om hierzulande relativ unbekannten englischen Hersteller Breville wird über Amazon derzeit ein Bügeleisen verkauft, das mit einer erstaunlich hohen Dampfleistung für vergleichsweise wenig Geld die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Das Gerät kostet nämlich sogar weniger als so manches simple Trockenbügeleisen ohne jeglichen Komfort.
Dampfbügeleisen der Mittelklasse fangen bei den renommierten Herstellern bei Preisen ab 40, 50 Euro an. Für dieses Geld bieten die Geräte meistens eine Dampfleistung von 30 bis 35 Gramm in der Minute sowie einen deutlich darüber liegenden Extra-Dampfstoß, wenn es hartnäckigen Falten an den Kragen gehen soll. Die Modelle aus der Low-Budget-Liga hingegen schaffen in der Regel kaum mehr als 20 Gramm in der Minute, bei etlichen muss auf den Extra-Dampfstoß oder so angenehme Funktionen wie Vertikaldampf zum Auffrischen von Kleidern, die auf dem Bügel hängen, verzichtet werden.
Man glaubt daher schier seinen Augen nicht, dass das Breville diese Marktregel souverän ignoriert. Das Eisen leistet bis zu 30 Gramm in der Minute Permanentdampf, dessen Stärke sogar zu allem Überfluss auch noch reguliert werden kann. Den harten Burschen unter der Bügelwäsche wiederum lässt sich mit Extra-Dampfstößen von bis zu 80 Gramm in der Minute begegnen, auch dies ein exzellenter Wer für ein Dampfbügeleisen der Mittelklasse. Ferner verfügt das Eisen auch noch über die Vertikaldampf-Funktion, reinigt sich selbst und verhindert unschönes Tropfen aus der Bügelsohle („Tropfstopp“). Auch am Wassertank gibt es nicht viel zu mäkeln: 280 Milliliter sind ebenfalls Standard in der Mittelklasse. Lediglich in der Watt-Leistung hinkt es einen Tick hinterher: 1.800 Watt sind beileibe kein Referenzwert, trotzdem wäre es unfair dem Breville deswegen gleich Schwachbrüstigkeit nachzusagen.
Kurzum: In puncto technischer Ausstattung präsentiert sich das Breville als typisches Mittelklasse-Bügeleisen, umso verwunderter reibt man sich die Augen: Über Amazon wird es derzeit für um die 20 Euro herum (Amazon) vertickt – fast mag man einen Fehler des Internetversenders vermuten, aber auch in seinem Heimatland liegt das Breville auf Low-Budget-Niveau. Im Großen und Ganzen erntet es dort sogar gute bis sehr gute Kritiken, für den Durchschnittsbügler soll es einen Kauf mehr als wert sein – nur ganz wenige Käufer zeigen sich eher enttäuscht über das Eisen. Referenzbewertungen aus dem deutschsprachigen Raum liegen leider nicht vor, natürlich wüsste man zu gerne, ob das englische Bügeleisen auch deutschen Ansprüchen gerecht werden kann. Aber was spricht dagegen, angesichts eines so attraktiven Angebots dieser Frage einmal in der Praxis nachzugehen?
09.08.2011



























