Der Großteil der User kannte bisher wohl gerade einmal den Unterschied zwischen Notebook und Tablet. Doch nun hat Acer mit dem Iconia Dual Screen Tablet eine Kombination aus beidem auf den Markt gebracht. Statt einem, sind nun zwei Display vorhanden, wobei das untere Panel bei Bedarf entweder als zusätzlicher Arbeitsplatz oder als Tastatur verwendet werden kann.
Die Zweiteilung des Arbeitsplatzes sorgt in erster Instanz für mehr Übersicht und für eine größere Arbeitsfläche. Der obere Bildschirm eignet sich sehr gut für die Anzeige von Dokumenten, Hauptfenstern oder Bildbearbeitungsprogrammen, also Anwendungen, die Vorrang haben. Das untere Panel sollte hingegen eher für temporäre Dateien genutzt werden, wie zum Beispiel kurzzeitige Fotoansichten. Bei Bedarf kann aber auch eine virtuelle Tastatur angezeigt werden, womit man dann fast ein Notebook vor sich stehen hat.
Beide 14 Zoll Displays weisen eine sehr gute Stabilität auf und befinden sich hinter einer verspiegelten Scheibe. Damit ist ein Außeneinsatz so gut wie unmöglich, da die Lichtreflexionen zu stark sind, um die Displayanzeigen gut zu erkennen. Hinzu kommt, dass das obere Panel nur einen geringen Kontrast von 132:1 bietet und so ein Schwarz schnell einen Graustich bekommt. Die untere Anzeigefläche hat dafür einen recht guten Schwarzwert und eine mittlere Helligkeit von 175 cd/m². Der Kontrast befindet sich mit 648:1 in einem guten Bereich.
Als problematisch sind hingegen die Blickwinkel anzusehen. Die Farben invertieren sehr schnell und wirken verschleiert. In der Horizontalen sind die Sichtwinkel bis zu 50 Grad stabil, bevor die Farben verfälschen. Generell wirkt der Farbraum auf dem unteren Bildschirm sehr klein, da man als Nutzer in einem 45 Grad Winkel auf diese Ansicht blickt. Hier machen sich die schlechten vertikalen Blickwinkel besonders bemerkbar.
Eine hohe Leistung liefert der Intel Core i5-480 mit einer Taktrate von 2 x 2,66 GHz. Mit Hyper Threading arbeiten vier Kerne gleichzeitig und machen die CPU recht schnell. Dem Prozessor steht eine große 640 GB Festplatte und ein 4 GB großer Arbeitsspeicher zur Seite. Die Intel Graphics media Accelerator HD onboard ist die einzige Grafikeinheit im System.
Der mobile Einsatz wird, außer von den spiegelnden Displays, auch von dem hohen Gewicht von rund 2,7 Kilogramm eingeschränkt – viele andere Notebooks sind leichter und auch langlebiger. Das Dual Screen Tablet erreicht nämlich nur eine geringe Akkulaufzeit von maximal 2 Stunden und 46 Minuten (Idle-Betrieb). Surf-Sessions werden mit diesem Acer-Modell auch recht knapp ausfallen, da sich der Akku nach 2 Stunden und 11 Minuten verabschiedet. Pluspunkte sammeln dafür dank guter Stabilität und Verarbeitung die Base-Unit und der Deckel. Auch bei großem Krafteinsatz lässt sich das Tablet an keiner Stelle eindrücken oder verbiegen. Und auch die virtuelle Tastatur kann nach einer kurzen Eingewöhnungsphase überzeugen. Da man beim Tippen weder einen Druckpunkt noch einen Hub wahrnimmt, ist das Schreibgefühl zunächst etwas unbefriedigend. Es ertönt lediglich ein Ton, wenn man die Tasten berührt. Wünschenswert wäre ein spürbares Feedback wie eine Vibration gewesen.
Die Kombination aus Notebook und Tablet lässt sich Acer mit rund 1.640 Euro (Amazon) ordentlich was kosten. Es stellt sich die Frage, ob diese Anschaffung in Anbetracht der kaum vorhandenen Mobilität und der sehr mittelmäßigen Displays wirklich lohnenswert ist.
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- Erschienen: 06.05.2011 | Ausgabe: 6/2011
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