Inzwischen sind 30 Jahre vergangen, als der erste C64 (liebevoll Brotkasten genannt) in die privaten Haushalte einzog und einen Siegeszug als Spielekonsole und Heimcomputer hinlegte, wie es kaum ein anderes IT-Gerät von sich behaupten kann. Der 8-Bit-Heimcomputer war in beiden Anwendungsbereichen sehr flott und konnte mit seinem einfachen Betriebssystem so überzeugen, dass andere Hersteller es als Vorbild nahmen.
Dank der Schrumpfung der Hardwaregrößen fanden viele moderne High-End-Komponenten ihren Platz im angestammten C64-Gehäuse, das nicht mehr als eine zu dick geratene Tastatur ist. Farbe, Gehäuseform, Tasten und Commodore-Schriftzug sind wie das Original 1982. Oder um den Hersteller zu zitieren:“A 21st Century Update“ macht deutlich, was man sich im Rahmen eines Nostalgie-Anfalls so leisten kann. Im Inneren des C64x-EX finden sich die modernsten Komponenten ein und machen den Brotkasten zum Rechenboliden. Falls man die 1.500 US-Dollar für die Anschaffung ausgeben möchte, kann man sich zur Gilde der extremen Brotkasten-Besitzer zählen. Ein Mini-ITX-Mainboard mit 1155er Sockel macht es möglich, einen Intel Core i7-2720QM der Sandy Bridge-Generation zu benutzen.
Die vier physikalischen Kerne takten mit 2.200 MHz und beschleunigen im Turbo Boost auf 3.300 MHz als Single-Core. Die beiden DIMM-Slots können maximal mit 16 GByte bestückt werden, jedoch ist die hier vorgestellte Extreme-Version mit 2 x 4 GByte ausgestattet. Als Grafikeinheit arbeitet der Intel HD3000-Chip, der in den Prozessor integriert ist. So findet man an der Rückseite des Brotkastens eine HDMI-, eine analoge VGA und eine DVI-Schnittstelle vor. Daneben sind Gigabit-LAN, Audio, PS/2 USB-Ports installiert. Auf der rechten Seite hat man dem C64 einen MultiCard-Reader und zwei USB 3.0-Ports spendiert, die auf der Gegenseite durch einen DVD-Brenner ergänzt werden. Das Sahnehäubchen stellt die 2 TByte große, mit 7.200 Umdrehungen arbeitende SATA-Festplatte dar, die in Größe und Performance gut zur restlichen Ausstattung passt.
Als Betriebssystem kann ein Ubuntu 10.10 benutzen, das durch Wine die entsprechenden Emulationen zum alten C64-Betriebssystem ermöglicht und Spiele der 80er Jahre mit einem Klick wieder ins Leben zurückruft. In der VirtualBox laufen sowohl das Commodore OS Vision als auch nach eigenem Bedarf eine Windows-Installation. Natürlich kann man auch die Linux-Installation entfernen und durch ein anderes Betriebssystem ersetzen.
07.11.2011



























