Einschätzung unserer Autoren
Nobel getunter 3er-BMW mit optimiertem Drehmoment
Auf den ersten Blick sieht der B3 aus wie ein 3er BMW in Kombi-Ausführung. Aber der Heckschriftzug „Alpina“ verrät, dass mehr hinter diesem Touring stecken muss, vor allem mehr Leistung. Die Modifikationen beschränken sich jedoch nicht allein auf eine höhere Geschwindigkeit.
Umgebauter Reihensechser
Als Basisfahrzeug haben sich die Alpina-Tuner einen 335i gegriffen und den Reihen-Sechszylinder des BMW umgebaut. So bekam der Benziner einen weiteren Turbolader verpasst, der ein anderes Kurbelgehäuse, eine neue Kurbelwelle und eine geänderte Luftzuführung erforderlich machte. Ihr Hauptaugenmerk richtete die Firma auf ein geändertes Drehmoment. Im B3 liegen 600 Newtonmeter bei 3000–4000 Umdrehungen pro Minute an, als Leistung stellt das Triebwerk maximal 410 PS (301 kW) bereit. Im Serien-BMW hatte der Motor nur 400 Newtonmeter und 306 PS. In den Fahrleistungen schlägt sich die Alpina-Arbeit mit einer Spitzengeschwindigkeit von 305 Stundenkilometern sowie einer Beschleunigung innerhalb von vier Sekunden auf Tempo 100 nieder.
Rostfreie Abgasanlage und Getriebe aus dem V8
Auch der Auspuff und das Getriebe wurden ausgetauscht. Eingebaut ist eine Edelstahl-Anlage sowie das Automatik-Getriebe, das sonst die Gänge beim V8 wechselt. Erstaunlich dabei ist, dass der B3 sich mit nur 7,6 Litern (EU-Mix) zufriedengibt. Im Fahrtest der Schweizer „Automobil Revue“ konnte der allradgetriebene B3 Touring von Alpina auch jenseits der 200 Stundenkilometer voll und ganz überzeugen, er lieferte auf der Autobahn eine souveräne Vorstellung ab. Wer auf die Kombi-Qualitäten gesteigerten Wert legt, kann sich am Laderaumvolumen von rund 500 Litern erfreuen. Fazit: Der B3 Biturbo von Alpina ist ein gepflegtes Tuning-Modell des 335i und hat außer mehr Leistung auch viel Laufkultur zu bieten und kann daher empfohlen werden.
Tiefergelegter Spritspar-3er
Ein 3er BMW passt im allgemeinen Bewusstsein nicht zu Fahrern, die das Spritspar-Potenzial eines Autos schätzen, sondern die sich zu Breitreifen und dunkel abgeklebten Heckscheiben bekennen. Aber die Zeiten ändern sich, und mit dem 320i Efficient Dynamics Edition mutiert der sportliche Mittelklasse-BMW zum Benzin-Knauserer.
Kooperation mit Citroën und Peugeot
Den Vierzylinder haben die Bayern in Zusammenarbeit mit dem PSA-Konzern entwickelt. Er leistet dank Turbo-Aufladung 170 PS aus 1,6 Litern Hubraum und soll sich laut Werksangabe mit nur 5,3 Litern (kombiniert) zufrieden geben. Zwei Fachmagazine kamen zu anderen Verbrauchswerten, die aber immer noch niedrig ausfallen. So erreichte die „Auto Bild“ durch besonders gefühlvollen Umgang mit dem Gaspedal 5,4 Liter, während die „Auto Zeitung“ im Fahrbetrieb ohne besondere Rücksicht auf Verluste den 320i mit 7,8 Litern Super auf 100 Kilometern bewegte. Beide Zeitschriften nutzten das manuell geschaltete 6-Gang-Getriebe, dessen Übersetzung für den Zweck des Kraftstoffsparens angepasst wurde. Außerdem haben die Ingenieure an der Aerodynamik gefeilt und dazu die Karosserie tiefergelegt, überdies rollt der 3er ab Werk auf Reifen der Sorte Michelin Energy Saver und verfügt über ein Start-Stopp-System.
Auf Wunsch auch flott
Der Bordcomputer besitzt einen Energiesparmodus mit optimierter Schaltpunktanzeige, der sich deaktvieren lässt. Ruft man die Leistung des Triebwerks ungehemmt ab, dann sind 100 Stundenkilometer innerhalb von 7,6 Sekunden aus dem Stand ebenso möglich wie ein Spitzentempo von 230 km/h. Auch am Durchzugsvermögen mangelt es bei 250 Newtonmetern nicht. Eine eher beherzte Fahrweise würde aber dem Zweck des Autos nicht gerecht werden, das für frühes Hochschalten und entspanntes Dahinrollen entwickelt wurde. Fazit: Die „Auto Zeitung“ (Ausgabe 8/2013) sieht den 320i ED weder als besonders dynamisch noch als besonders sparsam, während die „Auto Bild“ (Ausgabe 17/2013) den Extra-3er empfiehlt, weil er nicht mehr als der normale 320i koste, aber spürbar weniger verbrauche. Ob man die Efficient Dynmics Edition als sinnvolle Investition betrachtet, hängt offenbar stark davon ab, ob man sich zu einer zurückhaltenden Fahrweise durchringen kann. Der BMW 320i ED ist für rund 33.500 EUR erhältlich.
Der fast perfekte Dreier
Der 335i xDrive Automatik ist das Renommierstück der Bayerischen Motorenwerke, wenn es um die 3er-Serie geht. Der Wagen besitzt Allradantrieb, Automatikgetriebe und einen Sechszylinder mit 306 PS. Nach Testberichten handelt es sich um ein hervorragendes Auto, das allerdings ein großes Loch ins Budget reißen kann.
Seidenweicher Sechszylinder
Sowohl die „Auto Zeitung“ als auch die „auto, motor und sport“ haben den leistungsstärksten Vertreter der normalen 3er-Serie unter die Lupe genommen. Und beide Fachmagazine rühmen den Motor, der durch seidenweichen Lauf und einwandfreie Kraftentfaltung unter allen Bedingungen besticht. Die Motorleistung von 225 kW wird auf beide Achsen verteilt, und zwar je nach Erfordernissen in unterschiedlicher Dosierung zwischen vorne und hinten. Damit ist auch unter jenen Umständen noch Traktion gegeben, unter denen ein Standard-3er mit Hinterachsantrieb seine Probleme hat, etwa auf verschneitem Untergrund. Der 2,8-Liter-Reihenmotor mit Turboaufladung beschleunigt den 335i xDrive in rasanten 5 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer, und erst bei abgeregelten 250 Stundenkilometern stellt dieser BMW die Beschleunigung ein.
Kraftstoff sparende Automatik
Das Automatikgetriebe schaltet in acht Stufen und spart dabei – unüblicherweise - gegenüber der handgeschalteten Variante noch etwas Benzin. Der Hersteller gibt einen kombinierten Verbrauch von 7,6 Litern an, während es beim manuellen Getriebe 0,6 Liter mehr sind. Ob Sparsamkeitserwägungen beim Erwerb und Betrieb dieses Wagens allerdings im Vordergrund stehen, darf bezweifelt werden. Die 48.360 EUR, die für den 335i xDrive hinzulegen sind, erfordern ein gut gefülltes Bankkonto oder einen großzügigen Arbeitgeber.
Neue innere Werte
Der Touring ist eher ein Kombi mit Alibi-Funktion, aber ohne echte Nehmerqualitäten beim Verstauen größerer Lasten - so lautet eine häufige Kritik am Münchner 3er mit der steilen Heckklappe. Die neue Version räumt mit diesen Klischees offenbar auf.
Heckscheibe lässt sich öffnen
Im Heck lässt sich ein Ladevolumen von maximal 1500 Litern unterbringen. Dies ist ein Zuwachs um 115 Liter gegenüber dem Vorgängermodell. Im Normalzustand, also bei nicht umgeklappter Rücksitzbank, bleiben noch 495 Liter übrig, um alles Notwendige im Kofferraum zu deponieren. Das Beladen geschieht nicht nur über die Heckklappe, in ihr kann auch allein die rückwärtige Scheibe geöffnet und angehoben werden, um kleinere Gegenstände hineinzuhieven.
Praktische Kofferraum-Extras
Sollen nur einige Bretter oder Stangen von A nach B transportiert werden, dann lässt sich die Rücksitzbank nur in der Mitte umklappen, während die Plätze links und rechts erhalten bleiben. Die Abdeckung des Kofferraums kann, wenn sie nicht benötigt wird, diskret im untereren Bereich der Ladefläche verschwinden.
Unvollständig: Ein 3er ohne 6er
Ein Wermutstropfen für eingefleischte BMW-Anhänger wird sein, dass kein Reihen-Sechszylinder angeboten wird. Ein solcher laufruhiger Motor, der mit turbinenartigem Geräusch in die schnellere Gangart verfallen konnte, war sonst der Inbegriff der bayrischen Aggregate, zumindest bei den kleineren Modellen. Statt dessen treibt ein Turbo-Vierzylinder den Kombi voran, der bei flottem Tempo durch höheren Benzinverbrauch unangenehm auffällt.
Stressfreies Cockpit
Die Innenausstattung ist apart und zweckmäßig, der Fahrer muss nicht ständig unnötigem Schnickschnack seine Aufmerksamkeit schenken, sondern kann sich auf das Wesentliche konzentrieren – ein Konzept aus guter BMW-Tradition, das in Zeiten elektronischer Überfrachtung hoffentlich Nachahmer findet. Der Touring der 3er-Reihe steht ab September 2012 beim Händler und hat als Benziner einen Grundpreis von rund 35.000 EUR.










