Das japanische Unternehmen Sanwa Newtec führt einen Drucker in seinem Programm, der ganz ohne Tinte und Papier auskommt – gemeint ist gewöhnliches Papier, wohl gemeint. Denn der RP-3100 II PrePeat benötigt für seine Ausdrucke ausschließlich hitzeempfindliche Spezialfolien. Der Druck selbst erfolgt mit einem Thermalkopf, der die Folien mit unterschiedlicher Intensität beschreibt, oder genauer: brennt. Der Clou kommt aber erst noch. Die Spezialfolien lassen sich bis zu Tausend Mal bedrucken. Die eingebrannte Schrift/Grafik kann mit dem Drucker bei hoher Hitze nämlich wieder rückgängig gemacht, also quasi vollständig gelöscht werden, bevor die Folie anschließend neu bedruckt wird.
Dies hört sich wie die finale Lösung des leidigen Druckkostenproblems an, mit dem vorrangig Unternehmen, aber auch Privatanwender zu kämpfen haben, hat jedoch seine Tücken. Die Erste liegt darin, dass der RP-3100 II PrePeat mit seinen von Sanwa veranschlagten rund 4.000 Euro eine kostspielige Angelegenheit in der Anschaffung ist. Der Hersteller schielt daher primär auf Unternehmen mit einem hohen Druckdurchsatz, die sich ein Gerät dieser Preisklasse überhaupt leisten können. Um Zweiten sind die Spezialfolien nicht gerade billig, sondern fallen mit ebenfalls umgerechnet rund 2,40 Euro zu Buche.
Letzteres verhindert deshalb, dass die Folien außer Haus gegeben werden. Klassische Büro-Drucksachen wie etwa Briefe oder Broschüren würden ansonsten enorme Kosten verursachen (und wer fordert schon verschickte Briefe zum Recycling zurück?). Um einen normalen (Tintenstrahl-, Laser-) Drucker kommt man deshalb nicht herum. Das Einsatzgebiet des RP-3100 II PrePeat sind vielmehr hausinterne kursierende Schriftsachen in Schwarz-Weiß, denn farbige Ausdrucke gelingen dem Drucker nicht.
Unabhängig von diesen rein ökonomisch-pragmatischen Aspekten dürfte jedoch außer Frage stehen, dass der Verzicht auf Papier und Tinte tatsächlich auf Dauer eine ökologisch höchst interessante Alternative ist. Inwiefern der RP-3100 II PrePeat allerdings Zukunftspotential genug besitzt, um eines Tages auch auf dem Massenmarkt anzukommen, lässt sich zum heutigen Zeitpunkt nicht abschätzen. Werten wir seine Existenz deshalb lieber als hoffnungsvolles Indiz dafür, dass die Druckerhersteller anfangen, Alternativen zu den kostenintensiven Druckverfahren auf den Weg zu bringen. Die Richtung, die Sanwa eingeschlagen hat, stimmt auf jeden Fall. Keine Verbrauchsmaterialien und konsequentes Recycling – so lassen wir uns die Zukunft des Druckers gefallen.
08.02.2010























