha-Gehäuse integrierten Bildstabilisator überflüssig machen. Bei der Verwendung der neuen OS-Objektive von Sigma Foto muss man also einen der Stabilisatoren (den im Objektiv oder den in der Kamera) abschalten. Arbeiten sie parallel, würde die Kamera wiederum nur verwackelte Bilder erzielen.
Die Sony Alpha 33 wird zur Zeit bei Amazon als Set mit dem Objektiv SAL-1855 für knapp 710 Euro angeboten. Eine vergleichbare Alternative zur Kit-Linse wäre in diesem Fall das Standardzoom Sigma Foto 18-50mm F2,8-4,5 DC OS HSM (für Sony), für die Amazon zur Zeit 215 Euro verlangt.
Für Fotografen, die viel Wert auf einen universellen Einsatzbereich legen, sind außerdem die bildstabilisierenden Objektive Sigma Foto 17-50mm F2,8 EX DC OS HSM (für Sony) (rund 620 Euro bei Amazon) und Sigma Foto 17-70mm F2,8-4 DC Makro OS HSM (für Sony) (rund 400 Euro bei Amazon) sehr interessant.
Sony SLTA 33
DSLR-Kamera mit lichtdurchlässigem Spiegel
Bei den Mitte August 2010 vorgestellten APS-C-Kameras Alpha 33 und Alpha 55 setzt Sony auf eine neue Technologie für die Scharfstellung bei Videoaufnahmen. Ein spezieller lichtdurchlässiger Spiegel lenkt einen Teil des auf den Hauptsensor fallenden Lichts permanent zu den Autofokus-Sensoren um. Dadurch wird selbst bei Full-HD-Videoaufnahmen im AVCHD-Format eine schnelle und präzise AF-Phasendetektion ermöglicht.Auf der Webseite Sonyalpharumors.com wurde schon lange spekuliert, ob Sony den neuen DSLR-Modellen eine Videoaufnahmefunktion mit einem besseren Phasenvergleichsautofokus spendiert. Bei den meisten Spiegelreflexkameras kommt nämlich die relativ langsame AF-Kontrastmessung zum Einsatz, mit der sämtliche Kompaktkameras arbeiten. Die Phasen-AF-Sensoren sind normalerweise im Gehäuse untergebracht und werden durch den Spiegel verdeckt, sobald er nach oben geklappt ist.
Um dieses Problem zu lösen, baut Sony in die Alpha 33 einen feststehenden Spiegel ein, der das fallende Licht zwischen dem Hauptsensor und den AF-Sensoren verteilt und eine genaue und schnelle Fokussierung im Video- und LiveView-Modus ermöglicht. Einen optischen Sucher gibt es aufgrund dessen bei der Alpha 33 daher nicht. Dafür ist die Kamera mit einem elektronischen Sucher ausgestattet, dessen Auflösung 1,15 Millionen Bildpunkte erreicht. Dieser deckt 100 Prozent des Bildfeldes ab und sorgt für eine kontrastreiche Bildwiedergabe mit naturgetreuen Farben.Neben 1080p-Full-HD-Videos nimmt der CMOS-Sensor der Alpha 33 14,2 Megapixel Fotos auf und kann mit einer hohen Geschwindigkeit von 7 Bildern pro Sekunde schießen. Darüber hinaus erstellt das Gerät beeindruckende 3D-Schwenkpanoramen mit 12.416 x 1.856 Bildpunkten. Der Bildstabilisator befindet sich wie üblich im Gehäuse und muss nicht beim Kauf der Wechseloptik extra bezahlt werden.
In den USA soll die rund 500 Gramm schwere Kamera Sony Alpha 33 im September 2010 zum erschwinglichen Preis von umgerechnet rund 515 Euro angeboten werden. Der Tag der deutschen Premiere wurde noch nicht bekannt gegeben. → Mehr










