Zugegeben: Edelstahl ist ein Material, das Haushaltsgeräten den letzten, gewissen schliff in puncto Design verleiht. Es hat aber auch den Nachteil, kein „warmer“ Werkstoff zu sein. Dies sollte im Hinterkopf behalten werden, falls beim Einkaufen der Blick auf die Elegance Steel fällt. Mit der ab Juli 2012 lieferbaren Personenwaage von Soehnle läuft man nämlich Gefahr, sich kalte Füße zu holen.
Vernünftigerweise beschränken sich viele Hersteller darauf, Edelstahl als Material nur begrenzt einzusetzen. Im Fall einer Personenwaage kann sich dies in einem Rahmen oder in einer schmalen Leiste aus Edelstahl äußern. In den seltensten Fällen wird jedoch die komplette Trittfläche aus diesem Material gefertigt – wie jedes Metall fühlt es sich einfach „kalt“ an, weswegen speziell die Wiegefläche manchmal zusätzlich mit einem „warmen“ Überzug versehen ist -schließlich wird die Waage in der Regel im Badezimmer mit nackten Füßen betreten,die wenigsten werden sich in Socken oder gar Schuhen auf eine Waage stellen. Auf der anderen Seite gewinnen Haushaltsgeräte, die für sich genommen eher unspektakulär sind, mit einer Edelstahlverpackung an Eleganz und Anmutung – und genau darauf zielt Soehnle in diesem Fall natürlich hauptsächlich ab. Das Material verschafft der Waage einen guten Auftritt, und da sie wie jede Waage die längste Zeit des Tages lediglich die Aufgabe hat, gut auszusehen, macht der Edelstahl sogar in gewisser Hinsicht sehr viel Sinn. Ob dies jedoch die Unannehmlichkeiten beim Wiegen wett machen kann, ist eine andere Frage, die jeder für sich beantworten muss.
Die technischen Eckdaten der Soehnle hingegen sind nicht weiter spektakulär, die Waage misst das Körpergewicht bis zu 150 Kilogramm und bemüht sich darum, das Ergebnis auf 100 Gramm genau anzuzeigen. Wie allerdings die Erfahrung lehrt, haben viele einfache digitale Personenwaagen ihre liebe Not damit. Denn die meisten sind auf einen möglichst harten, ebenen Untergrund angewiesen, um saubere Ergebnisse zu liefern. Die Soehnle soll in dieser Hinsicht wesentlich toleranter sein. Eine neue Unterbaukonstruktion, so der Hersteller, macht dies möglich. Die Waage soll sogar auf weichen Untergründen, etwa einem Vorleger, das Gewicht so präzise ermitteln, als stünde sie auf festem Boden. Dieser Anspruch ist für eine Personenwaage ihres Typs sehr hoch, und man darf gespannt darauf sein, ob er sich in der Praxis bewahrheitet. Sollte dies allerdings tatsächlich der Fall sein, hätte die Soehnle ihren Konkurrentinnen in puncto Flexibilität und Messgenauigkeit einiges voraus und würde damit auch die Investition von fast 60 EUR rechtfertigen, die wiederum jedoch hauptsächlich der Kombination aus Edelstahl und Sicherheitsglas geschuldet sind. Kunden, die auf letztere verzichten können, sollten sich daher die ebenfalls für Juli 2012 angekündigte Soehnle Circle Balance näher ansehen. Sie ist ebenfalls mit dem neuen Unterboden ausgestattet und schon für rund 50 EUR zu haben, und wer noch einen Zehner einsparen möchte, liegt mit dem letzten Modell des Trios, der rund 40 EUR teuren Soehnle Soft Comfort, richtig.
08.03.2012





















