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Nimbus 250 R Test

(Motorboot)
Nimbus 250 R

1 Meinung
Produktdaten:
  • Gewicht: 2500 kg
  • Leistung: 300 ps
  • Breite: 2,6 m
  • Länge: 7,5 m
  • Antriebsprinzip: … mehr Infos
WasserSport
Heft 11/2011
3 Produkte im Test
ohne Endnote

„... Ein höchst geländegängiges Kart, denn die Ostseewelle nahm die Nimbus ohne zu zucken, ja sie animierte mit ihrem phantastischen Seeverhalten geradezu sie zu fordern und hämmerte ungeniert auch durch engste Kurven und scherte sich einen Kehricht um die rüden Fahrmanöver der Testcrew. ... Die 250 R macht richtig Spaß und bietet Platz zum Urlauben und Cruisen obendrein. ...“

 
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Meinungen (1)

Nimbus 250 R, vom Traum zum Alptraum Nimbus schreibt am :

Nimbus 250 R, eine schwedische Motoryacht. Vom Traum zum Alptraum

Vom Traum zum Alptraum. Eigentlich sollte es der Beginn einer unbeschwerten glücklichen Zeit auf dem Wasser werden. Wir entschlossen uns, ein Motorboot zu kaufen, dessen "guter Ruf" ihm vorauseilte. Es war der Beginn einer unendlich leidigen Geschichte.
Trotz einer sehr langen Mängelliste fand bei uns praktisch kein After-Sale-Service statt.
Wir sind maßlos enttäuscht und möchten hier schreiben, wie die Werft bzw. der Händler sich verhalten haben.
Es scheint fast so, als ob es keine Endkontrolle von Seiten der Werft bzw. vom Händler gegeben hätte.

Im Juni 2013 wurde die Motoryacht Nimbus 250 R, #319 auf einem Trailer bei uns angeliefert.
Schon beim ersten Anblick stellten wir fest, dass der gesamte Unterwasseranstrich fehlte.
Noch auf dem Trailer haben wir dann gemeinsam mit dem Händler die mitbestellte Kuchenbude aufgebaut. Es war leicht erkennbar, dass diese nicht „passte“.
Auch der Händler versuchte nicht, die Kuchenbude "gesund zu beten" – es war zu offensichtlich.
Nachdem das Boot dann zu Wasser gelassen wurde, fuhren wir zu unserem Liegeplatz ca. ½ Seemeile entfernt. Wir entschlossen uns, gemeinsam mit dem Händler eine ausgedehnte Probefahrt zu unternehmen. Nur – der Motor sprang nicht mehr an.
Der Händler verließ uns und wir stellten eine erste Mängelliste auf, unter Berücksichtigung unserer bestellten Ausrüstung, die Bestandteil des Kaufvertrages ist.
- Antifouling inkl. Osmoseschutz ist nicht erfolgt.
- Batterieladegerät mit 220 V Landanschluss ist nicht installiert.
- Die Ankerwinde ist nicht vom Cockpit aus zu bedienen.
- Die Bedienungsanleitungen (wenn überhaupt da) sind nicht in deutscher Sprache vorhanden.
- Die Mittschiffsklampen fehlen.
- Das Verdeck über Pflicht (Kuchenbude) ist nicht ordnungsgemäß, durch die gewählte Montage wird Wasser ins Cockpit eindringen.
- Ein Fender-Überzieher und zwei Seile zum Festmachen der Fender fehlen.

Keine Reaktion von der Werft bzw. Händler. Ausgenommen die uns genehmigte Beauftragung für den fehlenden Unterwasseranstrich und der Einbau des Landanschlusses.

Nach ein paar Tagen kam der von uns beauftragte Volvo-Penta Vertragshändler und wir erfuhren, dass die Antriebsanlage nicht entlüftet worden ist und wir wohl mit dem allerletzten Rest Diesel zu unserem Liegeplatz gelangt sind.

Folgende Mängel konnten wir ein paar Tage später feststellen und dem Händler mitteilen.
- Leckage im Motorraum. Flansch für die Selbstlenzung nicht richtig am Rumpf montiert. Werft-Mitarbeiter hat mit Sikaflex provisorisch repariert.
- Radio rauscht nur. Die Antenne vom Radio war nicht richtig angeschlossen.
- Das Echolot funktioniert nicht. Volvo-Penta Multigeber defekt.
- Es ist keine Trimmklappenanzeige im Cockpit vorhanden.
- Die Funktion der Schalter im Cockpit ist nicht bekannt. Keine Dokumentation.
- Füllstandanzeige für Batterien fehlt. Nur die Motorbatterie hat eine Anzeige.
- Abdeckung der hinteren Polster fehlt.
- Topplicht funktioniert nicht. Das reparierte Topplicht wurde später vom Werft-Mitarbeiter fehlerhaft montiert und von ihm „abgefahren“.
- WC-Tür und Schublade klemmen.
- Steuerrad klemmt - zu wenig Hydraulikflüssigkeit.
- Schlecht verlegte Kabel im Ankerkasten.
- Schlecht verlegte Kabel im Stauraum steuerbord.
- Einsatz Staukasten backbord defekt.
- Leckage im Kabinenbereich. Wasserzulaufflansch am Rumpf fehlerhaft montiert.

Keine Reaktion von der Werft bzw. vom Händler. Ausgenommen Abdeckung hintere Polster, Kabel im Ankerkasten.

Während dieser Zeit waren wir zweimal auf der Ostsee und die Steuerung fiel aus. Defekter Schlauchanschluss – keine Hydraulikflüssigkeit.

Wieder mehr Mängel.
- Die Steuerbordverkleidung im Cockpit und die Blende des Plotters „klappern“ erheblich bei höherer Geschwindigkeit.
- Keine LED-Beleuchtung.

Dann der „Hammer“.
- Nachdem das Boot mit nachträglich von uns beauftragtem Unterwasseranstrich versehen worden ist, kann man die „Schieflage“ des Bootes deutlich erkennen. Es fehlen ca. 85 kg auf der Backbord-Seite.
Unsere Vermutung dazu:
Das Boot wird im skandinavischen Raum hauptsächlich mit Backbord-Heckanker ausgeliefert. Wir haben einen Buganker geordert. Alle von uns zusätzlichen georderten Einbauten sind allem Anschein auf der verkehrten Seite eingebaut. Man hat offensichtlich nicht mit einem Buganker gerechnet.
Eine Austrimmung des Bootes ist unseres Erachtens nur mit erheblichen Umbauten (Motor raus?) möglich.

Reaktion der Werft: Staunen - sie wissen nicht warum.
Das „Angebot“ der Werft:
Sie bieten an, das Boot nach Schweden zu holen, um die Ursache der Querschiffsvertrimmung zu erforschen.
Wir haben dieses „Angebot“ aus folgenden Gründen abgelehnt:
- keine Zeitangaben für die Rücklieferung des Bootes
- keine Risikoübernahme für die Baumaßnahmen und den Transport
- keine Sachversicherung seitens der Werft für die Zeit des Besitzes und der Arbeiten
- kein Arbeitsplan bezüglich der Durchführung der Arbeiten
- keine Zusage, dass nur max. 15 kg zusätzliches Ausgleichgewicht verbaut werden
- keine garantierte Rücknahme des Bootes bei nicht gelungener Mängelbeseitigung zum vollen Kaufpreis
- keine Zusage der Werft auf den zukünftigen Gerichtsstand Kiel

Mit anderen Worten: Die Werft hat nur gesagt, dass sie mal schauen will, woran es liegt.

Das Trauma hat ein Ende. Nach Androhung unseres Anwaltes auf Wandlung zu klagen, nimmt die Werft das Boot zurück – mit erheblichen finanziellen Einbußen für uns (51.300 € !!!).
Ein evtl. Rechtsstreit würde laut unserem Anwalt Jahre dauern.

Erklärung:
Wir möchten darauf hinweisen, dass wir ausschließlich unsere Erfahrungen mit der Werft bzw. dem Händler hier geschildert haben. Bei uns fand ein After-Sale-Service praktisch nicht statt. Die meisten Mängel haben wir hier vor Ort beheben lassen, nachdem wir mehrmals die Nachbesserung angemahnt hatten. Unser Latein endete mit der „Vertrimmung“ des Bootes.
Ob es bei anderen Kunden der Werft auch so ist oder war, wissen wir nicht und behaupten wir auch nicht.
Wir wollten uns nur mal den ganzen Frust von der Seele schreiben.

Nimbus Ex-Eigner nimbus-boats.de Antworten

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