keine übliche Conga-Spieltechnik möglich
Ich bin seit 34 Jahren Percussionist und habe zur Zeit die WD-X zum Testen in meinem Studio. Mein Augenmerk liegt auf den Conga- und Bongoprogrammen der WD-X.
Trotz intensiven Anpassens, sowohl der Fellspannung, als auch sämtlicher editierbarer Parameter (und das sind leider viel zu wenige), war es mir bis zum Tag fünf nicht möglich, eine vernünftge Conga- oder Bongo-Simulation zu erzeugen. Vor Allem das Congaspiel verlangt eine Spieltechnik ab, wie sie bestimmt seit 30 Jahren nicht mehr praktiziert oder gelehrt wird.
Der Knackpunkt sind die "Slaps", markante Sounds, welche in den Rhythmen die Akzente setzen. Der Conga-Algorhythmus der WD-X kennt offenbar nur zwei Akzente, den geschlossenen, bei gedämpftem Fell (benötigt beide Hände) und den offenen am Rand. Das reicht, um einfache Rhythmen zur Begleitung zu spielen und Anfängern bringt man auch erstmal diese Spielweise bei. Aber für Fortgeschrittene oder Profis ist das einfach zu wenig. Es fehlt sowohl der geschlossene Slap, welcher mit nur einer Hand gespielt wird, als auch sein offen gespieltes Equivalent (ebenfalls mit nur einer Hand zu spielen). (Der Bass-Sound, mit dem Handballen in der Fellmitte gespielt fehlt ebenso, wie die gedämpften Sounds der Fellmitte)
Dadurch, dass man bei der WD-X für den gemuteten Akzent beide Hände braucht, ist man in seiner Ausdrucksweise stark eingeschränkt. Ein virtuoses Spiel ist allerdings nicht nur wegen dieser Einschränkung kaum möglich.
Die WD-X setzt eben nicht die Schwingungen des Fells in entsprechende algorhythmisch erzeugte Klänge um, wie die Werbung verspricht, sondern "eiert" immer so ein bischen um den heißen Brei herum, je nachdem, welcher Sensor sich gerade angesprochen fühlt.
Mal erzeugt ein gedämpftes Fell plus Rimshot einen Slap, mal einen offenen Sound. Ebenso unentschlossen die offene Spielweise. Mal ein satter, offener Congasound, und dann wieder ein Rimshot, obwohl man weder an seiner Spieltechnik, noch -Intensität etwas geändert hat.
Stunden der Editierung haben das bislang nicht ändern können. Das Spielen auf der WD-X ist beinahe "Try and Error", mit Congaspielen hat das jedenfalls eher wenig zu tun, es sei denn, man möchte nur ein bischen Hintergrundbegleitung trommeln. Das kann man aber mit einem Sampleplad besser und billiger.
Ich werde sie wieder zurückgeben. Es gäbe nämlich noch weitere, echte Mängel, wie unüberhörbares Rauschen und Einsträuungen in den Soundchip. Audiotechnisch auf dem Stand der Achtziger, würde ich sagen. Liebe Korgs, wir haben das Jahr 2010 !!
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