Einschätzung unserer Autoren
RIM BlackBerry Milan
Gestrichen: Hardware-Probleme sorgen für Projekttod
Beim kanadischen Smartphone-Hersteller Research in Motion (RIM) scheint es derzeit drunter und drüber zu gehen. Eigentlich wollte das Unternehmen ja mit seinem neuen Betriebssystem BBX 2012 durchstarten und die Initiative auf dem Smartphone-Markt wieder an sich reißen. Stattdessen jedoch jagt eine Katastrophe die nächste. Unabhängig von den internen Querelen, bei dem eigene Topmanager das Unternehmen lautstark kritisieren oder sich öffentlich daneben benehmen, können auch an der Gerätefront keine positiven Nachrichten mehr vermittelt werden. Den ersten empfindlichen Dämpfer erhielten die Aufbruchspläne mit einem Rechtsstreit um den Namen des neuen Betriebssystems. BBX wurde so vorerst in Blackberry OS 10 umbenannt – was aus Marketing-Sicht natürlich weitaus weniger aufregend und neu klingt.Als nächstes erhielten die Hoffnungen der Fans einen Dämpfer, erste Blackberry-10-Geräte könnten schon Anfang 2012 auf den Markt kommen. Diese Erwartungen waren zwar nicht von dem Unternehmen selbst aktiv geschürt worden, nach der Ankündigung von BBX erwarteten viele aber automatisch auch baldige Schritte in diese Richtung. Doch RIM lässt sich Zeit: Erst Ende 2012 sollen nun die ersten Geräte dieser Art auf den Markt kommen. Im Gegenzug wollte das Unternehmen schwere Geschütze bei der Hardware-Ausstattung auffahren. Bestes Beispiel dafür war der BlackBerry Milan, der mit einem 1,5-GHz-Dual-Core, 1 Gigabyte RAM und schicker Slider-Bauform aufwarten können sollte.
War, denn das scheint nun Geschichte zu sein. Wie mehrere Branchendienste übereinstimmend berichten, soll das Projekt BlackBerry Milan nun wieder gestrichen worden sein. Es habe schwere Hardware-Probleme gegeben, die so nicht lösbar gewesen seien. Über die genaue Art der Probleme schweigen sich die Magazine aus. Fest steht nur, dass sie offenbar schwerwiegend genug waren, um ein millionenschweres und recht weit gediegenes Projekt (immerhin gab es bereits erste Prototypen zu bestaunen) wieder einzustampfen. Hinter vorgehaltener Hand ist zusätzlich von schweren Software-Problemen bei BlackBerry 10 die Rede – doch würde natürlich niemand offiziell eingestehen, dass das kommende System nicht der Heilsbringer ist, den man eigentlich angekündigt hatte...
RIM BlackBerry Milan
Slider mit BlackBerry 10 im Anmarsch
Stattdessen wird es nun also doch wieder BlackBerry OS. Das zeigen erste Grafiken eines BlackBerry Milan, die nun im Internet aufgetaucht sind. Medienberichten zufolge soll das neue Smartphone zwar mit BBX laufen, dieses werde aber zumindest vorerst als BlackBerry 10 bezeichnet. Das Gerät selbst erinnert mit seiner nach unten ausziehbaren QWERTZ-Tastatur an die letzten Palm-Smartphones und verzichtet auf das bislang von RIM gewohnte optische Trackpad. Die Bedienung scheint allein über den Touchscreen und die Tastatur zu erfolgen.
Bei der technischen Ausstattung wiederum fährt der Hersteller schwere Geschütze auf. Der BlackBerry Milan soll über einen OMAP-Chipsatz von Texas Instruments mit 1,5 GHz Taktrate verfügen – in Form eines Dual-Core-Prozessors. Ferner ist die Rede von 1 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer 8-Megapixel-Kamera. Auch die für die Videotelefonie gedachte Frontkamera soll mit 2 Megapixeln überdurchschnittlich gut ausfallen. 16 Gigabyte Flashspeicher würden diese Ausstattung ergänzen.
Wie so oft bei Internetgerüchten ist ungewiss, wann das Handy auf den Markt kommen wird und zu welchem Preis. Sicher dürfte nur sein, dass es sich bei BlackBerry Milan um einen Codenamen handelt.