Einschätzung unserer Autoren
Apple iPad WLAN (32 GB)
Ein kleiner Praxistest
Schon beim Öffnen des Kartons trat Verwunderung in die Gesichter der Redakteure, da sich die Ausstattung auf einen USB-Stromadapter plus einer Karte mit Hinweisen der Schaltfunktionen beschränkte – keine Bedienungsanleitung vorhanden. Nach dem Einschalten des Apple iPad erschien lediglich das Adapterkabel und das iTunes-Icon auf dem Display – was tun? Auf der Rückseite der beigelegten Karte war dann ein Hinweis auf das Manual zu finden, der besagte, dass man einen PC benötigt, um ein iTunes-Konto zu eröffnen, damit anschließend die USB-Verbindung zum iPad das System starten kann. Apple-Abhängige empfinden so etwas als vollkommen normal, Computer-Laien sind da schon aufgeschmissen.
Nachdem endlich der aus der Werbung und dem Karton-Aufdruck bekannte Desktop erschienen ist, konnte man die WLAN-Verbindung durch Eingabe des Passwortes flott herstellen. Die Empfangsqualität konnte man als „befriedigend“ bezeichnen, da nur in den „toten Ecken“ die Verbindung abriss. Webseitenaufbau und Youtube-Funktionen sowie die Anbindung an iTunes arbeiteten angenehm flott. Es bleiben Kalenderfunktionen, Video und Musik, sowie die Googlemap und die eMail-Funktion. Die eigentliche Personalisierung des iPads erfolgt erst durch den Zukauf der vielen Apps aus dem Apple-Store und den Angeboten aus iTunes – Fremdformate, die in der PC-Welt gebräuchlich sind werden nicht akzeptiert.
Unisono wurde von allen Testern bescheinigt, dass das Apple iPad viel zu schwer ist, um es auf Dauer in einer Hand zu halten. Auch die mangelhafte Griffigkeit im Randbereich galt bei vielen als Manko, die befürchteten, das Gerät könnte aus der Hand rutschen. Die gebürstete Aluminium-Rückseite ist besonders empfindlich gegenüber Verschmutzung, so dass sich aus dem bereits erwähnten ergibt: das iPad gehört unbedingt in ein Etui. Die gesamte Bedienung via Touchpad erschien als denkbar einfach, obwohl sich einige eine direktere Reaktion, insbesondere beim Safari-Browser wünschten. Die eingeblendete Tastatur und deren Empfindlichkeit ist für Neulinge gewöhnungsbedüftig, da sie sehr schnell und auf mehreren Anzeige-Ebenen (Buchstaben, Zahlen, Umlaute)arbeitet.
Nur wenige Probanden waren bereit, für 590 Euro in die eingeschränkte Apple-Welt einzutreten, da es auf dem rapide wachsenden Markt der Tablet-PCs (Pads) sehr viele Alternativen mit größerer Kompatibilität gibt.
Apple iPad
Multimedia-Spielzeug mit „magischen Momenten“
Weitere Higlights des iPads sind für Stiftung Warentest ferner zum Beispiel noch die „überdurchschnittlich“ gute Farbdarstellung des LC-Displays sowie der sehr gute Blickwinkel – selbst von der Seite wirke das Bild „angenehm kräftig“. Die Akkulaufzeit wiederum falle mit zehn Stunden recht üppig aus. Leider kann der Akku nicht gewechselt werden, aber dies ist auch beim iPhone der Fall und daher schon fast ein Markenzeichen von Apple.
Bemängelt hingegen werden die langsame Reaktionszeit (schlecht bei Filmen und Spielen) und das bei Sonnenlicht stark spiegelnde Display. Dass die Finger auf dem Bildschirm unschöne Spuren hinterlassen, trifft allerdings auf alle Touchscreens zu – und kann mit einer Displayfolie unterbunden werden. Auf der Tastatur wiederum lassen sich, so die Tester weiter, E-Mails und kurze Texte gut schreiben, für längere Texte hingegen ist die virtuelle Tastatur des iPad weniger gut geeignet.
Und dann natürlich noch der Preis: 499 Euro kostet das iPad in der günstigsten Version, 799 Euro werden für die Top-Version mit UMTS-Modem und 64 GB Speicherplatz fällig – wer sich das iPad zulegen möchte, legt für den Tablet-PC den Gegenwert eines gut ausgestatteten Notebooks hin, ohne dass das iPad ein Notebook komplett ersetzen kann. Die Investition in das zwar schöne, aber eben doch eher in die Kategorie „Spielzeug“ fallende iPad will daher wohlüberlegt sein.
Apple iPad
Der nächste Apple-Hype ist da
Wenn Apple-Chef Steve Jobs behauptet, das iPad wäre sein Lebenswerk und das wichtigste Ding, das er je gemacht hat, könnte man glatt widersprechen. Man erinnere sich nur an die Einführung des iPods und der gleichzeitigen Rettung Apples vor dem totalen Bankrott – mit dem iPod hat alles angefangen. Mit dem iPad folgt jetzt das nächste Gerät, das von der Nutzung des App Stores profitiert. Sollte sich dieser Tablet-PC nur annähernd so gut verkaufen wie die anderen Kleingeräte von Apple, dann geht wirklich ein Ruck durch die IT-Welt, wie man es noch nicht erlebt hat.Nüchtern und rein technisch betrachtet kann Apples iPad einen Notebook-User, der auch mit dem Umgang eines Tablet-PCs vertraut ist, nicht wirklich in Wallung bringen – iPhone-Nutzer schon eher. Apples Klientel verzichtet gerne auf die Vielseitigkeit und Offenheit der restlichen IT-Welt und lässt sich gerne binden. So sucht man vergeblich an dem schicken Aluminium-Gehäuse nach einem bekannten USB-Anschluss um Peripherie anzubinden. Lediglich ein 30-Pin-Anschluss für das Keyboard-Dock ist da zu entdecken, welches das iPad aufnimmt wie eine Buchstütze.
An Konnektivität mangelt es dem 9,7 Zoll großen Tablet-PC nicht, wenn man die drahtlosen Verbindungsmöglichkeiten nutzt. Alle WLAN-Protokolle werden genauso unterstützt wie Bluetooth 2.1 und gegen Aufpreis stehen auch UMTS/HSDPA sowie GSM/EDGE zur Verfügung. Das Basismodell kommt mit 16 GByte Flash-Speicher aus, der sich aber auch auf 32 oder 64 GByte in der Kapazität erhöhen lässt. Ein speziell für das iPad entwickelter 1 GHz Prozessor sorgt für das reibungslose Laufen aller Anwendungen, die dem Mac-User ohnehin bekannt sind. Neben Internet-Programmen finden sich eine kleine Office-Suite, falls man wirklich mit dem Gerät arbeiten will. Vielmehr bieten sich unzählige Spielereien an, die mit dem Bewegungstablet gesteuert werden können. Und als besonders interessant wird sich das Lesen von Zeitungen und eBooks auf dem iPad entwickeln, denn eine Auflösung von 1.024 x 768 Bildpunkten bietet eine Menge Komfort. Wer springt auf den iPad-Hype auf? Warten wir es ab, ob uns zukünftig die iPads in U-Bahnen und Bussen genauso überschwemmen werden wie es von iPod und iPhone bereits vorgelebt wird. Apple wird den Interessierten schon beweisen, dass dieser Tablet-PC die IT-Welt revolutionieren wird.














