Moto­rola Wil­der

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Unser Fazit

Bil­li­ges Out­door-​Handy ohne Esprit

Schon seit längerem wird über einen Nachfolger für das Outdoor-Smartphone Motorola Defy spekuliert. Doch, was Motorola nun zunächst in Großbritannien auf den Markt gebracht hat, kann kaum als echter Nachfolger bezeichnet werden – eher als abgespeckte Miniatur des leistungsstarken Defys. Denn zum einen handelt es sich bei dem Mobiltelefon nicht um ein Smartphone, zum anderen fällt die Ausstattung selbst für ein Outdoor-Handy reichlich rudimentär aus. So verzichtet Motorola beim Wilder auf die Integration eines GPS-Empfängers, zudem handelt es sich nur um ein Dualband-Gerät. Somit ist es fraglich, ob man im Auslandsurlaub überhaupt mit dem Handy telefonieren kann, da selbst in Europa längst nicht alle Netze auf den Bändern bei 900 und 1.800 MHz funken.

Auch bei der Outdoor-Fähigkeit langt das Motorola Wilder nicht an ebenfalls schlicht gehaltene Konkurrenten wie zum Beispiel Sonim heran. Während deren Handys auch fließendes Wasser und teilweise sogar ein Untertauchen überleben, ist beim Wilder nur die Rede von Spritzwasser. Immerhin soll das Gerät sehr widerstandsfähig gegenüber Staub und Stößen sein. Als zentrale Ausstattungsmerkmale werden eine billige 2-Megapixel-Kamera, ein FM-Radio, Bluetooth sowie ein 3,5mm-Klinkenstecker bezeichnet. Der nicht nennenswerte interne Speicher kann per microSD-Speicherkarte um bis zu 32 Gigabyte erweitert werden, so dass das Handy immerhin als robuster Outdoor-MP3-Player herhalten kann.

Auch die Ausdauer des Wilder fällt mit knapp zehn Stunden Gesprächszeit recht ordentlich aus, obwohl der Akku mit seinen 910 mAh Nennladung vergleichsweise schwach auf der Brust ist. Die Bedienung des Handys erfolgt wie derzeit üblich über einen 2,8 Zoll kleinen Touchscreen, während ein zweites, monochromes Display in Balkenform für die Anzeige von Nachrichten oder Meldungen aus sozialen Netzwerken gedacht ist. Das ist aber leider auch schon das einzig innovative Element am Wilder, ansonsten zeigt das Handy wenig Esprit. Wer unbedingt einen Touchscreen braucht und das teure Defy scheut, könnte geneigt sein, hier zuzugreifen. Ansonsten gibt es zahlreiche Outdoor-Handys mit besserer Ausstattung – auch im Preisbereich zwischen 75 und 100 Euro.

von Janko

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