Wer keine Probleme hat…der kauft sich welche!
DirkF. schreibt am :
(ausreichend)
- Eine kleine Reise in die Untiefen der privaten Speiseeisproduktion mit einer „Gaggia Gelateria“
Wieder einmal näherte sich vehement der Tag meiner Geburt und ich verspürte schon des Längeren, dem unwiderstehlichen Drang mir eine Eismaschine zu leisten. Eigentlich hätte ich diese ja aus Dankbarkeit mich in diese Welt geboren zu haben schenken müssen aber Egoist der ich nun wohl bin belohnte ich mich selbst für mein Dasein auf dieser Erde.
Nach umfangreichen Recherchen und dem Martyrium auch möglichst alle im Netz auswertbaren Informationen zu sammeln, zu lesen und zu bewerten, entschloss ich mich nun endlich, nach drei Wöchiger Bedenkzeit und allem Für und Wider eine Gaggia Gelateria zu bestellen.
Bereits einen Tag nach der Order ging das große Paket ein und voller Vorfreude begann ich sofort mit dem Auspacken des „Eiswunders“
In gleißendem Weiß mit silbernen und blauen Kunststoffapplikationen stand sie nun auf unserer Massivholz Küchenplatte und schimmerte gar wunderbar vor sich hin.
Dies musste sie leider für mindestens 12 Stunden, damit sich das im Gerät befindliche Kühlmittel entsprechend verteilen und setzen kann.
So dämmerte sie also rund 36 Stunden vor sich hin um dann von mir, mit größter Freude, das erste Mal in Betrieb genommen zu werden.
Die Behälter und Spatel schön gespült und los ging es…Nach einer guten halben Stunde hatte ich das erste fertige Eis im Behälter, welchen ich sogleich in heller Vorfreude auf das Ergebnis entnahm.
Das was aus dem Behältnis billig, und wenig stabil wirkendem Einsatzbehälter zu entnehmen war - es sah nicht nur aus nein es schmeckte auch noch nach Eis! Nicht so überzeugend war die Ausbeute: der Teil, welcher nicht Betongleich am Einsatzbehälterboden oder dessen Rand gefroren war, wurde entsprechend schnell verzehrt.
„Toll“ dachte ich, die horrenden Ausgaben für Eis mit billigem Pflanzenfett gehören nun der Vergangenheit an…ja ich dachte…das hätte ich wohl lassen sollen…
Die nächsten zwei Wochen lief bis auf den „Ausschuss“ am Behälterboden und dessen Wänden und einem wohl durch den im Gerät verbauten entsetzlich Quietschenden Keilriemen alles ganz proper. Dann betrat ich die Küche während das Rührwerk noch werkelte und sah mit Erstaunen, wie sich der Aufliegende Deckel, über der Eiskammer, vom Gerät abgehoben hatte und auf einer gar niedlichen Eiswolke tanzte. Ich begann zu überlegen ob es doch so etwas wie Magie geben konnte und entschloss mich dann doch wenig Wundergläubig mal genauer drauf zu sehen. Und da erschloss sich mir das es keine Zauberei gibt: Die von einer Stahlschraube in Hartplastik gehaltene Rührspatel hatte die aufsitzende Plastikkappe schlicht nach oben weggesprengt und der Behälter mit der anziehenden Eismasse sich mit samt der Spatel nach oben heraus geschoben. Die ehemals auf der Schraube befindliche Hartplastikkappe war verschwunden im Eis-Nirwana und wurde von mir erst nach umfangreichem suchen in der klebrig-süßen Masse zurückgewonnen.
Dann ein Anruf bei Phillips, welche den Service machen und das Gerät wurde abgeholt und in den Service Stützpunkt zur Prüfung gegeben. Deren Resultat nach einer Woche: Irreparabel zerstört; Gutschrift. Gut dachte ich mir so dann und bestellte ein ebensolches Gerät erneut während ich mir dachte „kann ja mal passieren!“ –„Auch beim Testsieger“.
Bestellt – geliefert- stehen lassen. Gerät Sichtgeprüft und die zentrale Sicherungsverschraubung genau betrachtet: Feststellung ich gebe, weil bereits spröde, rissig und einer schief eingesetzten Schraube dieser Zentralsicherung der Spatel-Achse maximal zwei Wochen Dachte ich…und wieder hätte ich nicht denken sollen…
Bereits beim ersten Testlauf fing der Keilriemen des Gerätetriebes an zu jaulen wie bei einem alten Auto. Dafür hielt die Sicherungsschraube aber diesmal nur noch vier Tage bzw. Acht Portionen Eis durch.
Freunde, Ihr wollt es wissen? Ja am kommenden Mittwoch lässt Phillips das Gerät abholen zur Prüfung! Ich vermute ich kann eine neue Bestellen da der gleiche Fehler wie beim ersten Exemplar.
Diesmal bin ich jedoch schlauer: den zentralen Sicherungsbolzen lasse ich mir von einem Freund auf einer leckeren Drehbank aus feinstem Edelstahl fertigen – der bricht nie mehr!! Unverständlich warum eine Firma bei einer Listenpreis Höhe von über 400 € nicht in der Lage ist ein solches Teil an einer Sollbruchstelle zu verbauen…aber das wird wohl auf ewig ein Geheimnis unserer Italienischen Freunde bleiben!!
Na und für das Quietschen: vielleicht sollt ich´s mal mit „Caramba“ oder „Super-Lube“ versuchen –wär ja auch noch was..Man(n) gönnt sich ja sonst nix!
Ich werde einen dritten Anlauf wagen denn wenn sie läuft, dann macht sie schönes Eis, wohlbemerkt: wen sie denn läuft. Drum prüfe wer sich >“Gaggia“ bindet ob sich nicht noch was Besseres findet In diesem Sinne: „Glück auf!“
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