Sport-Enduros: Zweitakter gegen Viertakter: Wendigkeit trifft auf Fahrstabilität

enduros-im-testUnter den Siegern der Enduro Weltmeisterschaft findet man vor allem Zweitakter – die Viertakter sind auf den Siegertreppchen eindeutig in der Minderheit. Für einen Konzeptvergleich haben daher die Testredakteure der Zeitschrift ''EnduroABENTEUER'' jeweils ein Motorrad aus jedem Lager im Praxistest gegeneinander antreten lassen. Allerdings erwies sich keine der beiden Enduros als eindeutig besser. Die zweitaktige Gas Gas EC 300 war wendiger, aber auch anstrengender zu fahren. Die Viertaktermaschine Beta RR 4T 525 Racing Edition bot mehr Fahrstabilität.

Die Beta verfügt über einen Elektrostarter und benötigte keine Aufwärmphase. Dafür ist ihr Chokeknopf am Vergaser kaum zu finden oder mit den Fingern zu erreichen. Als typische Zweitakter-Maschine besitzt die Gas Gas nur einen ''leichtgängigen'' Kickstarter. Sie brauchte eine Anlaufphase und nahm zu Beginn das Gas ''etwas widerwillig'' an. Beide Motorräder zeigten eine ''angenehm gestufte'' Sekundärübersetzung, die für das Enduro-Fahren optimal war. Die Kupplung ließ sich mittelmäßig gut bedienen, die Dosierung war jedoch ''ohne Fehl und Tadel'', so der Testredakteur. Die Gas Gas wiegt etwa sieben Kilogramm weniger als die Beta, was sich beim Fahren positiv bemerkbar machte. Sie ist insgesamt jedoch nicht so schlank gehalten wie die Beta RR. Dafür machen sich Lastwechsel auf ihr kaum bemerkbar, wodurch sich die Gas Gas ''spritziger'' fuhr. Das Handling war ''wunderbar neutral'' und das Motorrad sprang ''spielerisch'' über die unebene Teststrecke. Die Beta bietet eine höhere Sitzhöhe und einen höheren Schwerpunkt – dadurch verändert sich das Fahrgefühl im Vergleich mit der Gas Gas sehr stark. Sie lief besser geradeaus und ''pflügte'' beinahe durch das Gelände. Der Testfahrer fühlte sich auf ihr deutlich sicherer – sogar ''ein Gefühl der Unbesiegbarkeit'' beschlich ihn! Schnelle Richtungswechsel im groben Gelände waren auf der Beta allerdings schwieriger zu meistern. Die Gas Gas hingegen forderte ihren Fahrer insgesamt mehr, fuhr sich aber auch nervöser. Dafür ist die Gas Gas weitaus weniger alltagstauglich als die Beta: Sie ''mochte'' keinen langen Touren mit konstanter Gasstellung. Je unebener und schwieriger das Gelände, umso mehr kamen die Vorzüge der Zweitaktermaschine zum Vorschein.

Hier finden Sie eine Übersicht, die die beiden Motorräder und ihr jeweiliges Testergebnis aufführt.