Einschätzung unserer Autoren
HTC Magic
Droht dem Android-Smartphone ein Verkaufsstopp?
Hintergrund ist ein Patentrechtestreit, in den der taiwanesische Hersteller des Handys verstrickt ist. Der Patentverwalter IP-Com wirft HTC vor, mehrere Patente zu verletzen, welche für das Fertigen von UMTS-Handys benötigt werden. Die Patente stammen aus einem vor zwei Jahren vom Autozulieferer Bosch aufgekauften Paket von über 1000 verschiedenen Mobilfunkpatenten. IP-Com sorgt nun für deren konsequente Verwertung. Im Hintergrund steht jedoch der US-amerikanische Private-Equity-Fond Fortress, der mit knapp 50 Prozent an IP-Com beteiligt sein soll. Fortress verwaltet immerhin rund 40 Milliarden US-Dollar an Anlegergeldern und hat damit auch den nötigen finanziellen Rückhalt, um selbst teure Patentklagen bis zum Ende durchzufechten. Entsprechend hat IP-Com im Jahre 2008 bereits Nokia wegen Patentverletzungen auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagt.
Im Fall HTC beruft sich IP-Com nun auf ein Urteil des Landgerichts Mannheim vom 27. Februar 2009 (Aktenzeichen 7 O 94/08). Darin hatte das Unternehmen Schadenersatz geltend gemacht und eine Unterlassungserklärung für den weiteren Vertrieb von UMTS-fähigen Handys des Herstellers HTC erwirkt. Nach Informationen der Financial Times Deutschland (FTD) will IP-Com wegen gescheiterter Lizenzverhandlungen mit HTC nun das Urteil vollstrecken lassen, das Oberlandesgericht Karlsruhe daher schon in den nächsten Tagen über die Unterlassungserklärung verhandeln.
Sollte IP-Com mit seinen Forderungen durchkommen, bedeutete das einen Verkaufsstopp für alle HTC-Handys mit UMTS-Technologie. Dies beträfe dann so gut wie alle HTC-Smartphones – von den Netzbetreiber-gebrandeten MDAs, VPAs und XDAs über die Geräte der Touch-Baureihe bis eben hin zum HTC Magic. HTC sieht sich allerdings im Recht und bestreitet die Gültigkeit der vorgelegten Patente. Wer hier gewinnen wird, mag sich derzeit niemand ausmalen – und die Folgen eines für HTC verlorenen Rechtsstreits möchte man sich erst Recht nicht ausmalen...
Update 12.05.2009: HTC hat einen Verkaufsstopp vorerst abwehren können. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat die Vollstreckung der einstweiligen Verfügung bis zum Ende des Hauptverfahrens ausgesetzt.
HTC Magic
Vodafone will monatlich 25 bis 120 Euro sehen
Der günstigste Tarif für monatlich 25 Euro beinhaltet 200 Megabyte Datentransfer für die Bearbeitung von E-Mails und Surfen im Internet sowie eine Wochenend-Flatrate für Telefonate ins Vodafone-Netz sowie ins deutsche Festnetz. SMS und MMS sind nicht im Preis enthalten. Wer diesen Einsteigertarif wählt, muss für das HTC Magic noch 60 Euro bezahlen. Für nur 1 Euro gibt es das Magic zusammen mit dem teuersten Paket für monatlich 120 Euro. Dieses umfasst eine echte Flatrate in alle Mobilfunknetze sowie ins deutsche Festnetz und die unbegrenzte Nutzung von E-Mail- und Internetdiensten. Zusätzlich gibt es Tarife für monatlich 45 und 60 Euro, die naheliegenderweise einen Mittelweg zwischen diesen beiden Angeboten darstellen.
Wirklich günstig sind die Tarife leider nicht. Der günstigste Tarif ähnelt stark Complete XS, dem iPhone-Angebot für Einsteiger von T-Mobile. Für 25 bis 30 Euro erhält man bei anderen Providern aber längst eine echte Flatrate ins eigene Netz und nicht nur eine Wochenend-Flatrate – inklusive eines 200-MB-Datentarifs. Die Allround-Flatrate orientiert sich ebenfalls fast 1-zu-1 am Tarif Complete L für das iPhone von T-Mobile. Schade, da hätte man sich schon etwas Eigenständigkeit von Vodafone erhofft – und auch ein vertragsfreier Vertrieb des HTC Magic wäre begrüßenswert gewesen.
HTC Magic
Zweites Android-Handy kommt bei Vodafone
Die Verkaufsstrategie bleibt allerdings gleich: Wie das G1 beim rosafarbenen Riesen wird es umgekehrt auch das HTC Magic nur exklusiv bei Vodafone zu kaufen geben. Wer also hierzulande ein HTC Magic erwerben möchte, wird zu Vodafone gehen müssen. Dies ist allerdings nicht überall so. Die Kooperation zwischen dem Hersteller und Vodafone erstreckt sich nur auf die Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien. In anderen Ländern, so auch Italien, wird es das HTC Magic dagegen auch bei anderen Providern zu kaufen geben.
In Deutschland soll es ab April 2009 erhältlich sein, Preise wollte Vodafone noch nicht nennen. Fraglich ist derzeit auch noch, ob Vodafone für das Vorzeige-Smartphone eigene Tarife auflegen wird wie T-Mobile für das G1. Auch ist noch unklar, ob es das HTC Magic eventuell SIM-Lock-frei bei Vodafone zu kaufen geben wird. Ähnlich wird es bei dem ebenfalls exklusiv vertriebenen BlackBerry Storm gehandhabt.
HTC Magic
Schlankes Android-Handy ohne Tastatur
Eine ordentliche Bildschirmtastatur für den 3,2 Zoll großen Touchscreen vorausgesetzt sollte das aber keinen allzu schweren Nachteil darstellen – zumal das HTC Magic bei vielen Kunden durch sein eleganteres Design besser ankommen dürfte. Es wiegt weniger als 120 Gramm und damit spürbar weniger als das G1 mit fast 160 Gramm. Trotzdem sind die inneren Werte gleich geblieben: Im HTC Magic arbeitet ein Qualcomm-MSM7201A-Prozessor mit 528 MHz Taktrate, als Speicher besitzt es 512 Megabyte ROM, 192 Megabyte RAM. Dieser kann per microSD-Karte erweitert werden. Das Android-Smartphone funkt im Quadband und beherrscht neben UMTS auch die Datenbeschleuniger HSDPA und HSUPA. Ein WLAN-Modul ergänzt diese Ausstattung, Bluetooth und eine Infrarot-Schnittstelle ergänzen die Konnektivität. Hinsichtlich Multimedia bietet das Magic eine 3,2-Megapixel-Kamera, einen Media Player und einen GPS-Empfänger.
Sehr positiv zeigt sich auch die Ausdauer: Das HTC Magic soll im GSM-Betrieb 7,5 Stunden am Stück für Telefonie geeignet sein, im UMTS-Netz sind es noch 6,7 Stunden. Das ist jeweils eine gute Stunde mehr als beim G1. Noch eindrucksvoller ist die Stand-by-Zeit: Das HTC Magic hält mit mehr als 27 Tagen anderthalb Wochen länger durch als sein bekannter Vorgänger. Wie es scheint, erhält man mit dem HTC Magic sozusagen das „bessere G1“ - es ist schöner, leichter und ausdauernder. Sofern man auf eine physische Tastatur verzichten mag.











