Einschätzung unserer Autoren
Navigon 8450 Live
Navigon 8450: Warten auf den ersten Test hat ein Ende
Gemeint ist damit natürlich unter anderem die sogenannte Live-Funktion, die – von TomTom zuerst in die Welt gesetzt – von mittlerweile mehreren renommierten Navihersteller in ihren Spitzennavis angeboten wird. Das Echtzeit-Feature via SIM-Karte biete in der Tat ein markantes Plus an zusätzlicher und zuverlässiger Information. Apropos: Das 8410 kann über ein Software-Update ebenfalls mit dem Live-Feature aufgerüstet beziehungsweise, wie man nach dem Test sagen darf, aufgewertet werden.
Ein zweiter zukunftsweisender Weg, den das 8450 beschreitet, ist die üppige 3D-Kartenanimation, die weit über das bisher Gewohnte hinausgeht – Pocketnavigation beurteilt die 3D-Städte-Karten schlichtweg als „atemberaubend“ –, sowie das optinale DVB-T-Modul für die Aufrüstung der „auf ganzer Strecke überzeugenden“ Multimedia-Fähigkeiten des Gerätes.
Aber auch wer auf die eher „klassischen“ Werte ein großes Gewicht legt, kommt beim Navigon 8450 (und beim 8410) auf seine Kosten. Die Verarbeitung sei „tadellos“, das Display brillant und nahezu immer optimal ablesbar, und in puncto Routenberechnungszeiten zeigte sich das Navi auch sehr schnell. Bis auf die relativ kurzen Akkulaufzeiten oder das optisch störende Live-Kabel jedoch finden sich im ausführlichen Testbericht kaum negative Bewertungen oder Hinweise auf Schwachstellen – wer sich selbst davon überzeugen will beziehungsweise über den Kauf des 8450 oder des 8410 gerade nachdenkt, dem sei der reich bebilderte und die einzelnen Funktionen vorstellende Testbericht daher ans Herz gelegt (Link auf die Homepage von Pocketnavigation.de).
Navigon 8450 Live
Funktionsumfang und Preis
Navigon hat angekündigt, das 8450 Live im Oktober 2009 zum Preis von 499 Euro in den Verkauf zu bringen. Im Verkaufspreis eingeschlossen ist das Live-Modul sowie die integrierte SIM-Karte von T-Mobile zum Empfang von Echtzeitinformationen via Mobilfunknetz. Da das Live-Modul nicht in das Navi integriert ist, kann auch das 8410 auf Wunsch nachträglich um den Live-Dienst aufgerüstet werden. Es ist ab November 2009 ohne Live-Funktion für 450 Euro lieferbar, das separate Live-Modul schlägt mit zusätzlichen 100 Euro zu Buche. Für beide Navis bietet Navigon auch die Option an, zusätzlich für 60 Euro ein DVB-T-Modul zu kaufen, das den Empfang von Fernsehprogrammen ermöglicht.Abgesehen vom Live-Modul, unterscheiden sich wiederum die beiden Geräte 8410 und 8450 technisch beziehungsweise hinsichtlich des Funktionsumfangs nicht. Der relativ hohe Endpreis der Navis resultiert unter anderem aus dem hochwertigen 5-Zoll-Display. Es besitzt im Gegensatz zu den meisten anderen Navis einen kapazitiven Touch-Bildschirm. Gegenüber einem resistiven Display reagiert dieser viel empfindlicher auf Berührungen, spiegelt aber auch deutlich stärker, was sich bei direkter Sonneneinstrahlung nachteilig auswirken könnte. Ein Plus an Routingkomfort verspricht Navigon auch durch die neue Funktion Real City 3D. Sie bietet für vier deutsche Großstädte (Berlin, Frankfurt, Hamburg, München; geplant sind Erweiterungen) fotorealistische Ansichten kompletter Straßenzüge, die die bisher gewohnten 3D-Animationen als Realitätsnähe und Detailreichtunm – unter anderem Zebrastreifen und Ampeln – übertreffen sollen. Das Feature ergänzt die ebenfalls implementierten „klassischen“ 3D-Funktionen von Navigon Panorama View 3D, Landmark View 3D und City View 3D.
Navigon hat beim 8450(8410 außerdem die Sprachsteuerung überarbeitet. Sie nennt sich Voice Interaction Pro, ermöglicht die Steuerung von noch mehr Navi-Funktionen als bisher und sei dazu in der Lage, umgangssprachliche Sätze zu verstehen, so dass sich der Anwender nicht mehr auf kurze Sprachbefehle einschränken muss. Via Bluetooth kann das Gerät auch als Freisprechanlage eingesetzt werden, und die Komfort-Features Text-to-Speech (Ansage von Straßennamen) sowie MyRoutes (tages- und uhrzeitabhängiges Routing) versteht sich angesichts des hohen Preisniveaus ebenso fast von selbst wie das Kartenmaterial von 40 europäischen Ländern.
Ob sich Navigon mit dem 8410/8450 Live erfolgreich gegen den aktuellen Trend zu günstigeren, einfacher ausgestatteten Navis stemmen können wird, bleibt abzuwarten. Infolge der starken Konkurrenz durch die populären Smartphones à la iPhone beziehungsweise Handys, die mit spezieller Navigationssoftware mächtig nachgerüstet haben, ist der Vorteil der mobilen Navis deutlich geschrumpft und beschränkt sich eigentlich fast nur noch auf Komfortfeatures wie zum Beispiel das große Display. Immer mehr Endverbraucher stecken ihr Geld in ein hochwertiges Handy – und so tut Navigon gut daran, ebenfalls Navigationssoftware für Handys anzubieten. Spätestens 2104, so wird gemunkelt und prognostiziert, erleiden mobile Navis das Schicksal der Dinosaurier. So weit wird es sicherlich nicht kommen. Aber die nächsten beiden Jahre werde hart für Gerät wie das 8410 und das 8450 – zumindest auf dem Massenmarkt.
Navigon 8450 Live
Navi mit Ausrüstung für Echtzeit-Informationen
Zeitgleich mit Garmin und Medion reagiert auch Navigon auf die von TomTom bereits seit längerem angebotene Funktionserweiterung eines Navis um Echtzeitinformationen via Internet. Das neue Top-Modell des Herstellers 8450 ist nun ebenfalls mit einer SIM-Karte ausgestattet, über die sich aktuelle Reiseinformationen abrufen lassen. Wie TomTom nennt Navigon den Service „Live“, um die für den Dienst geeigneten Modelle aus dem Portfolio zu kennzeichnen. Anders als bei der Konkurrenz, ist das für den Empfang notwendige „Live-Modul“ nicht in das Gerät integriert, sondern wird zwischen Ladegerät und das Navi angebracht.Die installierte SIM-Karte wiederum stammt von T-Mobile, über dessen Netz das 8450 Live die Informationen abruft. Wie bei Garmin – und im Gegensatz zu TomTom – ist die Reichweite des Live-Service großzügig dimensioniert und auch in weiteren 32 europäischen Ländern empfangbar. Auch in der Kostenkalkulation unterbietet Navigon den Vorreiter TomTom. Nach der ersten Aktivierung ist der Live-Service drei Monate kostenlos, danach kann ein Abonnement für ein Jahr für 79,95 Euro oder für zwei Jahre für 139,95 Euro abgeschlossen werden. Wer innerhalb der ersten dreißig Tage zu einem Abo greift, dem gewährt Navigon sogar noch 25 Prozent Rabatt, so dass die Preise dann bei 59,95 Euro für ein Jahr und bei 104,95 Euro für zwei Jahre liegen. Zum Vergleich: TomTom verlangt nach den ersten drei kostenlosen Monaten je 9,95 pro weiteren Monat. Allerdings sind Medion (4,95 Euro/Monat, Jahresabo 49,95 für das GoPal P4635) und Garmin (erstes Jahr umsonst, danach 79 Euro pro Jahr) noch günstiger.
Im Funktionsumfang dagegen ähneln sich die Live-Funktionen der vier Navi-Hersteller. An erster Stelle stehen natürlich aktuelle Echtzeitinformationen über Staus und Behinderungen auf der Strecke („Traffic Live“, bei TomTom „HD-Traffic“). Navigon wertet dafür Daten anderer Navigon Nutzern sowie von Fahrzeug-Flottenpartnern aus. Die Informationen sollen daher genauer und aktueller als TMC sein. Außerdem werden die Verkehrsinformationen zur Routenberechnung in der speziellen MyRoutes-Funktion von Navigon berücksichtigt.
Darüber hinaus ergänzt der Live-Service die bereits ältere Clever-Parking-Funktion um Angaben zur Anzahl der freien Stellplätze sowie um eine Tendenz, ob sich das Parkhaus füllt oder leert. Wettervorhersagen für bestimmte Orte oder für die komplette Strecke, Hinweise auf mobile Radarstationen – von Usern ergänzbar! – sowie die lokale Suche von POIs über Google Local Search runden den Funktionsumfang des Live-Service ab. Ein Browser zum freien Surfen im Internet ist im 8450 Live von Navigon wie bei den Konkurrenten nicht vorgesehen. Das voll internetfähige Navi ist also leider noch Zukunftsmusik.





