Messerschärfer: Scharf wird's immer

messerscharferMesser müssen scharf sein und das des Jägers sowieso. Das Schleifen ist jedoch eine Kunst für sich. Die Zeitschrift „Jäger“ testete deswegen 19 Messerschärfer auf ihre Qualität. Die Geräte teilen sich in vier verschiedene Gruppen ein: Wassersteine, Diamant-Tischschärfer, Schärfgeräte und „Durchzieh“-Schärfer. Genau in dieser Reihenfolge nimmt auch das erforderliche Können ab. Wo es beim Schleifen mit Wassersteinen noch heißt „Übung macht den Meister“ kann mit den Durchzieh-Schärfern ein jeder ein Meister sein. Die zwei am schlechtesten bewerteten Produkte im Test waren immerhin noch „befriedigend bis gut“, was schnell klar macht, dass diese 19 Messerschärfer qualitativ hochwertig sind.

Die erreichbare Schärfe eines Messers wird von vier Faktoren bedingt: von der Feinkörnigkeit und Härte des Stahls - wobei gilt: je feiner und härter das Gefüge der Schneide um so schärfer ist sie -, von der Feinkörnigkeit des Schärfsteins - je feiner desto schärfer -, von der Geometrie der Schneide - je kleiner der Schneidenwinkel umso geringer ist der Schnittwiderstand - und schlussendlich vom Können des Schärfers.

Können braucht es bei der Arbeit mit Wassersteinen. Auf diesen mit Wasser getränkten Steinen (ein Messer wird grundsätzlich nicht trocken geschliffen) kann durch gelegentliches Abziehen ein Messer ständig scharf gehalten werden. Die Schwierigkeit dabei ist, den festgelegten Schleifwinkel über die gesamte Klingenlänge beizubehalten. Für ein Jagdmesser empfiehlt sich generell ein Winkel von 20 Grad oder mehr. In dieser Gruppe sticht der Belgische Brocken gelb von Böker ins Auge. Er besteht aus einer einzigartige Zusammensetzung aus ca. 480 Mio. Jahre altem Ablagerungsgestein mit harten Edelsteinen, weichem Tonschiefer und Granat.

Zum Testsieger hat sich der DMT Tisch-Diamantschärfer Duo Sharp gemausert. Er gehört den Diamant-Tischschärfern an. Der Schärfstein liegt auf einem rutschfesten Tisch. Seine beiden Seiten sind diamantbeschichtet mit unterschiedlichen Körnungen.

Mit einem Schärfgerät kann auch ein Laie seine Jagdmesser schleifen. Der Winkel kann ausgewählt und voreingestellt werden und wird auf die gesamte Schneidenlänge übertragen. Hier soll das Lansky Schärfset nicht unerwähnt bleiben, das zu einem Preis von rund 70 Euro auf Amazon zu haben ist. Hier wird die Klinge mit dem Rücken in die Klammer des Sets gespannt. Schleifwinkel von 17, 20, 25 oder 30 Grad können ausgewählt und auf die ganze Klingenlänge übertragen werden. Das Lansky-Set eignet sich für Grundschliff und Nachschärfen ebenso wie fürs Abziehen. Die Keramikschärfsteine besitzen je unterschiedliche Körnungen.
Bei den „Durchzieh“-Schärfern tut sich der DMT Klappbare Diamantschärfer hervor. Er ist äußerst praktisch, verschwindet in jeder Hosentasche und ist beidseitig mit Diamantsplittern beschichtet. Er ist mit der Körnung grob/fein auf Amazon für rund 65 Euro im Angebot.

Tipp: Wenn man nach dem Schleifen ein locker gehaltenes Schreibpapier mühelos durchtrennen oder sich die Haare am Unterarm einfach abschaben kann, dann weiß man, dass ein Messer ein richtig scharfes Messer ist.

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