Es sind gerade die jungen User, die die leistungsstärksten PCs in echter High-End-Ausstattung besitzen und das hat seinen Grund: Computerspiele brauchen immer mehr Leistung als die Hardware-Industrie gerade liefern kann – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. So kommen bei der Zusammenstellung ab Vierkern-Prozessor aufwärts, reichlich Arbeits- und Massenspeicher, starker Grafikkarte ganz schnell mehr als 2.000 EUR auf den Rechnungszettel. Nachdem sich viele kleine PC-Schmieden im High-End-Bereich einen guten Namen gemacht haben, rücken auch die großen Hersteller mit Performance-lastigen Rechnern nach: Acer, Dell (Alienware), Medion und HP haben spezielle Serien für Gamer in ihrem Angebot. Ein so genannter PC-Konfigurator hilft online bei der individuellen Zusammenstellung der einzelnen hardware-Komponenten und nur in Ausnahmefällen sollte man auf ein Fertigprodukt im Angebot des Herstellers eingehen.
Die Finanzfrage:
Als Minimum für den blanken PC ohne Zubehör sollte man für die High-End-Klasse 1.000 EUR veranschlagen – darunter muss man zu viele Kompromisse eingehen. Dafür bekommt man vergleichsweise einen getunten Mittelklassewagen und bei rund 2.500 EUR nimmt man in der Porsche-Turbo-Klasse platz und alles was darüber liegt hat nur noch reinen Vorzeige-Status. Will man nur wenig ausgeben, kann man schon für 950 Euro beim Anbieter One Computer einen mit umsichtig ausgewählten Komponenten Gaming-PC erstehen. Eine weitere Kostenfrage stellt sich beim Unterhalt des High-End-PCs – wieviel Strom verbraucht dieser? Schaut man sich die Werte von PCs mit zwei starken Grafikkarten an, die gerne mal 850 Watt unter Last pro Stunde konsumieren, sollte man die entstehenden Stromkosten nicht unterschätzen.
Der Prozessor:
Ein Vierkern-Prozessor ab 3,0 GHz aufwärts sollte es schon sein und die Option zur Übertaktung sollte gleich inbegriffen sein. Wer also mit mehreren leistungshungrigen Programmen gleichzeitig arbeitet und die Anwendungen ständig geöffnet hat, sollte sich nicht mit kleineren Prozessoren abgeben, sondern die volle Leistungsfähigkeit der Quad-Cores oder größeren Prozessoren nutzen, die ja schon ab 150 EUR zu haben sind. Inzwischen gibt es auch immer mehr Spiele, die mehr als einen Kern gleichzeitig unterstützen und dem Spielfluss einen ordentlichen Schub verpassen. Beim Arbeitsspeicher, der in der Performance-Hierarchie an zweiter Stelle kommt, sollte man erst recht nicht sparen, denn die in der Regel installierten 64-bit-Systeme unterstützen reichlich Speicher. Eine Ausstattung mit 8 GByte sollte hier als Basisausstattung angesehen werden.
Die Grafikkarte:
Hier gilt das besondere Augenmerk auf der 3D-Leistung und inzwischen sind die Angebote für gute Einsteigerkarten (rund 150 EUR) in moderate Bereiche gesunken. Ob man sich für eine AMD Radeon oder für eine GeForce von nVidia entscheidet ist abhängig vom Spieletyp und jedem selbst überlassen – einschlägige Foren zeigen in Benchmarks (Leistungstests) wie schnell die jeweilige in welchem Spiel unter welchen Bedingungen arbeitet. Fast alle Monitore ab 22 Zoll aufwärts lösen in Full HD mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten auf. Bis zu diesem Punkt kommt man noch mit 1 GByte Arbeitsspeicher auf der Grafikkarte zurecht und mit der Performance einer Nviedia GTX 560 Ti kann man ruckelfrei spielen. Kann man es sich leisten und besitzt einen noch größeren Monitor macht der Einsatz einer Doppelkern-Karte Sinn, die bis zu 3 GByte bietet. Aber auch High-End-Karten mit einem Kern können die höchsten Auflösungen über mehrere Monitore leicht bedienen. Oder man bündelt zwei Karten auf den jeweiligen Slots, was bei ATi als CrossfireX und bei nVidia als SLI bezeichnet wird. Voraussetzung dafür ist aber die entsprechende Unterstützung durch das Mainboard. Auf diese Art lassen sich auch X2-Karten bündeln, dass ein Vier-Karten-Verbund entsteht.
Die Schnittstellen:
Schon in der 1.000-EUR-Klasse sollte das Mainboard so gewählt sein, dass alle gängigen Schnittstellen reichlich zur Verfügung stehen. Eins schneller Blick auf die Rückseite des PCs schafft hier Gewissheit. Sechs bis acht USB-Ports (3.0 und 2.0), FireWire, eSATA, HDMIS/P-DIF (digital Sound), zwei Gigabit-Ethernet sind ein Muss. Und um bequem arbeiten/spielen zu können, sollten sich auch auf der Vorderseite USB-, Audio- und Mikrofon-Buchsen befinden sowie ein Kartenleser, der auch kein Luxus ist.Einige Gehäuse-Hersteller bieten Hot-Swap-Einschübe für SSDs im Front- oder Topbereich an.
Das Gehäuse:
Jetzt wird es laut! Hochleistungscomputer verbrauchen nicht nur wesentlich mehr Strom, sondern die dabei entstehende Verlustwärme heizt die Gehäuse entsprechend auf. Eine leise Kühlung ist nur mit hochwertigen Lüftern (Noctua) oder einer Wasserkühlung möglich, wobei diese recht teuer werden kann. Gute Gehäuse verfügen von Hause aus schon über entsprechende Lüftereinsätze, die für eine gute Durchströmung sorgen. Hier sollte man sich im Vorfeld entsprechend über die Geräuschpegel der eingebauten Ventilatoren informieren und gegebenenfalls leise Luftspender nachrüsten. Gut verarbeitete PCs sind so aufgebaut, dass die kalte Luft von der Vorderseite möglichst durch einen Filter angesaugt wird, an Festplatten vorbei über die Grafikkarte zieht und mit der Warmluft des Prozessors an der Rückseite entweichen kann. Viele PC-Gehäuse-Hersteller verwenden inzwischen die leiseren 120-Millimeter-Lüfter für die PC-Gehäuse, die mehr Durchsatz als die 80-Millimeter-Lüfter besitzen. Das zur Ausstattung passende Netzteil sollte ebenfalls über Leistungsreserven und einen leisen Lüfter verfügen.